HP Z VR Backpack: HP nimmt Virtual Reality mit Business-Produkten ernst

Michael Günsch 15 Kommentare
HP Z VR Backpack: HP nimmt Virtual Reality mit Business-Produkten ernst
Bild: HP

Schon mit dem VR-Backpack der Serie Omen X für Spieler hat HP gezeigt, dass das Unternehmen das Thema Virtual Reality verfolgt. Künftig geht es mit Business-Produkten wie der VR-Backpack-Workstation, VR Immersion Centers sowie der HTC Vive Business Edition im wahrsten Sinne des Wortes ernster zu.

Laut HP machen Spiele derzeit etwa 76 Prozent der VR-Inhalte aus. Dennoch sieht das Unternehmen im kommerziellen Sektor mit Business-Kunden noch größere Chancen für die VR-Technik.

Vom Einsatz in Showrooms zur besseren Präsentation von Produkten, über effizientere und günstigere Lehrmethoden per Simulation bis zum beschleunigten Produktdesign vom Entwurf zum Prototypen – das Potenzial von Virtual Reality ist groß. Als konkrete Einsatzbeispiele nennt HP die Design-Entwicklung von Gebäuden oder Autos, Trainingsprogramme für Soldaten oder First Responder, oder aber den medizinischen Bereich mit realistischen Simulationen für Chirurgen.

HP Z VR Backpack

Als neues VR-Produkt kündigt HP im Rahmen der Siggraph die „HP Z VR Backpack“-Workstation an. Der Hersteller wirbt mit dem „leistungsstärksten tragbaren PC für VR“. In dem flachen Gehäuse steckt eine CPU der siebten Generation Intel Core i7 vPro. In Kombination mit einer völlig neuen Nvidia Quadro P5200 (Pascal) als GPU mit 16 GByte Speicher soll die versprochen hohe Leistung „ohne Drosseln“ CPU oder GPU möglich werden. Geplant sind drei Varianten des VR-“Rucksacks“, die sich bei Storage und RAM (max. 32 GB) unterscheiden, CPU und GPU sollen dagegen immer gleich sein.

HP Z VR Backpack
HP Z VR Backpack (Bild: HP)

HP verspricht, dass an den Backpack angeschlossene VR-Headsets mit der maximalen Bildrate arbeiten können. Die Stromversorgung übernehmen zwei Akkus, die in das Tragegestell (Harness) integriert sind. Per Hot-Swap-Unterstützung soll ein nahtloser Akkuwechsel ohne Unterbrechung des Betriebs möglich sein. Die Akkulaufzeit wird mit etwa einer Stunde bis zu 1,5 Stunden angegeben. Innerhalb einer Stunde Ladezeit soll ein Akku wieder 80 Prozent Energiekapazität erlangen.

HP Z VR Backpack
HP Z VR Backpack (Bild: HP)
HP Z VR Backpack + Docking Station
HP Z VR Backpack + Docking Station (Bild: HP)

Das Gesamtgewicht für PC-Einheit, Harness und Akkus soll etwas über 10 Pfund (rund 4,5 kg) liegen – das Consumer-Pendant HP Omen X PC Pack ist ähnlich schwer. Die Äußerung des HP-Sprechers, „ich merke nicht einmal, dass ich es aufhabe“, gilt es allerdings kritisch zu hinterfragen. Damit der Rücken nicht zu sehr schwitzt, soll die Abwärme seitlich entweichen. Genaue Details zum Kühlsystem liegen nicht vor, doch handelt es sich um eine aktive Kühlung mit einer Lautstärke von „weniger als 42 Dezibel bei extremer Last“.

Per Dockingstation wird das Backpack zum Desktop-PC

Der VR Backpack lässt sich auch in der passenden Dockingstation betreiben, die den tragbaren PC praktisch in eine Desktop-Workstation mit mehr Anschlüssen, inklusive DisplayPort, HDMI, USB und Ethernet sowie dauerhafter Stromversorgung verwandelt. Entwickler erhalten somit die Möglichkeit, stationär VR-Anwendungen zu entwerfen und mobil die Anwendungen in der Praxis zu erfahren.

Ein ausführliches Datenblatt liegt zur Stunde nicht vor. Die Rede ist weiterhin von WLAN (802.11ac) und Windows 10 Pro. Der Startpreis liegt bei 3.299 US-Dollar und die Verfügbarkeit soll Ende September gegeben sein. Auf der Siggraph sollen Backpacks zum Ausprobieren bereitstehen. Nachtrag: Mit dem Fall des NDA hat HP eine Produktseite und ein Datenblatt (PDF) veröffentlicht.

VR Immersion Centers

HP will seinen Geschäftskunden das Thema Virtual Reality vor Ort näherbringen und errichtet daher weltweit 13 sogenannte VR Immersion Centers. Davon sind fünf in Europa (auch Deutschland), vier in Amerika und vier in der Region Asien-Pazifik geplant. Ende September soll ein Großteil der Standorte mit VR-Ausrüstung fertiggestellt sein.

VR Immersion Centers
VR Immersion Centers (Bild: HP)

HTC Vive Business Edition

Ein eigenes VR-Headset (Head-Mounted-Display) hat HP nicht entwickelt. Stattdessen greift das Unternehmen auf das angeblich meistverkaufte VR-HMD in Form der HTC Vive zurück und bringt dieses in Kooperation mit HTC als Vive Business Edition auf den Markt. Die Verfügbarkeit ist ebenfalls für September sowie als Bundle mit den Backpacks geplant.

HTC Vive Business Edition
HTC Vive Business Edition (Bild: HP)

Im Lauf des Jahres soll auch das zuvor angekündigte HP Windows Mixed Reality Headset den Markt erreichen, dessen Technik von Microsoft stammt.

Community-Projekt: Virtuelle Marskolonie

Mit Unterstützung von Autodesk, HTC, Nvidia, Technicolor und Unreal Engine plant HP außerdem ein VR-Projekt für Entwickler, Ingenieure, aber auch Studenten und schlicht Interessierte namens Mars Home Planet. Wie der Name schon andeutet, dreht sich das Community-Projekt um eine virtuelle Siedlung auf dem Mars, die als neue Heimat für eine Million Menschen dienen soll. Die Teilnehmer sollen praktisch eine Marskolonie in VR selbst entwerfen und erleben. Zunächst gilt es, Konzepte zu entwickeln. Später werden mit der Autodesk-Software Modelle von Gebäuden oder Vehikeln erstellt, die letztlich in der Unreal Engine gerendert werden.