ARK: Survival Evolved: Anforderungen & Fehler trüben schöne Grafik

Wolfgang Andermahr 158 Kommentare
ARK: Survival Evolved: Anforderungen & Fehler trüben schöne Grafik

tl;dr: ARK: Survival Evolved hat den Modus Early Access verlassen und ist damit offiziell als fertiges Spiel erschienen. Technisch kann das Spiel mit einer (oft) schicken Grafik und der dichten Atmosphäre punkten. Die Performance ist aber immer noch schlecht und Grafikfehler gibt es im Minutentakt.

ARK hat seine Momente

Mehr als zwei Jahre hat es im Early-Access-Stadium gedauert, doch jetzt ist das Survival-Spiel ARK: Survival Evolved offiziell erschienen. Das Highlight des Spiels bleibt natürlich die Welt mit zahlreichen verschiedenen Dinosauriern, mit denen auch in den Kampf gezogen werden kann. Darüber hinaus hat ARK von Anfang an mit einer schicken Grafik punkten wollen, weshalb sich der Entwickler von Studio Wildcard die Unreal Engine 4 zur Basis genommen haben.

Und in der Tat kann ARK: Survival Evolved sehr gut aussehen. Die Kombination aus einer tropischen Insel mit vielen Bäumen, Strand, Wasser, Dinosauriern und schönem Wetter funktioniert wunderbar. Der Atmosphäre tut diese Kombination sehr gut und das Spiel schafft es, fast schon märchenähnliche Bilder auf den Monitor zu zaubern.

Probleme machen die Stimmung kaputt

Das geht allerdings immer nur solange auf, wie man in die richtige Richtung blickt – und sich dabei am besten kaum bewegt. Denn das Survival-Spiel kann nicht nur sehr schön, sondern auch sehr sehr fehlerhaft sein. Die Probleme sind technischer Natur und können sich teilweise sehen lassen.

Dinos, die an Bäumen hängen bleiben, Schatten, die aus dem Nichts auftauchen, Lensflare-Effekte ohne Sonne, Felsen, die ein schwarzes Farbrauschen aufweisen, Schatten, die ruckeln, und diverse weitere kuriose Sachen gibt es in ARK: Survival Evolved im Minutentakt zu bestaunen. Die extreme Sonne, die die Sichtweite immer mal wieder auf wenige Meter reduziert, haben die Entwickler zumindest mittlerweile per Update behoben (eine entsprechende Szene gibt es aber noch im folgenden Video).

Die schiere Masse an Grafikfehlern stört im Spiel sehr, denn irgendwas ist quasi immer irgendwie kaputt. Und wenn es mal keine Grafikfehler gibt, reicht es meist, 100 Meter weiter zu laufen. Das ist sehr schade. Denn die Grafik hat die Qualität, eins der Highlights von ARK: Survival Evolved zu sein. Wäre da nicht auch noch das Problem mit der Leistung.

Grafik-Preset bringen viel und ein wichtiger Trick

ARK: Survival Evolved bietet vier verschiedene Grafik-Presets, mit deren Hilfe schnell und einfach die Performance auf Kosten der Grafik nach oben geschraubt werden kann – oder eben anders herum. Es gibt die Stufen „Episch“, „Hoch“, „Mittel“ und „Niedrig“, wobei alle Einstellungen eins gemeinsam haben: Es liegt nicht die vermeintlich eingestellte Auflösung an. Selbst auf der höchsten Stufe nicht.

Auflösungsverhältnis = Upsampling

Denn das Spiel beherrscht Upsampling, das sich hinter der Option „Auflösungsverhältnis“ versteckt. Es gibt einen stufenlosen Slider, der jedoch nicht beschriftet ist. Und so ist völlig unklar, mit welcher Auflösung die Grafik wirklich berechnet wird.

Unabhängig von der gewünschten Grafikqualität ist es aber sowieso ratsam, das Upsampling immer komplett abzuschalten, auch bei der niedrigsten Detailstufe. Denn selbst beim Preset Episch ist der Verlust an Grafikqualität enorm. Es sollte lieber ein Preset herunter geschraubt werden, bevor man das Auflösungsverhältnis nutzt.

Wer von Episch auf das Preset Hoch herunter schaltet, muss allerdings bereits einen sichtbaren Qualitätsverlust in Kauf nehmen. Schon auf mittlerer Entfernung werden deutlich weniger Objekte dargestellt, auf größerer Entfernung gar noch weniger. Und auch die Schatten fallen nicht mehr ganz so weich aus. Während letzteres kein Problem ist, gehen die fehlenden Details auf Kosten der Atmosphäre.

Der Unterschied zwischen Hoch und Mittel fällt auf Screenshots dagegen deutlich kleiner aus. Es fehlen zwar noch einmal mehr Objekte, doch ist der Unterschied längst nicht mehr so groß. Auffälliger sind dagegen die Schatten, die jetzt ziemlich hart sind. Und die Umgebungsverdeckung fällt fast völlig weg. Das eigentliche Problem ist jedoch, dass die mittlere Einstellung ein extrem aggressives Level of Detail (LOD) nutzt und bei Bewegung alle Objekte aus dem Nichts vor einem auftauchen oder verschwinden. Das stört.

Im Preset „Niedrig“ erinnert ARK fast an Half-Life 1

Mit dem Preset Niedrig ist das Spiel dann nicht mehr wieder zu erkennen, es fehlt quasi alles. Lässt man dann noch Upsampling aktiv, erinnert ARK eher an Half-Life 1 als an ein modernes Spiel.

Die Presets haben also einen großen Einfluss auf die Bildqualität, bringen aber zumindest auch viel zusätzliche Performance. Wer anstatt Episch auch mit Hoch auskommt, gewinnt bei voller Auflösung auf einer Radeon RX Vega 64 52 Prozent und auf einer GeForce GTX 1080 50 Prozent mehr FPS. Die mittlere Stufe bringt dann zusätzliche 43 Prozent auf der AMD- und 37 Prozent auf der Nvidia-Grafikkarte. Es ist auffällig, dass die GeForce GTX 1080 bei einer weiteren Reduzierung ins CPU-Limit läuft und dann keine Leistung mehr hinzu gewinnen kann. Die Radeon RX Vega 64 zeigt dieses Phänomen nicht. Da der 3D-Beschleuniger in ARK: Survival Evolved aber überdurchschnittlich stark gefordert wird, wird das CPU-Limit automatisch später erreicht.

Die Kantenglättung funktioniert selbst in Ultra HD nicht gut

ARK: Survival Evolved stellt zahlreiche feine Objekte dar und flimmert ohne Kantenglättung extrem. Die Entwickler haben daher ein Post-Processing-Anti-Aliasing integriert, das es in den Stufen Episch, Hoch, Mittel und Niedrig gibt. Es sollte unabhängig vom System die höchste Stufe ausgewählt werden. Denn selbst diese kostet quasi keine Performance.

Allerdings ist die Wirkung der Kantenglättung auch nicht gut. Vor allem in niedrigen Auflösungen wie 1.920 × 1.080 flimmert die Umgebung bei jeder Bewegung enorm. Doch selbst in 3.840 × 2.160 flimmert das Spiel immer noch massiv. Aktuell lässt sich dies auch nicht beheben. Einzig noch höhere Auflösungen oder Downsampling könnten dagegen helfen.

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