Radeon RX Vega 64 Strix im Test: Asus Vorserie schlägt das Referenzdesign deutlich 2/3

Wolfgang Andermahr 749 Kommentare

Testergebnisse

Wie ComputerBase Grafikkarten testet, kann im Artikel „Grafikkarten: Benchmarks & Methodik“ nachgelesen werden. Ab April 2017 hat ComputerBase das Testverfahren deutlich abgeändert, um moderne Grafikkarten besser bewerten zu können. Ein Blick in den Artikel klärt die wesentlichen Fragen. Als Treiber wurde für Vega der 17.30.1051 (ein angepasster Crimson 17.7.2) genutzt.

Taktraten unter Last

Auch die Asus Radeon RX Vega 64 Strix ist so konfiguriert, dass sie in der Regel in ein Power Limit läuft und deshalb den maximal freigegebenen Takt reduziert. Dies lässt sich auch durch ein maximiertes Power Limit (+50 Prozent) nicht ändern, auch wenn der Takt dann nochmals leicht steigt.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (3.840 × 2.160) Maximaler Takt nach 10 Minuten
Asus Strix
Standard-BIOS
Maximaler Takt nach 10 Minuten
AMD-Referenzkarte
Standard-BIOS
Doom 1.460-1.485 MHz [PT] 1.395-1.420 MHz [PT]
Gears of War 4 1.480-1.510 MHz [PT] 1.410-1.450 MHz [PT]
Mass Effect: Andromeda 1.480-1.510 MHz [PT] 1.435-1.450 MHz [PT]
Rise of the Tomb Raider 1.495-1.510 MHz [PT] 1.430-1.460 MHz [PT]
The Witcher 3 1.452-1.470 MHz [PT] 1.390-1.415 MHz [PT]
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Mit den Standardeinstellungen ist 1.500 MHz ein guter Richtwert für die Grafikkarte. Den niedrigsten Takt gibt es in The Witcher 3. Dort arbeitet die GPU zwischen 1.452 MHz und 1.470 MHz. Der höchste Takt zeigt sich dagegen in Rise of the Tomb Raider mit 1.495 MHz bis 1.510 MHz. In den meisten Spielen liegt der Takt dazwischen. Damit liegt der Takt in allen Spielen etwas über dem Level der Referenzkarte der Radeon RX Vega 64. Ebenso wichtig dürfte allerdings sein: Die Strix von Asus hält den Takt sehr konstant und schwankt beim Spielen nur gering. Wird das Power Target auf 150 Prozent angehoben, sind 1.600 MHz ein guter Richtwert.

Benchmarks in Ultra HD

Die Asus Radeon RX Vega 64 Strix arbeitet in 3.840 × 2.160 im Durchschnitt neun Prozent schneller als das Referenzdesign, womit sie die GeForce GTX 1080 Founders Edition um sieben Prozent überholt und nur noch drei Prozent hinter einer von Haus aus übertakteten GeForce GTX 1080 zurück liegt. Mit den Standardeinstellungen ist die Grafikkarte damit nur noch minimal langsamer als eine voll ausgefahrene Referenzkarte mit maximiertem Power Target. Die Radeon RX Vega 64 Strix ohne Limit ist wiederum leicht schneller als die maximierte Referenzkarte unterwegs.

Bei den in 99th Percentile angegebenen Frametimes kann sich die Radeon RX Vega 64 Strix um acht Prozent von der Referenzkarte absetzen und liegt zwei Prozent hinter der voll ausgefahrenen Variante zurück. Damit liegt die Grafikkarte bei den Frametimes exakt auf dem Niveau einer von Haus aus übertakteten GeForce GTX 1080.

Lautstärke und Temperatur

Unter Last wird die Asus Radeon RX Vega 64 Strix nicht lauter als 37 Dezibel. Das ist so leise, dass die Grafikkarte beim Spielen in einem geschlossenen Gehäuse überhaupt nicht auffällt. Dies ist ein beachtliches Ergebnis, vor allem wenn man die abzuführende Leistungsaufnahme bedenkt.

Auch das eingebremste Referenzdesign ist mehr als doppelt so laut, vom maximierten Referenzdesign gar nicht erst zu sprechen. Die Radeon RX Vega 64 Strix ist letztendlich genauso laut wie gute werksübertaktete Modelle der GeForce GTX 1080 (mit kleinerem Kühler) oder wie die GeForce GTX 1080 Ti Strix mit demselben Kühler. Die Lüfter dürfen mit maximal 3.000 Umdrehungen in der Minute arbeiten. Dieser Wert wird aber zu keiner Zeit auch nur ansatzweise erreicht.

Kein störendes Spulenfiepen unter Last

Im Spielebetrieb fielen bei dem noch nicht finalen Modell keinerlei unangenehme elektronische Störgeräusche auf. Spulenfiepen stellte sich erst mit dreistelligen Frameraten ab 300 FPS ein. Da sich die Lüfter bei niedrigen Temperaturen abstellen, ist die Grafikkarte auf dem Windows-Desktop damit unhörbar.

Die Temperaturen bleiben (knapp) unter 80 Grad

Nach einer etwa 30 minütigen Lastphase in The Witcher 3 heizt sich die Vega-10-GPU der Radeon RX Vega 64 Strix auf 79 Grad Celsius auf. Das passt zu dem konfigurierten Temperature Target von 78 Grad, an dem sich die Lüftersteuerung ausrichtet. Ab 85 Grad Celsius taktet sich die GPU herunter. Damit gibt es nur einen kleinen Spielraum zum Anheben der Zieltemperatur um die Lüfterdrehzahl zu reduzieren. Das ist aber auch nicht notwendig.

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