SteamVR Tracking 2.0: Größere VR-Spielwiesen mit mehr als zwei Basisstationen

Jan-Frederik Timm 49 Kommentare
SteamVR Tracking 2.0: Größere VR-Spielwiesen mit mehr als zwei Basisstationen

Mit einem Update des Tracking-Systems von SteamVR will Valve in Zukunft noch größere Spielwiesen in Virtual Reality ermöglichen. Aktuell wird offiziell eine Fläche mit maximal fünf Meter Diagonale unterstützt, limitierender Faktor ist die Anzahl der Basisstationen.

Der Infrarot-Impuls fällt weg

Bisher erlaubt SteamVR wie bei der HTC Vive (Test) nur das Zusammenspiel aus zwei Basisstationen, von Valve auch als Lighthouse bezeichnet. Sie ermöglichen es der VR-Brille oder den Controllern über die darin verbauten Sensoren ihren Ort und die Lage im Raum zu bestimmen. Dafür messen die Sensoren den Zeitversatz aus dem Eintreffen eines Infrarot-Impulses und dem Eintreffen eines durch den Raum schwenkenden Laserstrahls. Der Infrarot-Impuls erfolgt zu einem definierten Zeitpunkt, die Stellung des Lasers ist zu diesem Zeitpunkt bekannt. Aus dem Zeitversatz der Signale an einem Sensor und deren zeitlichem Verhältnis zu allen Sensoren an VR-Brille oder Controller wird dann die Lage berechnet.

Mehr als zwei Basisstationen ließen sich bisher aber offiziell nicht betreiben, zu hoch war die Gefahr, dass es zu Störungen in Folge des Infrarot-Impulses kommt. In SteamVR Tracking 2.0 wird dieses Hilfsmittel deshalb gestrichen. Die neuen Lighthouse-Basisstationen können die Information, in welcher Position der Laser sich aktuell befindet, durch Modulation im Laserstrahl selbst übertragen. Mit diesem „Sync on Beam“ gibt Valve das Tracking für mehr als zwei Basisstationen frei.

Neues Tracking braucht neue VR-Brillen

Um das neue Tracking nutzen zu können, müssen allerdings auch VR-Brillen und Controller damit zurecht kommen. Mit dem Application-Specific Integrated Circuit (ASIC) TS4231 von Triad (Datenblatt) stellt Valve zu diesem Zweck einen neuen Chip für jeden der eingesetzten Sensoren in Aussicht. Der Nachfolger des aktuell genutzten TS3633 soll zudem einfacher aufgebaut und deshalb günstiger sein. Ohne den Infrarotsender sollen auch die neuen Lighthouse-Stationen kleiner, günstiger und stromsparender ausfallen. Das hatte sich bereits abgezeichnet.

Der Umstieg auf das neue System kommt aber nicht ohne Kosten: Die neuen Lighthouse-Stationen werden nur noch mit VR-Brillen und Controllern zusammenarbeiten, die bereits über den neuen ASIC verfügen, denn der von alten Modellen wie der HTC Vive benötigte Infrarot-Impuls fehlt. Weil der neue ASIC wiederum weiterhin auch mit dem alten System umgehen kann, werden neue Endgeräte auch mit dem alten Trackingsystem funktionieren.

Neues Tracking im November 2017

Valve plant, die Validierung des neuen ASIC Ende Juni abschließen zu können, ab diesem Zeitpunkt sollten Partner nur noch auf den neuen Chip zurückgreifen. Die neuen Basisstationen sollen dann im November 2017 auf den Markt kommen. Details zu deren Fähigkeit im Alltag hat Valve noch nicht genannt.