Xbox One X im Test: 6 TFLOPS Grafikpower für UHD und HDR 2/2

Frank Hüber 544 Kommentare

Spielen auf einem Full-HD-Fernseher

Auf HD-Fernsehern rendert die Xbox One X für sie verbesserte Spiele intern ebenfalls in UHD-Auflösung, was einer Fullscreen-Kantenglättung gleichkommt und Besitzern älterer Fernseher ebenfalls einen sichtbaren Qualitätsgewinn verspricht. Allerdings können Spiele-Entwickler hiervon auch abweichen und statt auf eine höhere Auflösung auf zusätzliche Grafikqualität oder mehr Bilder pro Sekunde setzen. Wie im nachfolgenden Fall ist theoretisch sogar beides möglich, wenn der Entwickler dem Spieler die Wahl lassen möchte, was ihm wichtiger ist – bessere Grafik oder mehr FPS.

Gears of War 4

Auch im Vergleich zwischen der Xbox One X (Grafik-Modus) und Xbox One auf einem Full-HD-Fernseher ist die grafische Überlegenheit durch die Anpassungen für Xbox One X sofort erkennbar. Die hochauflösenderen Texturen stechen ebenso ins Auge wie auch die höheren Details der Vegetation und entfernter, feiner Objekte.

Wie bereits im ersten Abschnitt zu Gears of War 4 erwähnt, profitieren auch Spieler ohne UHD-Fernseher von der höheren Rechenleistung der Xbox One X, indem sie wahlweise eine bessere Grafik durch eine höhere interne Auflösung und zusätzliche Effekte (Grafik-Modus) oder mehr Bilder pro Sekunde mit ausgewählten zusätzlichen Effekten (Performance-Modus) auswählen können.

ComputerBase hat beide Modi getestet und verglichen. Subjektiv sieht der Modus „Grafik“ auf einem Full-HD-Fernseher deutlich besser aus als der „Performance“-Modus. Die höhere Bildwiederholrate von bis zu 60 FPS unter „Performance“ spielte in den von ComputerBase getesteten Szenen dabei eine deutlich kleinere Rolle als die grafischen Verbesserungen im Modus „Grafik“, da auch bei dieser Einstellung stets ein flüssiges Spielen möglich war. Von Vorteil ist zudem, dass der Spieler sich nicht dauerhaft festlegen muss, sondern den Grafikmodus nach Belieben je nach Spielszene ändern kann. Zwischen Xbox One X im Modus „Performance“ und Xbox One lassen sich so gut wie keine grafischen Unterschiede ausmachen.

Lautstärke Xbox One vs. One X vs. PS4 Pro

Die Lautstärke der Xbox One X überzeugt. Bei Wiedergabe des Startbildschirms ist sie mit 30 Dezibel die leiseste der vier verglichenen Konsolen. Auch Gears of War 4 lässt die Lüfter der Xbox One X nicht übermäßig aufdrehen, so dass mit lediglich 32,5 Dezibel auch in diesem Fall zusammen mit der ersten Generation der Xbox One das niedrigste Ergebnis verzeichnet werden kann. Gerade im Vergleich zur PlayStation 4 und PlayStation 4 Pro erzielt die Xbox One X angesichts der gebotenen Leistung sehr gute Werte.

Lautstärke
Angaben in dB(A)
  • Startbildschirm:
    • Xbox One X
      30,0
    • PlayStation 4 Pro
      31,0
    • Xbox One
      32,0
    • PlayStation 4
      33,0
  • Blu-ray-Wiedergabe:
    • PlayStation 4
      35,0
    • PlayStation 4 Pro
      35,0
    • Xbox One X
      35,0
    • Xbox One
      36,0
  • Spiel (Full HD):
    • Xbox One
      32,5
    • Xbox One X
      32,5
    • PlayStation 4 Pro
      37,5
    • PlayStation 4
      39,0
  • Spiel (Ultra HD):
    • PlayStation 4
      0,0
      Hinweis: Nicht möglich
    • Xbox One
      0,0
      Hinweis: Nicht möglich
    • Xbox One X
      32,5
    • PlayStation 4 Pro
      37,5

Am lautesten ist auch die Xbox One X bei der Wiedergabe einer (UHD-)Blu-ray, was jedoch nicht am Lüfter, sondern dem Laufwerk liegt. Dies ist ebenso wie bei den anderen Konsolen die lauteste Komponenten und sorgt bei allen Modellen für eine Lautstärke von rund 35 Dezibel.

Leistungsaufnahme

Die Leistungsaufnahme der Xbox One X liegt im erwarteten Rahmen. Einen Höchstwert im Vergleich zur PlayStation 4 Pro und Xbox One erzielt sie lediglich beim Spielen von Gears of War 4 in Ultra HD mit 198 Watt. Die Leistungsaufnahme schwankt in diesem Spiel zwischen 150 und 198 Watt, wobei sie typischerweise bei circa 180 Watt liegt.

Bei der Nutzung der Xbox One X an einem Full-HD-Fernseher hängt es wiederum von den Grafikverbesserungen ab, wie hoch die Leistungsaufnahme ausfällt. Wird bei Gears of War 4 beispielsweise der Modus „Grafik“ gewählt, liegt auch die Leistungsaufnahme auf dem Niveau der UHD-Wiedergabe, weil intern weiterhin in UHD gerendert wird. Erst wenn auf „Performance“ gestellt wird, sinkt mit der Grafikqualität auch die Leistungsaufnahme, die dann höherer FPS mit 147 Watt aber immer noch über der Leistungsaufnahme der Xbox One von 108 Watt liegt. Die Xbox One X und PlayStation 4 Pro schenken sich in dieser Hinsicht so gut wie nichts.

Leistungsaufnahme
Angaben in Watt (W)
  • Startbildschirm:
    • Xbox One
      44
    • Xbox One X
      52
    • PlayStation 4 Pro
      60
    • PlayStation 4
      70
  • Blu-ray-Wiedergabe:
    • Xbox One
      56
    • Xbox One X
      57
    • PlayStation 4 Pro
      59
    • PlayStation 4
      84
  • UHD-Blu-ray-Wiedergabe:
    • PlayStation 4
      0
      Hinweis: Nicht möglich
    • PlayStation 4 Pro
      0
      Hinweis: Nicht möglich
    • Xbox One
      0
      Hinweis: Nicht möglich
    • Xbox One X
      60
  • Spiel (Full HD):
    • Xbox One
      108
    • PlayStation 4
      138
    • Xbox One X
      147
    • PlayStation 4 Pro
      153
  • Spiel (Ultra HD):
    • PlayStation 4
      0
      Hinweis: Nicht möglich
    • Xbox One
      0
      Hinweis: Nicht möglich
    • PlayStation 4 Pro
      154
    • Xbox One X
      198

Die Blu-ray- und UHD-Blu-ray-Wiedergabe liegt mit 57 beziehungsweise 60 Watt im Rahmen, was auch daran liegt, dass für die Aufgabe ein Unified Video Decoder zum Einsatz kommt, wie ihn AMD zum Beispiel auch auf den Polaris-GPUs einsetzt.

Fazit

Das Fazit zur PlayStation 4 Pro fiel bei einem Preisunterschied von lediglich 100 Euro zwischen PS4 Pro und PS4 eindeutig aus: „Wer neu kauft, kauft Pro“.

Die Xbox One X kostet das 2,5-Fache der Xbox One

Zwischen der Xbox One und Xbox One X liegen preislich jedoch deutlichere Unterschiede. Die Xbox One S ist derzeit bereits für rund 200 Euro erhältlich, die Xbox One X kostet zum Start hingegen 499 Euro – das 2,5-fache.

Die Xbox One X mit 6 TFLOPS Leistung im Test
Die Xbox One X mit 6 TFLOPS Leistung im Test

UHD, HDR und keine Xbox One: Xbox One X kaufen

Wer einen UHD-Fernseher besitzt, der im besten Fall auch noch HDR unterstützt, und bislang keine Xbox One besitzt, sollte trotzdem zur Xbox One X greifen. Der grafische Unterschied ist bei Spielen, die auf die deutlich höhere Leistung der Xbox One X optimiert wurde, eklatant und sofort sichtbar. Gerade HDR erweist sich dabei erneut und wie schon bei der PlayStation 4 Pro als eigentliches Highlight. Denn ohne HDR sehen die Farben deutlich schlechter und ausgewaschener aus. Für die im Test aufgenommenen Videos musste HDR allerdings deaktiviert werden, da es sonst zu einer falschen Darstellung bei Displays kommt, die kein HDR beherrschen.

FHD und Xbox One: noch kein Upgrade

Wer einen Full-HD-Fernseher besitzt und bereits eine Xbox One, sollte zumindest abwarten, bis die Xbox One X günstiger wird und weitere, relevante Titel signifikante grafische Verbesserungen aufweisen – zum Start sind es noch überraschend wenige. Wer überhaupt nur gelegentlich an der Konsole spielt, greift auch zur Xbox One oder eher zur PlayStation 4 Pro, die derzeit für rund 370 Euro zu haben ist.

FHD und noch keine Xbox One: das Geld entscheidet

Wer einen Full-HD-Fernseher aber noch keine Xbox One besitzt, diese aber kaufen möchte, der muss es schlussendlich vom Geld abhängig machen, ob es die Xbox One S oder Xbox One X wird. Spielt das Geld dabei keine Rolle, sollte immer zur Xbox One X gegriffen werden: Einerseits, weil sie der Xbox One in Leistung, FPS und/oder Grafik überlegen ist, andererseits, weil sie mit UHD-Blu-ray-Laufwerk – wie die Xbox One S – und mehr Rechenleistung für kommende Spiele die sicherere Wahl für die Zukunft ist, in der vielleicht auch noch ein UHD-Fernseher angeschafft wird.

PlayStation 4 Pro oder Xbox One X?

Die Frage, ob zur Microsoft Xbox One X oder Sony PlayStation 4 Pro gegriffen werden sollte, sollte schlussendlich davon abhängig gemacht werden, welche exklusiven Spiele der jeweiligen Plattform persönlich einen stärkeren Reiz auslösen.

Weitere Grafikvergleiche folgen

Auf die grafische Unterschiede zwischen PlayStation 4 Pro und Xbox One X und PC und Xbox One X wird ComputerBase in der nächsten Woche noch genauer eingehen, wenn Spiele, die auf mindestens zwei der drei Plattformen verfügbar sind, ein Update erhalte haben. Geplant sind unter anderem Grafikvergleiche zu Assassin's Creed: Origins, Quantum Break, Forza Motorsport 7 und Call of Duty: WWII.

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