Grafikkarten: Preise für Videospeicher im August um 30 % gestiegen

Michael Günsch 66 Kommentare
Grafikkarten: Preise für Videospeicher im August um 30 % gestiegen
Bild: Samsung

Die DRAM-Knappheit sorgt indirekt für steigende Preise bei Videospeicher für Grafikkarten. Wie DigiTimes berichtet, sind die Preise für „VGA RAM“ im August um 30,8 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Eine Ursache sei, dass die führenden Hersteller Samsung und SK Hynix Produktionskapazitäten für anderen RAM nutzen.

Demnach hätten die Hersteller mehr Kapazitäten der Herstellung von DRAM für Server und Mobilgeräte zugewiesen, um der anhaltenden Knappheit an dieser Front zu begegnen. Dies sorge wiederum für Engpässe und steigende Preise bei VRAM für Grafikkarten. Quellen aus Zuliefererkreisen sollen sogar davon ausgehen, dass die Preise im September weiter anziehen. Die Knappheit werde Hersteller von Grafikkarten und Gaming-Notebooks vor „eine große Herausforderung“ stellen, heißt es weiter.

Die führenden DRAM-Hersteller Samsung, SK Hynix und Micron hatten bereits im Herbst Teile der PC-DRAM-Fertigung neu zugeordnet, um stattdessen Server- und Mobile-DRAM mit extrem hoher Nachfrage zu fertigen. Dies sorgte für Engpässe und weiter steigende Preise bei Arbeitsspeicher für PCs, die im zweiten Quartal neue Höchstwerte erreichten. Das gleiche Schicksal könnte nun den Videospeicher ereilen, bei dem Samsung 55 Prozent Marktanteil besitzt – SK Hynix kommt auf 35 Prozent und Micron auf 10 Prozent.

Schwere Zeiten für Grafikkartenkäufer

Nachdem der Mining-Boom die Preise bestimmter Grafikkartenmodelle in ungeahnte Höhen schnellen ließ, droht nun ein weiterer Preistreiber in Form des verteuerten VRAM. Unklar ist inwieweit die Produktion des ohnehin teureren HBM-Speichers für High-End-Grafikkarten wie die Radeon RX Vega 64 (Test) betroffen ist. Samsung hatte im Juli eine Aufstockung der HBM-2-Produktion aufgrund hoher Nachfrage angekündigt, was letztlich die Versorgung verbessern sollte. Auch SK Hynix stellt HBM2 her, während sich Micron exklusiv auf GDDR5X konzentriert. Mit GDDR6 steht bei allen Herstellern der Nachfolger von GDDR5 in den Startlöchern, der im kommenden Jahr den Markt erreichen soll.