Corsair Force MP500 im Test: Kupferaufkleber und Firmware machen den Unterschied

Michael Günsch 46 Kommentare
Corsair Force MP500 im Test: Kupferaufkleber und Firmware machen den Unterschied

Corsair feiert mit der Force MP500 ein Comeback im Segment der SSD-Oberklasse und gibt zugleich das NVMe-Debüt. Die Technik entspricht der Patriot Hellfire, doch bringt Corsair eine neue Firmware sowie einen Aufkleber mit Kupferkern mit.

Corsairs Comeback in der Oberklasse

Die Serie Force MP500 ist Corsairs erste PCIe-SSD und stellt damit das Comeback in die Oberklasse dar. PCIe Express 3.0 x4 als Schnittstelle und Unterstützung für das NVMe-Protokoll sind die Eckpfeiler des aktuellen High-End-Segments, auf denen auch die Force MP500 steht.

Bestückt mit Phisons aktuellem Controller-Flaggschiff und MLC-NAND der 2D-Generation verspricht Corsairs PCIe-Debüt hohe Transferraten von bis zu 3.000 MB/s beim Lesen und 2.400 MB/s beim Schreiben – der Sprung von den SATA-Modellen ist somit riesig. Neu für Corsair ist auch das Format: Die MP500 ist als M.2-Modul gestaltet, das weitaus kleiner als die bisherigen 2,5-Zoll-Modelle ausfällt und auch in schlanke Notebooks passt.

Für den Test hat der Hersteller der Redaktion die Corsair Force MP500 mit 480 GByte Speicherplatz leihweise zur Verfügung gestellt.

Technik der Force MP500 im Überblick

Die MP500-Serie ist im weit verbreiteten M.2-2280-Formfaktor mit einer Modullänge von 80 mm gestaltet. Zur Auswahl stehen Speicherkapazitäten von 120, 240 und 480 GByte.

120-128 GB 240-256 GB 480-512 GB 960-1.024 GB 1.920-2.048 GB
Adata XPG SX8000
Corsair Force MP500
Intel SSD 600p
Patriot Hellfire 2017
Plextor M8Pe
Samsung 960 Evo
Samsung 960 Pro
Samsung 950 Pro
Samsung SM961 (OEM)
Toshiba OCZ RD400
Zotac Sonix

Bekannte Technik, neue Firmware

Bei Controller und NAND-Flash geht Corsair den gleichen Weg wie Patriot bei der bereits getesteten Patriot Hellfire SSD. Der Acht-Kanal-Controller Phison E7 wird mit dem gleichen 2D-MLC-Flash von Toshiba kombiniert. Das Modul ist beidseitig bestückt: zwei der vier NAND-Bausteine sitzen auf der Rückseite. Auch beim DRAM-Cache herrscht mit 512 MByte DDR3L-1600 von Nanya Einigkeit mit dem Patriot-Modell.

Ein Unterschied besteht allerdings in der eingesetzten Firmware: Bei Patriot kam noch die Version E7FM02.0 zum Einsatz, auf der Corsair-SSD ist bereits die jüngere Version E7FM02.1 aufgespielt.

Corsair Force MP500
Corsair Force MP500
Corsair Force MP500
Corsair Force MP500
Corsair Force MP500 480 GB
Controller Phison PS5007-E7, 4 Kerne, acht Kanäle
Cache 1 × 512 MB DDR3L-1600 (Nanya)
NAND-Flash Toshiba 2-Bit-MLC, 15 nm, planar
NAND-Packages 4 × TH58TFT0DFLBA8H
Schnittstelle PCIe 3.0 x4
Corsair Force MP500: CrystalDiskInfo
Corsair Force MP500: CrystalDiskInfo

Aufkleber als Wärmeableiter

Nicht nur optisch unterscheidet der schwarze Aufkleber auf der Oberseite des Moduls die MP500 von der Patriot Hellfire. Im Aufkleber verbirgt sich auch eine Kupferschicht, die dabei helfen soll, die Abwärme abzuführen. Ein solches „Kühlmittel“ besitzt die Patriot Hellfire nicht, obwohl ihr hohe Temperaturen schnell Probleme bereiteten. Die Corsair Force MP500 könnte hiervon profitieren.

Den Kupferaufkleber hatte Samsung zuerst bei den Modellen 960 Pro und 960 Evo salonfähig gemacht. Bei Samsung befindet sich der Kupferaufkleber allerdings auf der unbestückten Platinenrückseite.

Corsair Force MP500
Corsair Force MP500

Maximalleistung nur mit Kompression

Bei SSDs mit Phisons E7-Controller ist immer zu beachten, dass sich die maximalen Leistungsangaben stets auf den Transfer stark komprimierbarer Daten beziehen. So wirbt Corsair mit bis zu 3.000 MB/s beim Lesen und 2.400 MB/s beim Schreiben – die Basis der Werte bildet der ATTO-Benchmark mit komprimierbaren Daten. In der Praxis sind Daten aber nur selten stark komprimierbar. Daher sind die zusätzlichen Angaben des Herstellers, die sich auf die Leistung mit nicht komprimierbaren Zufallsdaten im CrystalDiskMark beziehen, realistischer. Hier soll das 480-GB-Modell immer noch zügige 2.800 MB/s lesend und 1.500 MB/s schreibend erreichen.

ATTO (komprimierbar) CrystalDiskMark (nicht komprimierbar)
Seq. Lesen max. 3.000 MB/s 2.800 MB/s
Seq. Schreiben max. 2.400 MB/s 1.500 MB/s
Quelle: Corsair

Ausstattung, Garantie & TBW

Der Lieferumfang umfasst neben der SSD lediglich zusätzliche Garantiehinweise für bestimmte Regionen. Außerdem wird die SSD-Toolbox auf den Produktseiten als optionaler Download angeboten. Zum Zeitpunkt des Tests unterstützte die Software die MP500 allerdings noch nicht richtig. So blieben Funktionen wie Secure Erase und Over-Provisioning verwehrt. Auf Nachfrage stellte der Hersteller eine aktualisierte Fassung für das erste Quartal 2017 in Aussicht.

Corsair Force MP500
Corsair Force MP500

Gleiche Garantie, doppelte TBW

Aufgrund der gleichen technischen Basis bietet sich auch bei der garantierten Mindestschreibmenge (TBW) der direkte Vergleich mit der Patriot Hellfire an. Corsair nennt bereits für das kleinste Modell mit 120 GByte ein Schreibvolumen von 175 TByte, dies verspricht Patriot erst beim 240-GB-Modell. Für die 480-GB-Version werden von Corsair 640 TByte TBW genannt, hier liegt Patriot bei deutlich niedrigeren 350 TByte. Bei der Garantiezeit liegen beide mit drei Jahren gleichauf. In der gleichen Geschwindigkeitsklasse bieten Plextor bei der M8Pe und Toshiba bei der OCZ RD400 mit fünf Jahren eine längere Garantie.

TBW & Garantie Corsair Force MP500
120 GB 240 GB 480 GB
TBW 175 TB 349 TB 640 TB
Garantie 3 Jahre

Technische Eckdaten

Zur besseren Vergleichbarkeit wurden die Herstellerangaben vom CrystalDiskMark mit Zufallsdaten in die Produktdatenbank auf ComputerBase eingetragen.

Corsair Force Series MP500
Patriot Memory Hellfire M.2
Zotac Sonix PCIe SSD (480 GB)
Controller: Phison PS5007-E7, 8 NAND-Channel
DRAM-Cache:
256 MB DDR3
Variante
512 MB DDR3
Variante
512 MB DDR3L-1600
256 MB DDR3L
Variante
512 MB DDR3L
512 MB DDR3
Speicherkapazität: 120 / 240 / 480 GB 240 / 480 GB 480 GB
Speicherchips: Toshiba 15 nm Toggle DDR 2.0 MLC NAND, ?
Formfaktor: M.2 (80 mm) PCIe-Steckkarte (HH/HL)
Interface: PCIe 3.0 x4
seq. Lesen:
2.300 MB/s
Variante
2.800 MB/s
2.740 MB/s
Variante
2.550 MB/s
2.600 MB/s
seq. Schreiben:
1.400 MB/s
Variante
1.500 MB/s
1.090 MB/s
Variante
1.260 MB/s
1.300 MB/s
4K Random Read:
150.000 IOPS
Variante
250.000 IOPS
170.000 IOPS ?
4K Random Write:
90.000 IOPS
Variante
210.000 IOPS
185.000 IOPS
Variante
210.000 IOPS
?
Leistungsaufnahme Aktivität (typ.): ?
Leistungsaufnahme Aktivität (max.):
4,44 W
Variante
4,89 W
Variante
6,92 W
? 7,27 W
Leistungsaufnahme Leerlauf: 400,0 mW ? 500,0 mW
Leistungsaufnahme DevSleep: kein DevSleep
Leistungsaufnahme L1.2: 5,0 mW ?
Funktionen: NVMe, NCQ, TRIM, SMART, Garbage Collection
Verschlüsselung: keine
Total Bytes Written (TBW):
175,00 Terabyte
Variante
349,00 Terabyte
Variante
640,00 Terabyte
175,00 Terabyte
Variante
350,00 Terabyte
698,00 Terabyte
Garantie: 3 Jahre
Preis: 119,90 € / 179,90 € / 349,90 € ab 127 € / ab 220 € ab 300 €
Preis je GB: € 0,72 / € 0,56 / € 0,49 € 0,53 / € 0,46 € 0,62

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