Ryzen-RAM: AMD veröffentlicht eigene Liste kompatibler DDR4-Kits

Frank Meyer 81 Kommentare
Ryzen-RAM: AMD veröffentlicht eigene Liste kompatibler DDR4-Kits
Bild: MSI

AMD nimmt offenkundig das Thema Kompatibilität von Arbeitsspeicher auf der neuen Ryzen-Plattform ernst und lässt die Mainboard-Hersteller mit den seit dem Marktstart grassierenden Problemen nicht allein auf weiter Flur. In einer neuen Liste hat AMD alle zu Ryzen kompatiblen RAM-Kits genannt, die direkte Tests durchlaufen haben.

OC-RAM für die AM4-Plattform von AMD offiziell benannt

Getestet wurden nach Angaben von AMD alle in dem Dokument (PDF) aufgelisteten Speicherkits auf nicht näher spezifizierten Mainboards. In allen Fällen sollen schon BIOS-Versionen der jeweiligen Hersteller auf Basis des Ende Mai angekündigten neuen Microcode AGESA v1.0.0.6 zum Einsatz gekommen sein. Und bei den Überprüfungen hat sich AMD nicht allein den langsameren Varianten mit für Ryzen-CPUS üblichen Geschwindigkeiten von DDR4-2.133, DDR4-2.400 und DDR4-2.667 beschränkt, sondern darüber hinaus auch schnellere RAM-Kits im OC-Modus betrieben. So nennt die Liste auch Speicherbundles mit einer Taktung von 2.933 MHz und 3.200 MHz, die schon weit entfernt von der von AMD für Ryzen vorgegebenen Standardtaktrate von DDR4-2.400 liegen.

Schneller Ryzen-RAM mit bis zu 32 GByte

In den höheren Taktregionen finden sich beispielsweise DDR4-DIMM-Kits von Adata, Corsair, GeIL und G.Skill, die teils sogar eine Gesamtkapazität von 32 GByte aufweisen. Weiter verbreitet oberhalb von DDR4-3.000 sind aber bisweilen immer noch Speicherbundles mit einer Kapazität von 16 GByte, die AMD deutlich zahlreicher in dem Dokument aufführt. Mit HyperX als neuer Gaming-Marke von Kingston wird eine fünfte Branchengröße genannt, deren RAM-Kits nur bis zu einer Geschwindigkeit von DDR4-2.667 als kompatibel zu Ryzen in der Liste zu finden sind.

RAM-Hersteller mit Eigenbemühungen

Die Pionierarbeit wird dennoch nicht allein von AMD und den Mainboard-Herstellern geleistet, denn selbst die Entwickler von DDR4-DIMMs leisten einen gehörigen Beitrag, um den für Ryzen hilfreichen OC-RAM zur Marktreife zu bringen. Beispielsweise haben mittlerweile Adata, Corsair und G.Skill schon schnelle Ryzen-Speicherkits speziell für die neue AM4-Plattform aufgelegt, die konfliktfrei höher getaktet werden können. Letztgenannter hat dabei schon DDR4-DIMMs mit 3.466 MHz im Aufgebot.

Kompatibilitätslisten der Mainboard-Hersteller entscheidend

Auch wenn AMD mit Hilfe des neuen Dokumentes für etwas mehr Klarheit und einen größeren Überblick sorgt, gilt für Kaufinteressenten von DDR4-RAM weiterhin die Faustformel, in erster Linie den Kompatibilitätslisten der Mainboard-Hersteller eine gesteigerte Aufmerksamkeit bei der anstehenden Wahl des Speicherbundles zu widmen. Diese werden in der Regel weitgehend aktuell gehalten und garantieren üblicherweise eine uneingeschränkte Funktionsweise der RAM-Kits, vor allem wenn der Speicher außerhalb der JEDEC-Spezifikationen mit einem OC-Profil laufen soll.