Adata XPG SX6000: NVMe-SSD mit 1.000 MB/s und kaum teurer als SATA

Michael Günsch 54 Kommentare
Adata XPG SX6000: NVMe-SSD mit 1.000 MB/s und kaum teurer als SATA
Bild: Adata

Bereits zur Computex ein Gast, kommt die PCIe-SSD Adata SX6000 nun auf den Markt. Als Einstiegsmodell mit PCIe 3.0 x2 und NVMe erreicht die M.2-SSD in der Spitze 1.000 MB/s beim Lesen und 800 MB/s beim Schreiben. SATA-SSDs werden damit deutlich übertroffen, dabei ist der Preis kaum höher.

Kaum teurer als SATA-SSDs ...

Zwar liegt noch keine Preisempfehlung für den deutschen Markt vor, doch deuten Berichte aus den USA und Großbritannien auf einen regelrechten Kampfpreis der Adata SX6000 hin. So soll die PCIe-SSD in den USA lediglich 50 (128 GB), 85 (256 GB) und 145 US-Dollar (512 GB) kosten – dies ist kaum mehr als bei SATA-SSDs mit gleichen Kapazitäten. Für Großbritannien werden 59 (128 GB) und 89 (256 GB) Britische Pfund genannt, dies sind umgerechnet rund 67 und 100 Euro. Zum später folgenden 1-TB-Modell gibt es noch keine Preisangaben.

In der englischen Pressemitteilung spricht Adata von einem Aufpreis von weniger als 10 Prozent gegenüber SATA-SSDs. Nimmt man die aktuellen Mindestpreise im Preisvergleich als Maßstab und rechnet 10 Prozent hinzu, würden sich knapp 60 Euro für 128 GB, rund 90 Euro für 256 GB und etwa 150 Euro für 512 GB ergeben. Ein Preisniveau auf Höhe der Intel SSD 600p (Test) zeichnet sich ab.

... aber bis zu 80 Prozent schneller

Für den geringen Aufpreis bietet die SX6000 eine hohe Mehrleistung. Statt maximal 560 MB/s bei SATA-SSDs sind es bis zu 1.000 MB/s und somit fast 80 Prozent mehr beim sequenziellen Lesen. Beim Schreiben schaffen schnelle SATA-SSDs rund 520 MB/s, hier würden 800 MB/s immer noch ein Plus von über 50 Prozent bedeuten. Auch bei den IOPS kann die SX6000 ab 256 GB mehr bieten als die SATA-Oberklasse, doch ist der Vorsprung gering. Das 128-GB-Modell mit entsprechend wenig Speicherchips tanzt bei der Leistung deutlich aus der Reihe und bietet mit nur 730 MB/s beim Lesen und 660 MB/s beim Schreiben einen geringeren Leistungsvorteil.

Leistung und TBW der Adata XPG SX6000 laut Hersteller
Leistung und TBW der Adata XPG SX6000 laut Hersteller (Bild: Adata)

Realtek-Controller und 3D-TLC-Flash

Die SX6000 wird ausschließlich im M.2-Formfaktor mit 80 mm Länge angeboten. Als Controller kommt der noch relativ unbekannte Realtek RTS5760 zum Einsatz. Dieser bietet vier NAND-Channel und unterstützt neben PCIe 3.0 x2 und NVMe 1.2 auch einen DRAM-Cache und SLC-Caching – beide Funktionen finden bei der SX6000 Verwendung. Somit könnten die angegebenen Schreibraten nur bis zu einer gewissen Transfergröße gelten, Details zum SLC-Cache der SX6000 sowie den DRAM-Größen liegen aber noch nicht vor. Beim Speicher handelt es sich um 3D-TLC-NAND, der sehr wahrscheinlich von Micron stammt.

Adata XPG SX6000
Adata XPG SX6000 (Bild: Adata)

Kombiniert mit einer fünfjährigen Garantie und für die Einstiegsklasse beachtlichen TBW-Werten von 75 bis 600 Terabyte klingt die SX6000 auf den ersten Blick nach einem guten Angebot für NVMe-Einsteiger. Tests werden zeigen müssen, ob dem so ist und auch ob sich das Schreiben nach dem Cache als Achillesferse entpuppt. Wann der Marktstart in Deutschland erfolgt, ist noch nicht bekannt. Zum Lieferumfang gehört auch ein flacher Kühlkörper, ähnlich wie er bei der Plextor M8PeG (Test) verwendet wird.

Die SX6000 erweitert Adatas aktuelles Portfolio an PCIe-SSDs, das zudem die Modelle SX7000, SX8000 und SX9000 umfasst.