MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) im Test: Neue Mini-PCs sind unbezahlbar, also kauft man einfach alt?

Jan-Frederik Timm
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MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) im Test: Neue Mini-PCs sind unbezahlbar, also kauft man einfach alt?

Wenn eine Art Komplettsystem die letzten Jahre einen Lauf hatte, dann Mini-PCs. Doch hohe Preise für RAM, SSDs und neue CPUs machen es auch ihnen im Jahr 2026 schwer. Also lieber alte Ware kaufen? Nach dem GMKtec K17 mit Core Ultra 200V (Test) haben wir mit dem MSI Cubi NUC AI mit Core Ultra 100 ein noch älteres System im Test.

Ein alter Mini-PC von MSI im Test?

Eigentlich wollten wir in diesem Jahr vorrangig Panther-Lake-Mini-PCs testen, denn Intel Core Ultra 300 bietet sich insbesondere in der X-Klasse sehr für diese Produktkategorie an. Doch als wir uns direkt nach dem Test des GMKtec EVO-T2 auf die Suche nach weiteren Core-Ultra-300-Mini-PCs machten, waren die Rückmeldungen einhellig: Sie kommen, aber aktuell haben wir noch nichts.

MSI bot uns stattdessen den MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) an – direkt ab Lager verfügbar, wenn auch mit Core Ultra 100, also der Vor-Vorgänger-Generation. Danke, aber nein danke? Aus zwei Gründen haben wir uns dagegen entschieden und zugesagt:

  1. Wir hatten über 10 Jahre keinen Mini-PC von MSI mehr im Test
  2. Ältere Mini-PCs versprechen, als „Lagerware“ noch halbwegs preislich attraktiv zu sein

Beim MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) sah es beim 2. Punkt zum Zeitpunkt der Zusage zwar nicht so rosig aus, der Preis lag vergleichsweise hoch, aber wir gingen davon aus, dass sich das ändern wird.

Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) Mini-PC im Test
Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) Mini-PC im Test

Doch entgegen der Erwartungen hat sich das Bild nicht gebessert: Der Preis ist unverändert geblieben, im Handel sind Preise ab 999 Euro zu zahlen. Auf der anderen Seite geht es beim inzwischen verfügbaren Asus NUC Pro 16 mit Core Ultra 300 inklusive RAM, SSD und Windows 11 erst bei 1.525 Euro los – das sind noch einmal 53 Prozent mehr.

Erste Erkenntnis: Der Mini-PC steckt wie alles, was am Speicher und aktuellen Chip-Fertigungsverfahren hängt, in der Klemme. Doch endlich haben wir mit dem MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) zwar kein Schnäppchen, aber immerhin den ersten Mini-PC von MSI im Test.

Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) im Überblick

Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT, Datenblatt) ist eine „Next Unit of Compute“ (NUC), setzt also auf das von Intel definierte Mainboard-Maß von 101,6 × 101,6 mm.

Im Karton finden sich neben dem Mini-PC ein VESA-Mounting-Kit (100 × 100 mm), ein optionaler externer An-/Ausschalter und ein 120-Watt-Netzteil (Hohlstecker).

Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) Mini-PC im Test
Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) Mini-PC im Test

Das Gehäuse fällt mit 37,5 mm nicht nur durch den Verzicht auf ein internes Netzteil flach aus; auch Platz für eine 2,5-Zoll-SATA-SSD gibt es nicht. Es können aber zwei NVMe-SSDs in M.2-Slots (2280 ab Werk installiert, 2242 optional, beide mit PCIe 4.0 x4) verbaut werden.

Nach dem Lösen von nur vier Schrauben lässt sich der Boden öffnen und der Zugriff auf SODIMM und M.2-Slots liegt frei
Nach dem Lösen von nur vier Schrauben lässt sich der Boden öffnen und der Zugriff auf SODIMM und M.2-Slots liegt frei

Als CPU nutzt das System den Intel Core Ultra 7 155H „Meteor Lake“, Intels erste in Großserie gefertigte Chiplet-Architektur. Der Prozessor bietet bei 28 Watt TDP 16 Kerne (6 Performance, 8 Efficiency und 2 Low-Power-Efficiency) und eine iGPU vom Typ Intel Arc Graphics mit 8 Xe-Cores.

So präsentiert sich der Desktop nach der Ersteinrichtung
So präsentiert sich der Desktop nach der Ersteinrichtung

Die integrierte NPU der ersten Generation ist mit 11 TOPS noch deutlich langsamer als das, was mit mindestens 40 TOPS seit Lunar Lake alias Core Ultra 200V geboten wird.

Im Vergleich zum Meteor-Lake-Topmodell Core Ultra 9 185H sowie dem Core Ultra 7 165H darunter fehlt es dem 155H nur etwas an Takt, die größte Ausführung kommt offiziell zudem mit 45 Watt statt 28 Watt TDP. Ökonomisch ist der kleine Core Ultra 7 die beste Wahl.

Intel Core Ultra H vs. Core i-13x0P im Notebook ab Q4/2023
Modell Kerne/Threads Takt/mit Turbo
(P-Core)
Takt/mit Turbo
(E-Core)
L3-Cache Grafik PBP
(TDP/PL1)
MTP
(PL2)
Core Ultra 9 185H 16 (6P + 8E + 2 LPE)/22 2,3/5,1 GHz 1,8/3,8 GHz 24 MB 8 Xe Cores, 2,35 GHz 45 Watt 115 Watt
Core Ultra 7 165H 16 (6P + 8E + 2 LPE)/22 1,4/5,0 GHz 0,9/3,8 GHz 24 MB 8 Xe Cores, 2,30 GHz 28 Watt 115 Watt
Core Ultra 7 155H 16 (6P + 8E + 2 LPE)/22 1,4/4,8 GHz 0,9/3,8 GHz 24 MB 8 Xe Cores, 2,25 GHz 28 Watt 115 Watt
Core Ultra 5 135H 14 (4P + 8E + 2 LPE)/18 1,7/4,6 GHz 1,2/3,6 GHz 18 MB 8 Xe Cores, 2,20 GHz 28 Watt 115 Watt
Core Ultra 5 125H 14 (4P + 8E + 2 LPE)/18 1,2/4,5 GHz 0,7/3,6 GHz 18 MB 7 Xe Cores, 2,20 GHz 28 Watt 115 Watt

Der RAM ist als SODIMM ausgeführt. Im Testmuster stecken zwei Mal 8 GB DDR5-5600 von Samsung und eine 1 TB große SSD von WD, es gibt den MSI Cubi NUC AI theoretisch aber auch als Barebone (praktisch aber nicht, Stand Juli 2026).

Frischluft wird dem MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) über den Boden zugeführt
Frischluft wird dem MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) über den Boden zugeführt

Anschlüsse bietet das System reichlich, darunter Dual-2,5-Gbit/s-Ethernet, zweimal Thunderbolt 4 und zweimal HDMI 2.1. Die reinen USB-Ports sind alle 10 Gbit/s schnell, es gibt an der Front sowohl USB-A als auch USB-C.

Der MSI Cubi NUC AI im Vergleich zum GMKtec K17 (unten)

Ein Kensington-Lock, eine VESA-Halterung und die Möglichkeit, eine Ein-/Ausschalter-Verlängerung zu installieren, um das System problemlos hinter dem Display zu verstauen, dürften vor allem Business-Kunden freuen.

Hängt der Mini-PC hinter dem Display, lässt er sich über die An-/Ausschalter-Verlängerung trotzdem problemlos bedienen
Hängt der Mini-PC hinter dem Display, lässt er sich über die An-/Ausschalter-Verlängerung trotzdem problemlos bedienen

Ganz ohne „Bloatware“ geht es beim System von MSI nicht: Norton Security ist vorinstalliert und das MSI Center bietet nach der Deinstallation ein paar Tage später an, die Software erneut zu installieren.

Norton ist vorinstalliert, lässt sich aber problemlos entfernen. Das MSI Center bietet die Security Suite ein paar Tage später allerdings direkt wieder an
Technische Daten des Testmusters
MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT)
CPU Intel Core Ultra 5 155H
GPU Intel Arc Graphics
RAM verbaut 2×8 GByte DDR5-5600 (SODIMM)
maximal 64 GB
SSD verbaut 1 TByte PCIe 4.0
maximal 1× PCIe 4.0 x4 (M.2 2280)
1× PCIe 4.0 x4 (M.2 2242)
Anschlüsse vorne 2× USB Typ A (3.2 Gen 2, 10 Gbit/s)
1× USB Typ C (3.2 Gen 2, 10 Gbit/s)

Ein-/Ausschalter
hinten 2 × Thunderbolt 4 (inkl. DisplayPort 1.4)
2× HDMI 2.1
2× 2,5 Gbit/s LAN (Intel i226-V),
Stromanschluss
links Kensington-Lock, externer Ein-/Ausschalter
Drahtlos WiFi 6E, Bluetooth 5.3
Netzteil 120 W (extern)
Abmessungen 120 × 115 × 37,5 mm
Gewicht 550 g
Betriebssystem Windows 11 Pro
Garantie 3 Jahre
Sonstiges VESA-Halterung (100 × 100)
Preis ab 999 Euro

Testergebnisse

Leistung nach Profilen

Der MSI Cubi NUC AI bietet über das MSI Center drei Profile an: Still, Ausgewogen und Extreme Leistung. Welches Profil gewählt wird, wirkt sich unmittelbar auf die maximal nutzbare TDP der CPU und die Lüftersteuerung aus.

Über das MSI Center lassen sich drei verschiedene Leistungsprofile einstellen

Der Cinebench 2025 (Multiple Threads) verdeutlicht die Unterschiede bei der TDP: Mit „Extreme Leistung“ darf der Prozessor dauerhaft bis zu 45 Watt aufnehmen, mit „Ausgewogen“ ist das nur für circa 30 Sekunden der Fall. Danach wird der Verbrauch auf knapp unter 30 Watt gedeckelt.

Im Profil „Still“ geht es anfangs bis maximal 35 Watt, nach circa 60 Sekunden fällt das Limit auf das Niveau von „Ausgewogen“. Analog verhält es sich mit dem Takt (Durchschnitt über alle Kerne). Die Erwartungshaltung ist klar: Bei der Leistung liegt Extreme Leistung deutlich vor Ausgewogen, Still wiederum dann nicht weit davon entfernt.

Cinebench 2026 MC
CPU-Leistungsaufnahme (Cinebench 2026 MC)
01020304050Watt (W) 150100150200250300Sekunden

Leistung in Anwendungen

Gedacht, falsch gedacht, zumindest in Teilen: Denn im Cinebench 2026 sieht es im Multi-Core-Test erst noch wie erwartet aus: Extrem setzt sich ab, Ausgewogen und Still folgen dicht an dicht.

In den Single-Core- und Single-Thread-Tests fällt „Still“ hingegen deutlich zurück. Auch nach dem x. Durchlauf und System-Neustarts. Wie kann das sein?

Cinebench 2026.1
  • Multiple Threads:
    • Extreme Leistung
      3.328
    • Ausgewogen
      2.672
    • Still
      2.500
  • Single Core:
    • Extreme Leistung
      552
    • Ausgewogen
      537
    • Still
      265
  • Single Thread:
    • Extreme Leistung
      421
    • Ausgewogen
      405
    • Still
      171
Einheit: Punkte

Der Blick auf die TDP und den maximalen CPU-Takt zeigt es: Im Still-Profil läuft der Benchmark auf den E-Cores. Die P-Cores werden zwar zwischenzeitig aufgeweckt (Phasen mit über 20 Watt Verbrauch), aber auch dann bleibt die Last auf dem E-Core (maximal 3,7 GHz Takt). Dass die im Single-Core-Test weitestgehend anliegenden weniger als 7 Watt TDP nicht die Hürde sind, zeigt sich im Multi-Core-Test, in dem das Still-Profil mit über 20 Watt dauerhaft agieren kann.

Das auf dem System installierte BIOS ist mit Version 1A30 das aktuelle; an dem Verhalten etwas ändern kann man nicht.

Cinebench 2026 ST
CPU-Leistungsaufnahme (Cinebench 2026 ST)
010203040Watt (W) 11002003004005006007008009001.0001.1001.2001.3001.4001.5001.6001.7001.800Sekunden

Leistung in Spielen

Auch in der Spieleleistung (hier wieder Multi-Core-Last) gibt es auf den ersten Blick eine Überraschung, in diesem Fall ist das Verhalten allerdings durchaus bekannt: „Still“ liegt vor den anderen beiden Profilen, mutmaßlich deshalb, weil die CPU nicht mehr so aggressiv zum Hochtakten bewegt wird, was der GPU mehr vom Power-Budget zustehen lässt – und die ist in diesem Szenario der eigentliche Flaschenhals.

3DMark Steel Nomad Light
    • Extreme Leistung
      2.170
    • Ausgewogen
      2.260
    • Still
      2.283
Einheit: Punkte

Lautstärke

Im Extreme-Leistung-Profil wird der MSI Cubi NUC AI laut, aber nicht brüllend laut. Das Ausgewogen-Profil ist mit Blick auf das Verhältnis aus Lautstärke und Leistung aber deutlich besser aufgestellt. „Still“ sorgt wirklich für Stille, aber man muss dafür die beobachteten Leistungseinbußen in Single-Core-Lasten in Kauf nehmen.

Lautstärke unter Last (Cinebench 2026 MC)
    • Extreme Leistung
      39
    • Ausgewogen
      34
    • Still
      31
Einheit: dB(A)

Support

MSI gewährt auf den Mini-PC drei Jahre Garantie, es gibt einen deutschen Support. Das ist etwas, was der Hersteller vielen kleineren Anbietern günstigerer Systeme aus Asien voraus hat. Auch auf den Support-Bereich online trifft das zu. Treiber, BIOS-Updates etc. pp. finden sich dort, eine Suche in Hersteller-Foren (wie bei so manch anderem Hersteller) ist nicht erforderlich.

Dass es für die Leistungseinbußen im Still-Profil kein neues BIOS gibt, gilt es MSI am Ende allerdings anzukreiden. Die deutschen Support-Seiten sprechen zwar von einem Update von Februar 2026, doch dahinter verbirgt sich lediglich die Version 1A30, die auf dem System bereits installiert war – mit Datum Sommer 2025.

Fazit

Aktuelle Mini-PCs können sehr teuer sein. Der Griff zu älteren Modellen, die optimalerweise noch als Lagerware aus besseren Zeiten mit günstigerem RAM und SSD-Speicher verfügbar sind, könnte daher die bessere Alternative sein.

Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) mit Core Ultra 100 („Meteor Lake“) ist derzeit aber kein solches System. Mit einem Preis ab 999 Euro ist das System sehr kostspielig, die Hoffnung, im Testzeitraum könnte sich ein Schnäppchen ergeben, hat sich nicht erfüllt (Überblick: Mini-PCs mit 16 GB RAM + 1 TB großer SSD, ab Lager verfügbar).

Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) Mini-PC im Test
Der MSI Cubi NUC AI (1UMG-022AT) Mini-PC im Test

Per se kann der sehr kompakte Mini-PC überzeugen, es gibt Anschlüsse satt, ein nicht nervendes Kühlsystem und drei Leistungsprofile, die bei Leistung und Lautstärke einen Unterschied machen. Im Lieferumfang finden sich neben dem externen Netzteil zudem eine VESA-Halterung sowie ein externer Power-Button, um das System problemlos an- und ausschalten zu können, wenn es hinter dem Display hängt.

Das und der lokale Support sind starke Argumente für den Cubi NUC AI, wenn der Blick auf vergleichbare Hardware zum kleineren Preis fällt. Da schmerzt es besonders, dass MSI ausgerechnet beim BIOS beziehungsweise dem Support patzt, denn das Verhalten des Cubi NUC AI im Still-Profil unter Single-Core-Last sollte längst behoben sein.

Nach dem Lösen von nur vier Schrauben lässt sich der Boden öffnen und der Zugriff auf SODIMM und M.2-Slots liegt frei
Nach dem Lösen von nur vier Schrauben lässt sich der Boden öffnen und der Zugriff auf SODIMM und M.2-Slots liegt frei

Die Hoffnung, dass der schon etwas ältere Mini-PC von MSI im Sommer 2026 einen besonders attraktiven Preis setzen können wird, hat sich am Ende des Tests Anfang Juli damit leider nicht bewahrheitet. Auch technisch makellos hat sich das System nicht präsentiert.

Als erster Mini-PC von MSI im Test seit über zehn Jahren hat der Cubi NUC AI dennoch beim Gehäuse, dessen Zugänglichkeit, den Anschlüssen, dem Kühlsystem und grundsätzlich den Profilen positive Ersteindrücke gesetzt. Das BIOS-Thema sollte der Hersteller noch beheben, das Preisproblem am Markt heilen kann indes auch MSI nicht.

Der nächste Mini-PC-Test steht schon an: Der Asus NUC Pro 16 mit Intel Core Ultra 300 ist endlich verfügbar. Die Hardware ist zwei Generationen neuer, aber ein Thema bleibt gleich: Das Muster mit Core Ultra X7 358H (65 W), 32 GB LPDDR5X-8533 und 1 TB großer SSD kostet über 2.400 Euro ...

ComputerBase hat den MSI Cubi NUC AI leihweise vom Hersteller zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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