H110-STX MXM: ASRock packt MXM-Slot auf kompakte Micro-STX-Platine

Frank Meyer 29 Kommentare
H110-STX MXM: ASRock packt MXM-Slot auf kompakte Micro-STX-Platine
Bild: ASRock

Für besonders kompakte Desktop-PCs, noch unterhalb des Mini-ITX-Standards, bietet ASRock mit dem H110-STX MXM ein Mainboard im Micro-STX-Layout, das bei Abmessungen von 147,32 × 187,96 mm über eine MXM-Schnittstelle (Typ-B) Grafikkarten aufnehmen kann. Ein weiteres Plus: durch den Sockel LGA1151 sind die Prozessoren wechselbar.

Micro-STX größer als Mini-STX

Mainboards im Mini-STX-Formfaktor sind mit Kantenlängen von 14,7 × 14,0 Zentimeter kompakter konzipiert als deren Derivate mit Micro-STX-Einstufung. Eine etwas verwirrende Unterteilung, denn bei anderen Geräteklassen bedeutet „Mini“ gängigerweise immer größer als „Micro“. Das ASRock H110-STX MXM als Vertreter der Micro-STX-Mainboards bietet mit 14,7 × 18,8 cm an einer Seite fast 5 cm mehr Kantenlänge als beispielsweise die im ASRock DeskMini 110 verbaute Mini-STX-Hauptplatine.

Mini-PC-Formfaktoren
Mini-ITX Micro-STX Mini-STX NUC
Platinengröße 170 × 170 mm 147 × 188 mm 147 × 140 mm 102 × 102 mm
Platinenfläche 289,0 cm² 276,9 cm² 205,8 cm² 104,0 cm²
ASRock H110-STX MXM

MXM-Schnittstelle für dedizierte Grafikkarten

Den Zugewinn bei der Gesamtfläche im Vergleich zum DeskMini 110 nutzt ASRock beim H110-STX MXM der Namensgebung folgend für eine über PCI-Express 3.0 angebundene MXM-Schnittstelle, über die eine zusätzliche Grafikkarte aus dem Notebook-Segment zum Einsatz kommen kann. Die Typ-B-Klassifizierung erlaubt den Einsatz von Grafikkarten bis zu einer TDP von 120 Watt. In der Theorie ist dieser Ansatz zwar durchaus sinnvoll, bietet sich so doch die Möglichkeit unabhängig von der Anordnung der weiteren Komponenten die Pixelbeschleuniger in passenden Gehäusen zu montieren. In der Praxis ist die Verfügbarkeit solcher Grafikkarten aber verschwindend gering. Zudem wird für solch ausgefallene Lösungen ein ordentlicher Aufschlag beim Kaufpreis fällig. Zuletzt hatte MSI mit MXM-Grafikkarten auf sich aufmerksam gemacht, welche in den höherpreisigen Gaming-Notebooks zum nachrüsten vorgesehen waren.

Viel Ausstattung auf kleinster Fläche

MXM-Grafikkarte mit AMD-GPU
MXM-Grafikkarte mit AMD-GPU (Bild: ASRock)

Aber auch Abseits der optionalen Nutzung eines leistungsstärkeren Grafikkartenmodells kann das H110-STX MXM mit einer ansprechenden Funktionsvielfalt aufwarten. So werden laut Datenblatt (PDF) Prozessoren aus der Kaby-Lake-Generation bis hin zum Core i7 über den Sockel LGA1151 unterstützt. Als Basis des H110-STX MXM dient der Z270-Chipsatz, obgleich die Produktbezeichnung den H110-Chip vermuten lassen könnte. Für Arbeitsspeicher sind zwei Steckplätze im SODIMM-Format vorhanden, die mit maximal 32 GByte DDR4-2.400-Modulen bestückt werden können. In drei – wohl an der Rückseite montierten – M.2-Slots können PCIe-SSDs mit einer Länge von bis zu 80 Millimetern Platz nehmen. Eine weitere Aufnahme ist mit einer Länge von 30 Millimetern für ein kombiniertes WLAN-/Bluetooth-Modul vorgesehen. Zusätzlich werden zwei SATA-3.0-Schnittstellen (6 Gbit/s) über interne Header für Speichermedien geboten. Zwei HDMI-Stecker und je ein DisplayPort- und Mini-DisplayPort-Ausgang sind für die Ausgabe der Bildsignale vorhanden. Lediglich eine der beiden HDMI-Buchsen ist über die in der CPU integrierte Grafikeinheit angebunden. Die restlichen Grafikausgänge sollen nur bei Nutzung eines MXM-Moduls aktiv sein. Gigabit-Ethernet ist über einen Chip von Intel (I219V) realisiert. Ein auf die Gaming-Sparte hindeutender LED-Header mit der Unterstützung von RGB-Leuchtstreifen mittels der von Asus stammenden Aura-Sync-Technik, untermauert die reichhaltige Funktionsvielfalt.

Thunderbolt 3 über USB 3.1 Typ C ist ebenfalls geboten

ASRock H110-STX MXM
ASRock H110-STX MXM (Bild: ASRock)

Für die Nutzung externer Peripherie hat das H110-STX MXM etliche USB-Anschlüsse zu bieten. Neben einer USB 3.1 Typ C-Buchse welche das Thunderbolt-3-Protokoll unterstützt, sind drei weitere klassische USB-3.0-Anschlüsse über den Typ A-Stecker an den Außenseiten vorhanden. Über interne USB-2.0-Header lassen sich vier zusätzliche Ports generieren. Zwei Klinkenbuchsen für Kopfhörer und Mikrofon sind ebenfalls vorhanden. Wie für beide STX-Formfaktoren üblich, ist auch beim H110-STX MXM die Spannungsversorgung über ein 19-Volt-Netzteil umgesetzt. Ein entsprechender Spannungswandler mit einer Nennleistung von 220 Watt soll zum Lieferumfang gehören.

Preis und Verfügbarkeit

ASRock hat für das H110-STX MXM bislang keine offizielle Preisempfehlung ausgesprochen. Ebenfalls ist unklar, ob das augenscheinlich eher für OEM-Kunden konzipierte Micro-STX-Mainboard überhaupt den klassischen Einzelhandel erreichen wird.