Hacker-Angriff: Erpressungsversuch gegen Disney

Michael Schäfer 29 Kommentare
Hacker-Angriff: Erpressungsversuch gegen Disney
Bild: dassel | CC0 1.0

Abseits der Geschehnisse rund um WannaCry in den letzten Tagen haben auch andere Unternehmen mit Angriffen durch Schädlinge zu kämpfen: So sieht sich das Film-Studio Disney aktuell einem Erpressungsversuch ausgesetzt. Ob ein Zusammenhang mit den Vorkommnissen vom Wochenende besteht, ist noch unklar.

Hoher Bitcoin-Betrag verlangt

Bei dem Angriff versuchen bisher Unbekannte, einen nicht näher benannten aber anscheinend nicht unerheblichen Bitcoin-Betrag von dem Filmemacher zu erhalten. Sollte Disney nicht auf die Forderungen eingehen, drohen die Täter damit, bisher unbekannte Filme öffentlich zugänglich zu machen. Dass die Drohungen ernstzunehmen sind, zeigt das Beispiel Netflix: Dort gelangte eine Gruppe namens „thedarkoverlord“ Anfang des Jahres an zehn Folgen der Netflix-Serie „Orange Is The New Black“. Nachdem der Streaming-Dienst sich weigerte, auf die Lösegeldforderungen einzugehen, verteilte die Hacker-Gruppe Anfang Mai via Twitter Links zu den erbeuteten Folgen, bei denen es sich laut Netflix jedoch um unfertige Versionen handelte und welche zudem zahlreiche Ton- und Bildfehler aufweisen sollten. Für den Dienst fiel die Angelegenheit jedoch glimpflich aus, der Download-Ansturm blieb aus.

Angreifer drohen, Blockbuster vor Kinostart zu veröffentlichen

Im Fall von Disney sollen die Angreifer eine Kopie eines Films angefertigt haben. Sollte Disney sich weigern, die geforderte Bitcoin-Summe zu entrichten, werden die Angreifer von diesem zunächst fünf Minuten veröffentlichen, später weitere Abschnitte zu je 20 Minuten. Um welchen Film es sich dabei handelt, verrieten die Hacker nicht. Die nächsten großen Projekte, die Disney in die Kinos bringen will, sind „Fluch der Karibik 5“ und „Cars 3“. Zwar erscheint im Dezember dieses Jahres „Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi“, dieser Film dürfte sich aktuell jedoch noch nicht in einer fertigen Version befinden und somit als „Geisel“ ausscheiden.

Versuch bestätigt, Behörden informiert

Disney-CEO Bob Iger bestätigte mittlerweile gegenüber Vertretern von ABC den Erpressungsversuch, gab aber gleichzeitig an, nicht auf diesen einzugehen und die Behörden bereits informiert zu haben. Eine offizielle Bestätigung seitens Disney steht aber aus.