C.B250A-BTC Plus V20: 48,5 cm langes Mining-Board für 8 Dual-Slot-Grafikkarten

Michael Günsch 40 Kommentare
C.B250A-BTC Plus V20: 48,5 cm langes Mining-Board für 8 Dual-Slot-Grafikkarten
Bild: Colorful

Bei der Gestaltung von Mainboards zum Schürfen von Kryptowährungen mittels GPU-Leistung zeigen sich Hersteller kreativ. Gänzlich abseits der Norm bewegt sich Colorful mit dem Modell C.B250A-BTC Plus V20: Das Intel-Mainboard bietet Platz für acht Dual-Slot-Grafikkarten untereinander und ist dabei fast einen halben Meter lang.

Lang und schmal, jenseits der Norm

Während ein herkömmliches ATX-Mainboard 30,5 × 24,4 cm misst, betragen die Abmessungen des C.B250A-BTC Plus V20 ungewöhnliche 48,5 × 19,5 cm. Das besonders lange und schmale Format entspricht somit keinem der bekannten Mainboard-Standards. Das muss es auch nicht unbedingt, denn in großen Mining-Farmen wird oft auf Gehäuse oder Server-Schränke verzichtet.

C.B250A-BTC PLUS V20
C.B250A-BTC PLUS V20
C.B250A-BTC PLUS V20
C.B250A-BTC PLUS V20 (Bild: Colorful)

Die lange Bauweise wird durch die acht PCIe-x16-Slots bestimmt. Denn diese sind mit großem Abstand voneinander angeordnet, sodass eine direkte Vollbestückung mit acht Dual-Slot-Grafikkarten ohne Riser-Cards möglich wird. Mit dem Sockel LGA 1151 und dem B250-Chipsatz für Intels Mainstream-CPUs wird schnell klar, dass die x16-Ausführung der Slots nur physischer Natur ist. Vollständig mit 16 PCIe-Lanes verdrahtet ist dabei nämlich nur ein Steckplatz, die restlichen sieben sind elektrisch als PCIe x1 ausgeführt, was für GPU-Mining genügt.

Ausstattung zweckmäßig spartanisch

Die sonstige Ausstattung fällt mit nur einem DDR4-Slot für SO-DIMMs, nur einem SATA-Port, einem mSATA-Steckplatz, HDMI und USB 2.0 gegenüber herkömmlichen Desktop-Mainboards spartanisch aus. Der RJ45-Anschluss bietet Gigabit-Ethernet vom Chipsatz.

Stromversorgung ebenso ungewöhnlich

Wiederum üppig und zugleich ungewöhnlich fällt die Stromversorgung aus. An der rechten sowie der unteren Kante sind jeweils acht 6-Pin-PCIe-Stromanschlüsse platziert. Somit stehen jedem PCIe-Slot zwei 6-Pin-Buchsen und somit zweimal 75 Watt zusätzliche Stromzufuhr zur Verfügung. Auffällig ist zudem, dass kein herkömmlicher ATX-Hauptstromanschluss mit 24 Pins vorhanden ist. Erkennbar ist lediglich eine 4-Pin-Buchse an der Oberseite. Passend dazu zeigten Hersteller auf der Computex spezielle Netzteile für Mining-Systeme, die ihrerseits keinen 24-Pin-Stecker, sondern lediglich einen 12-Volt-Ausgang mit 4 Pins besitzen.

Zu Preis und Verfügbarkeit des C.B250A-BTC Plus V20 liegen keine Informationen vor.

Andere Lösungen setzen auf PCIe-x1-Armada

Das Colorful-Mainboard sticht mit dem eigenwilligen Format selbst unter den Mining-Exoten noch hervor. Andere Hersteller wie ASRock, Asus und Biostar setzten bisher stattdessen auf etablierte Formate und besonders viele kleine PCIe-Ports. Auf die Spitze hat es jüngst Asus mit dem Modell B250 Mining Expert getrieben: Die achtzehn kurzen PCIe-x1-Ports sind dicht bei dicht in Dreierreihen angeordnet. Grafikkarten müssen hier über Adapter angeschlossen werden, da auf dem Mainboard kein Platz ist.

Asus B250 Mining Expert
Asus B250 Mining Expert (Bild: Asus)