Kinox.to: Einer der mutmaßlichen Betreiber ist in Haft

Andreas Frischholz 62 Kommentare
Kinox.to: Einer der mutmaßlichen Betreiber ist in Haft

Einer der mutmaßlichen Kinox.to-Betreiber ist in Haft. Drei Jahre lang war Kreshnik S. untergetaucht, nun hat er sich im Kosovo den Behörden gestellt, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden laut einem Bericht des Handelsblatts. Aktuell befindet er sich in Auslieferungshaft.

Geflohen war Kreshnik S. zusammen mit seinem Bruder, als deutsche Behörden im Herbst 2014 eine bundesweite Razzia durchführten, um die Betreiber des illegalen Streaming-Portals Kinox.to zu verhaften. Die Vorwürfe reichen aber noch weiter. Verdächtigt werden sie außerdem noch, Filehoster wie Bitshare und Freakshare sowie das ebenfalls illegale Streaming-Portal movi4k.to betrieben zu haben.

Die Brüder stellten demnach also die komplette Infrastruktur bereit, um rechtlich geschützte Filme und Serien illegal im Netz zu verbreiten. Einnahmen erzielten sie durch Werbung und Abo-Erlöse.

Der Bruder ist als zweiter Verdächtiger immer noch auf der Flucht

Während sein Bruder immer noch auf der Flucht ist, soll sich Kreshnik S. schon im Juli den Behörden gestellt haben. So erklärt Oberstaatsanwalt Oliver Möller dem Handelsblatt: „Die Festnahme erfolgte nach Mitteilung der kosovarischen Behörden am 12. Juli 2017 in Pristina vor der deutschen Botschaft.“ Sobald der Verdächtige nach Deutschland überführt wird, droht ihm eine langjährige Haftstrafe. Die Anklagepunkte umfassen neben gewerbsmäßiger Urheberrechtsverletzung und Steuerhinterziehung zusätzlich noch räuberische Erpressung, Nötigung sowie Brandstiftung.

Einer der Mitarbeiter von Kinox.to, den Behörden im Herbst 2014 festgenommen hatten, wurde bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das illegale Streaming-Portal selbst ist derweil noch online, weil die Server im Ausland stehen und die Behörden keine Zugangsdaten haben.

Kinox.to ist der Nachfolger des illegalen Streaming-Portals Kino.to, das 2011 geschlossen wurde. Einige der Verantwortlichen haben ebenfalls mehrjährige Haftstrafen kassiert.