Radeon RX Vega 64 & 56: Details und erste Benchmarks zu den Vega-Grafikkarten 2/3

Wolfgang Andermahr 1.417 Kommentare

Radeon Pack: Geld sparen beim weiteren Hardwarekauf

AMD möchte es Enthusiasten erleichtern, sich High-End-Komponenten abseits der Grafikkarte für den Rechner zuzulegen. Dies möchte man mit den so genannten „Radeon Packs“ erreichen, bei denen es sich um so etwas wie optional einlösbare Gutscheine handelt. Mit denen soll es dann FreeSync-Monitore, Ryzen-Prozessoren und ein dazugehöriges AM4-Mainboard günstiger geben.

Die Radeon Packs bieten einen maximalen Rabatt von 300 US-Dollar

Es gibt drei verschiedene Radeon Packs, je nachdem, welche Grafikkarte gekauft wird. Für die Radeon RX Vega 56 gibt es das Red Pack, das 499 US-Dollar kostet. Die Radeon RX Vega 64 Limited Edition erhält das Radeon Black Pack für 599 US-Dollar und die Radeon RX Vega 64 Liquid Edition das Radeon Aqua Pack. Alle Packs haben gemeinsam, dass es beim Kauf neben der Grafikkarte einen 200 US-Dollar-Rabat auf den 34 Zoll großen Curved-FreeSync-Monitor Samsung CF791 gibt und einen 100 US-Dollar-Rabatt beim Kauf eines Ryzen-7-Prozessors mitsamt AM4-Mainboard. Zudem liegen allen Bundles die Spiele Prey und Sniper Elite 4 bei.

Da sowohl Monitor als auch Prozessor sowie Mainboard jedoch einen hohen Aufpreis bedeuten, sind diese optional. Einzig die Spiele liegen beim Kauf immer bei und diese entsprechen derzeit in etwa dem Aufpreis der Bundles. Wer möchte, kann es dabei belassen. Alternativ kann man sich auch nur für den Monitor oder nur für die CPU und das Mainboard entscheiden. Oder eben das komplette Paket, mit dem sich 300 US-Dollar gegenüber dem regulären Preis sparen lassen. Der Gesamtwert des Pakets liegt dann bei 420 US-Dollar. Man muss sich beim Kauf der Grafikkarte entscheiden, welche Optionen man nutzen möchte.

Die Limited und die Liquid Edition gibt es nur mit einem Radeon Pack

Als einzelne Grafikkarte gibt es nur die Radeon RX Vega 56 und die Radeon RX Vega 64 in der „Black Edition“ zu kaufen. Die Radeon RX Vega 64 Limited Edition und die Radeon RX Vega 64 Liquid Edition gibt es dagegen nur mitsamt einem Radeon Pack. Euro-Preise oder welche Händler in Deutschland an der Aktion teilnehmen, sind noch unbekannt. In Zukunft sollen die Radeon Packs zudem ausgebaut werden. Andere Monitore stehen derzeit bei AMD in der Diskussion.

Einen Ausblick auf die Performance

Auch wenn AMD keine allzu detaillierten, eigens erstellten Benchmarks herausgegeben hat, macht es den Anschein, als wäre eine Radeon RX Vega 64 gleich auf bis etwas schneller als eine GeForce GTX 1080. An die GeForce GTX 1080 Ti scheint das neue AMD-Flaggschiff, zumindest im Durchschnitt, nicht heranzukommen.

AMD zeigt zwei verschiedene Testszenarien: Das erste umfasst einen FreeSync-Monitor mit einer FreeSync-Range von 48 Hz bis 100 Hz bei einer Ultrawide-Auflösung von 3.440 × 1.440, das zweite einen UHD-Monitor mit einer FreeSync-Range von 40 bis 60 Hz. Die Frage ist, ob es die Vega-Grafikkarte bei den Minimum-Frames in die FreeSync-Range für ein optimales Spielerlebnis schafft. Der Gegenspieler sind eine ältere Radeon R9 Fury X, die GeForce GTX 980 Ti und die aktuelle GeForce GTX 1080 – welches Modell genau, bleibt unklar. Vermutlich handelt es sich um eine Founders Edition.

Bei sechs getesteten Spielen schafft es nur die Radeon RX Vega 64, durchweg über 48 FPS zu liegen. Die GeForce GTX 1080 schafft dies ein Mal nicht, die Radeon R9 Fury X drei Mal und die GeForce GTX 980 Ti fünf Mal. Bei dem UHD-Monitor erreicht die Radeon RX Vega 64 immer die für FreeSync benötigten 40 FPS, die GeForce GTX 1080 schafft dies zwei Mal nicht.

Laut Benchmaks teils deutlich schneller oder langsamer als eine GTX 1080

AMD gibt für die Spiele auch genaue Messwerte an. Demnach schlägt die Radeon RX Vega 64 in Ultra HD die GeForce GTX 1080 in Battlefield 1 locker. Der Vorsprung beträgt gute 21 Prozent. In Call of Duty: Infinite Warfare ist die AMD-Grafikkarte gar mehr als doppelt so schnell – dort gibt es aber offenbar ein Problem für die Nvidia-Grafikkarte. In Civilization VI und Far Cry Primal gibt es einen Gleichstand, während die GeForce GTX 1080 in Hitman um neun Prozent und in Overwatch um zwölf Prozent schneller ist.

Ebenso interessant ist der Vergleich zur Radeon R9 Fury X. In Battlefield 1 ist die Radeon RX Vega 64 47 Prozent zügiger unterwegs, während es in Overwatch nur 19 Prozent sind. Offenbar gibt es in den Spielen also vielleicht noch Treiber-Limitierungen bei der neuen Architektur.

Per Treiber sollen noch größere Steigerungen möglich sein

Apropos Treiber: Laut AMD sollen durch neue Treiber deutlich größere Performanceverbesserungen möglich sein als mit der älteren GCN-Generation. Während diese ausgereizt sei, stehe man bei Vega erst am Anfang in der Entwicklung und es sei noch viel Potenzial vorhanden. Wie lange die Entwicklung dafür benötigt, bleibt aber unklar.

Auf der nächsten Seite: Wolfenstein 2 und Doom mit FP16