TB250-BTC PRO: Bei Biostar werden Mining-GPUs in Doppelreihe bestückt

Michael Günsch 69 Kommentare
TB250-BTC PRO: Bei Biostar werden Mining-GPUs in Doppelreihe bestückt
Bild: Biostar

12 oder 13 PCIe-Slots – für auf das Mining von Kryptowährungen ausgelegte Mainboards ist dies inzwischen nicht mehr ungewöhnlich. Zwischen den Slots wird es aber eng, dies erhöht das Risiko von Kurzschlüssen. Daher geht Biostar nun einen anderen Weg und setzt beim TB250-BTC Pro auf PCIe-x1-Steckplätze in Doppelreihe.

Insgesamt verfügt das ATX-Mainboard mit B250-Chipsatz für Intel-CPUs der Serien Kaby Lake und Skylake über zwölf PCIe-Steckplätze: Fünf Mal ist die kurze PCIe-x1-Ausführung in Doppelreihe vorhanden, hinzu kommen ein weiterer PCIe-x1-Slot sowie ein langer PCIe-x16-Slot. Direkt lässt sich somit nur eine Grafikkarte einstecken, bis zu elf weitere werden per Adapter angeschlossen. Solche Riser-Karten bietet zum Beispiel Kolink an: Zwei Platinen mit einmal PCIe x1 für das Mainboard und einmal PCIe x16 für die Grafikkarte sind über ein USB-Kabel verbunden.

Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO
Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO (Bild: Biostar)
Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO
Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO (Bild: Biostar)
Kolink ZURC-007 – Riser-Karte vermittelt von PCIe x1 auf PCIe x16 über USB-Kabel
Kolink ZURC-007 – Riser-Karte vermittelt von PCIe x1 auf PCIe x16 über USB-Kabel (Bild: Caseking)

Solche Adapter sind klein genug, dass die PCIe-x1-Steckplätze auch hintereinander auf dem Mainboard nutzbar sind. Diese von Biostar gewählte Platzierung sorgt dafür, dass die üblichen Abstände zwischen den Ports bestehen bleiben. Beim H110 Pro BTC+ von ASRock, das sogar über 13 PCIe-Slots verfügt, sind die Anschlüsse dagegen sehr dicht untereinander angeordnet.

Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO
Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO (Bild: Biostar)

Biostar nutzt die Gunst der Stunde, um auf die damit verbundene Enge und das dadurch erhöhte Risiko für Kurzschlüsse durch Berührung der Riser-Karten untereinander hinzuweisen.

B250-Chipsatz ermöglicht volle PCIe-Anbindung

Gegenüber dem H110-Board der Konkurrenz ist das B250-Mainboard von Biostar in einem weiteren Punkt im Vorteil: Der B250-Chipsatz liefert bis zu zwölf PCIe-Lanes. So kann die Grafikkarte im großen Slot mit voller PCIe-x16-Anbindung von der CPU betrieben werden und für die restlichen elf stehen noch genügend PCIe-Lanes vom Chipsatz zur Verfügung. Beim H110-Chipsatz stehen dagegen nur maximal sechs PCIe-Leitungen zur Verfügung.

Die sonstige Ausstattung des TB250-BTC Pro besteht unter anderem aus zwei DDR4-Aufnahmen, sechs SATA-Ports, achtmal USB (vier 3.0) am Backpanel, Gigabit-LAN und Acht-Kanal-Audio von Realtek sowie einem DVI-Ausgang für die iGPU des Prozessors und PS/2-Ports für Maus und Tastatur. Zur zusätzlichen Stromversorgung der PCIe-Steckplätze sind zwei 4-Pin-Molex-Buchsen in deren Nähe zu finden.

Mehr Karten pro Board ist günstiger

Mehr Grafikkarten pro Mainboard bedeutet eine höhere Mining-Leistung pro Board. Biostar nennt eine Mischbestückung mit jeweils sechs GeForce GTX 1060 und Radeon RX 470 als Beispiel, das eine Hashrate von 246,6 MH/s erreichen soll.

Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO
Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO (Bild: Biostar)

Für die gleiche Leistung waren sonst zwei TB250-BTC (ohne „Pro“) mitsamt CPU, RAM und Massenspeicher im Doppelpack nötig. Mit der Pro-Version werden diese Komponenten nur in einfacher Ausführung benötigt. Die Beispielrechnung des Herstellers spricht von einer Ersparnis von 200 US-Dollar. Wann und zu welchem Preis das Biostar TB250-BTC Pro erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt. Im Ausland kostet die kleine Variante TB250-BTC mit sechs PCIe-Slots rund 160 US-Dollar.

Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO
Mining-Mainboard Biostar TB250-BTC PRO (Bild: Biostar)