Im Test vor 15 Jahren: Acrylglas-Tower-Bausatz stellte Hardware zur Schau

Robert McHardy 52 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Acrylglas-Tower-Bausatz stellte Hardware zur Schau

tl;dr: Der „Acrylgehäusebausatz“ von Listan für 200 Euro war sicher nicht für jedermann geeignet: Ein Gehäuse komplett aus Acrylglas, das auch noch selbst zusammengebaut werden muss, suchte Liebhaber und Bastler. Dafür konnten Besitzer des Gehäuses auf Messen und LAN-Partys ordentlich protzen, sofern der Innenraum das hergab.

Ein Selfmade-Gehäuse

Der Lieferumfang des Bausatzes umfasste die einzelnen Acrylglas-Platten, die für den Zusammenbau notwendigen Schrauben, Laufwerks- und Slotblenden, einen Lautsprecher, Ein/Aus- und Reset-Schalter sowie eine Standard-ATX-Blende für die Mainboard-Anschlüsse. Die Scheiben für Deckel und rechte Seitenwand sowie die Laufwerksblenden besaßen eine blau-transparente Färbung, während der Rest komplett farblos klar ausgeführt war. Für den Zusammenbau legte der Hersteller neben einer aus vier losen Blättern bestehenden Montageanleitung ein paar Baumwollhandschuhe zur Vermeidung von Fingerabdrücken bei.

Der Zusammenbau gestaltete sich im Test vor 15 Jahren unkompliziert. Für die Verschraubung des Gehäuses waren an den Acrylglas-Platten jeweils kleine durchsichtige Acryl-Würfel mit einem Gewinde angebracht. Um ein Verrutschen des Gehäuses zu verhindern, wurden Standfüße mit Gummibelag mittels doppelseitigem Klebeband angebracht. Aufgebaut brachte es das Gehäuse auf 475 × 220 × 440 mm (L×B×H) und ein Gewicht von etwas über sieben Kilogramm auf die Waage. Dabei wurde Platz für vier 5,25-Zoll-, zwei 3,5-Zoll- und fünf 2,5-Zoll-Laufwerke geboten.

Vorsicht beim Einbau: Arcylglas ist empfindlich

Vorsicht musste beim Einbau der PC-Komponenten in das Gehäuse geboten werden. Hier musste darauf geachtete werden, das empfindliche Material nicht durch Kanten an Mainboard, Netzteil oder Laufwerken zu zerkratzen. Im Test erwies sich zudem der Ausschnitt für das Netzteil als problematisch: Das verwendete Leadman-400-Watt-Netzteil war zu groß respektive die Öffnung zu klein, sodass es nur provisorisch verschraubt werden konnte. Insgesamt dauerte der Aufbau des Gehäuses inklusive Einbau der Komponenten im Test rund zwei Stunden – für Ungeduldige war der Bausatz dementsprechend nicht geeignet.

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Im Betrieb fiel auf, dass die Vibrationen der verbauten Gehäuselüfter zwar spürbar waren, wenn eine Hand auf das Gehäuse gelegt wurde, aber durch die Gummifüße effektiv gedämpft und nicht hörbar waren. Wer sich für den Gehäusebausatz entschied, dem musste damals auch klar sein, dass nur eingeschränkte Modding-Optionen für Normalanwender bestanden. Werkzeuge, um das empfindliche Acrylglas zu bearbeiten, hatten nur die wenigsten. Zudem entfielen auch Optionen wie der Einbau von Dämm-Matten. Über den Einbau von Kaltlichtkathoden konnte aber eine eindrucksvolle Beleuchtung erreicht werden.

Der Test-PC war keine Augenweide

Auch vor 15 Jahren gab es schon ansehnliche Show-PCs, sie waren aber selten. Und das von ComputerBase genutzte Testsystem gehört garantiert nicht dazu. Schlecht zu verlegende IDE-Flachbandkabel in Mausgrau, nicht ummantelte Kabel am Netzteil und ein wirrer Farbmix der Platinen ließen den Aha-Effekt am Ende klein ausfallen.

Gehäuse bestückt
Gehäuse bestückt

Unter dem Strich blieb ein schickes Gehäuse, das weder für den Alltagseinsatz noch für Jedermann gedacht war. Nutzer, die ein Gehäuse aus Acrylglas kauften, wussten aber ganz genau, was sie wollten. Und Listan sprang mit dem Bausatz auf einen neuen Trend in der Szene auf: das Case Modding. Die erste Deutsche Casemod Meisterschaft (DCMM) fand ebenfalls vor 15 Jahren statt.

Auswertung der letzten Umfrage

Vergangene Woche hat die Redaktion die Leser danach gefragt, welche Speicherkonfiguration ihr System nutzt. Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Betrieb konnte mit 81 Prozent den Löwenanteil der Leser verbuchen. Mit 15 Prozent weit dahinter abgeschlagen folgte Quad-Channel-Speicher, der vornehmlich auf High-End- und Server-Plattformen zum Einsatz kommt. Jeweils zwei Prozent der Leser nutzen entweder Speicher im Single-Channel-Modus oder eine andere Konfiguration.

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