G6: LG kehrt mit 18:9-Display zu den Wurzeln der Serie zurück

Nicolas La Rocco 124 Kommentare
G6: LG kehrt mit 18:9-Display zu den Wurzeln der Serie zurück

LG hat in Barcelona das G6 als Nachfolger des modular umrüstbaren G5 vorgestellt. LG konzentriert sich wieder auf die wesentlichen Aspekte eines Smartphones und kehrt mit großem Display im kleinen Gehäuse wieder zu den Wurzeln der G-Serie zurück. In vielen Punkten ist das neue G6 ein deutlich besseres Smartphone als das G5.

Größeres HDR-Display im gleich großen Gehäuse

Hauptaugenmerk des Smartphones liegt auf der möglichst effizienten Nutzung der Gerätevorderseite. Das G6 ist so groß wie das G5, dennoch kann LG ein deutlich größeres Display mit höherer Auflösung verbauen. Die Displayränder fallen sichtbar schmaler als bei früheren Generationen aus LGs Flaggschiff-Serie aus. Das erinnert an frühe Zeiten der G-Serie, als das LG G2 in dieser Hinsicht Maßstäbe setzte.

Das neue IPS-HDR-Display ist mit 5,7 Zoll einen halben Zoll größer als das Display des G5, trotzdem musste LG dafür nicht die Abmessungen des Gehäuses verändern. Verändert hat sich stattdessen das Seitenverhältnis des Displays, das jetzt bei 18:9 oder vereinfacht ausgedrückt 2:1 liegt. Die Auflösung verändert sich deshalb nur in der Höhe, nicht in der Breite: 2.880 × 1.440 Pixel und eine Pixeldichte von 565 ppi bietet das Panel. Das neue Display unterstützt die beiden HDR-Standards HDR 10 und Dolby Vision.

LG G6
LG G6

Neues LG UX 6.0 für 18:9-Seitenverhältnis

LG bezeichnet den neuen Bildschirm als FullVision-Display und leitet einige Funktionen des Smartphones von dem neuen Seitenverhältnis ab. Das auf Android 7.0 Nougat basierende LG UX 6.0 ist speziell an das neue Display und das 18:9-Seitenverhältnis angepasst worden. Da die Ecken des Displays jetzt rund sind, mussten die Bedienoberfläche und vorinstallierten Apps entsprechend angepasst werden.

Das LG G6 ist nach dem Google Pixel (XL) das erste Smartphone mit Google Assistant. Die ersten beiden unterstützen Sprachen sind Englisch und Deutsch.

Multitasking ist ein Einsatzgebiet des neuen 18:9-Displays. Darunter fällt zum Beispiel die Ausführung von zwei Apps nebeneinander. Eine solche Funktion bieten viele Smartphones aber schon seit mehreren Jahren, ein 18:9-Display braucht es dafür genau genommen nicht. Seit Android 7.0 Nougat ist diese Funktion zudem standardmäßig in das Betriebssystem integriert. Auch App-Overlays in kleinen Fenstern, wie sie das G6 jetzt bietet, gibt es genau genommen schon seit längerer Zeit auf anderen Smartphones. Zu den neuen Funktionen des LG UX 6.0 zählen aber auch gestalterische Optionen wie das Erstellen von Collagen aus mehreren quadratischen Fotos, die dann als Bildschirmhintergrund auf dem Sperrbildschirm betrachtet werden können.

Neue Dual-Kamera hat 2 × 13 Megapixel und Weitwinkel

Auch das neue Design der Kamera-App ist Bestandteil des LG UX 6.0. Fotos können fortan gleichzeitig aufgenommen und dargestellt werden. LG nutzt in diesem Modus eine Bildhälfte für den Sucher, die andere für die Fotogalerie. Praktisch könnte das bei der neuen „Square Camera-Funktion“ sein, die Bilder im 1:1-Format speziell für Dienste wie Instagram schießt. In der Galerie neben dem Sucher kann das Ergebnis ohne App-Wechsel sofort überprüft werden. Neu ist zudem ein Food-Modus, der bei Lebensmitteln eine „ideal hohe Farbqualität und Sättigung“ liefern soll. Auch animierte GIF-Dateien lassen sich erstellen, indem zwischen 2 und 100 Bilder zur Schleife verknüpft werden.

Auf der Rückseite ist das G6 mit zwei 13-Megapixel-Kameras ausgestattet. Wie schon beim G5 und auch dem V10 und V20 ist die zweite Kamera wieder für Weitwinkelaufnahmen vorgesehen. Dieser fällt mit einem Sichtfeld von 125 Grad allerdings nicht ganz so extrem wie die 135 Grad des G5 aus. Wieder kann der Anwender durch Zoomen in der Kamera-App den Wechsel zwischen beiden Sensoren initiieren. Der Wechsel zwischen beiden Kameras soll beim G6 geschmeidig ohne Pause erfolgen. Beim G5 war es noch zu einer leichten Verzögerung gekommen.

Die Kamera auf der Vorderseite nutzt immer ein Weitwinkelobjektiv mit 100 Grad Sichtfeld. Das soll Aufnahmen mit mehreren Personen vereinfachen und Selfie-Sticks überflüssig machen. Die Auflösung der Frontkamera beträgt 5 Megapixel.

Kamera-Modi des G6
Kamera-Modi des G6 (Bild: LG)

Funktionales Gehäuse ist gegen Staub und Wasser geschützt

In puncto Design gibt es bei LG keine größeren Wagnisse, das G6 ist sehr funktional gestaltet. Das Grundgerüst des Smartphones besteht aus Aluminium, das nach außen hin über den Metallrahmen mit polierter Fase zum Display sichtbar wird. Die Rückseite ist in Hochglanz ausgeführt und trägt unterhalb der Kamera wieder den Fingerabdrucksensor, der gleichzeitig auch eine Taste zum An- und Ausschalten ist.

Einen klassischen An- und Ausschalter im Rahmen hat das G6 nicht. Auf der linken Seite befinden sich lediglich zwei Tasten für die Lautstärke, auf der rechten Seite das Schubfach für microSD und Nano-SIM. LG behält außerdem die 3,5-mm-Klinke bei und platziert diese an der Oberseite. Das G6 kommt mit 32-Bit-Quad-DAC von ESS Technology. Oben verlaufen auch zwei der Antennenstreifen durch den Alurahmen, weitere sind in den Seiten und an der Unterseite zu finden, wo sich auch der Lautsprecher und die USB-Typ-C-Buchse befinden.

Größte Neuerung des Gehäuses ist der Schutz gegen das Eindringen von Wasser und Staub. Eine IP68-Zertifizierung hat es bisher noch bei keinem der G-Smartphones gegeben. Die USB-Buchse muss dafür wie bei Samsung oder Sony nicht abgedeckt werden. LG plant, das G6 in drei Farben anzubieten. Gezeigt wurden „Mystic White“, „Astro Black“ und „Ice Platinum“.

LG G6 in der Seitenansicht
LG G6 in der Seitenansicht (Bild: LG)

Kein Snapdragon 835 für LG

Beim Thema System-on-a-Chip hat sich bewahrheitet, dass LG zum Frühjahr noch nicht den neuen Snapdragon 835 von Qualcomm erhält. Diesen soll sich Samsung vorerst exklusiv gesichert haben. Stattdessen ist im G6 ein dennoch sehr schneller Snapdragon 821 verbaut, der mit insgesamt vier Kryo-Kernen aufgeteilt in zwei Cluster aufwartet. Als GPU kommt die Adreno 530 mit etwas höherem Takt als beim Ausgangsmodell Snapdragon 820 zum Einsatz. Das G6 ist mit 4 Gigabyte LPDDR4-Speicher und 32 Gigabyte internem Speicher bestückt, der sich per microSD-Karte erweitern lässt.

Der Akku des G6 fällt gemessen an der Nennladung knapp über 18 Prozent größer als beim G5 aus und bietet jetzt 3.300 mAh. Da sich LG von dem modularen, aber Platz raubenden Aufbau des G5 verabschiedet hat, ist der Akku jetzt wieder fest verbaut. Angaben zur Laufzeit liegen zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht vor.

LG G6 in Mystic White, Astro Black und Ice Platinum
LG G6 in Mystic White, Astro Black und Ice Platinum (Bild: LG)

Preis noch unbekannt, Marktstart für März erwartet

Die LG-Pressekonferenz ist zur aktuellen Stunde in vollem Gange, noch gibt es deshalb keine Angaben zum Preis des G6 oder zur Verfügbarkeit des Smartphones. Letzten Gerüchten zufolge soll das G6 schon ab dem 2. März bis zum 9. März vorbestellbar sein und ab dem 10. März ausgeliefert werden respektive in den Verkauf gehen. Der Vorgänger G5 kam vor einem Jahr mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 699 Euro mit kostenlosem Kamera-Modul auf den deutschen Markt.

LG G6 LG G5
Software:
(bei Erscheinen)
Android 7.0 Android 6.0
Display: 5,70 Zoll
1.440 × 2.880, 565 ppi
IPS, HDR, Gorilla Glass 3
5,30 Zoll
1.440 × 2.560, 554 ppi
IPS, Gorilla Glass 4
Bedienung: Touch, Fingerabdrucksensor, Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 821
2 × Kryo, 2,34 GHz
2 × Kryo, 2,19 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 820
2 × Kryo, 2,10 GHz
2 × Kryo, 1,59 GHz
14 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 530
653 MHz
Adreno 530
624 MHz
RAM: 4.096 MB
LPDDR4
Speicher: 32 GB (+microSD)
Kamera: 13,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF, OIS
16,0 MP, 2160p
Dual-LED, f/1,8, AF, OIS
Sekundär-Kamera: 13,0 MP, f/2,4, AF 8,0 MP, f/2,4, AF
Frontkamera: 5,0 MP, 1080p
f/2,2
8,0 MP, 1080p
f/2,0
Sekundär-Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓600 ↑150 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.2 LE
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo A-GPS, GLONASS, BeiDou
Weitere Standards: USB 3.0 Typ C, NFC USB 2.0 Typ C, NFC, Infrarot
SIM-Karte: Nano-SIM
Akku: 3.300 mAh (12,50 Wh)
fest verbaut
2.800 mAh (10,80 Wh)
austauschbar
Größe (B×H×T): 71,9 × 148,9 × 7,90 mm 73,9 × 149,4 × 8,60 mm
Schutzart: IP68
Gewicht: 163 g 159 g
Preis: ab 417 € ab 300 €