Radeon RX Vega 56 Red Devil im Test: PowerColors Teufel und Sapphires Nitro+ im Duell 2/4

Wolfgang Andermahr 162 Kommentare

Testergebnisse

Als Testsystem kommt für die Benchmarks ein Core i7-8700K (Test) zum Einsatz, der auf allen Kernen mit 4,7 GHz betrieben wird. Als Speicher sind zwei jeweils 16 Gigabyte große Dual-Rank-Module von G.Skill verbaut, die als DDR4-3200 mit den Timings 16-16-38-1T angesteuert werden. Als Treiber ist der Adrenalin 17.12.1 installiert.

Neue Treiber, Windows-10-Updates und Spiele-Patches haben die Vergleichbarkeit zu bisher durchgeführten Partnerkarten-Tests leider stark beeinträchtigt. Daher kommt seit Ende letzten Jahres ein völlig neues System und auch ein neuer Spiele-Parcours zum Einsatz. Die Messungen zu Lautstärke, Leistungsaufnahme und Temperatur sind weiterhin mit dem alten Testsystem entstanden und daher vergleichbar zu älteren Artikeln und anderen Partnerkarten. Die Spiele-Benchmarks sind dagegen nicht mehr vergleichbar.

Taktraten unter Last

Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil bietet im höchsten DPM-State unter Last bei niedrigen Temperaturen maximal 1.590 MHz. Bei geringer Last und niedrigen Temperaturen sind bis zu 1.635 MHz möglich. Der Turbo-Takt liegt damit 119 MHz höher als bei der Referenz. Das waren bisher aber nur theoretische Werte, denn bei Vega war der Takt in der Praxis fast ausschließlich vom gewählten Power Target abhängig. Der HBM2-Speicher arbeitet mit 800 MHz.

Das Power-Target bestimmt (meistens) den Takt

Mit einer ASIC-Power von 260 Watt für die kleine Vega-Variante schafft es die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil allerdings erstmals, in manchen Spielen nicht sofort ins Power Limit zu laufen und den höchsten DPM-State deshalb auch nutzen zu können. Dies ist mit dem OC-BIOS in Destiny 2 sowie Wolfenstein 2 der Fall, in denen die Vega-10-GPU mit 1.545 MHz bis maximal 1.560 MHz taktet. In Wolfenstein 2 sowie The Witcher 3 wird wie mit den anderen BIOS-Versionen das Power-Limit wieder erreicht und die GPU arbeitet dann noch mit 1.510 MHz bis 1.540 MHz.

Wer das Standard-BIOS mit einer ASIC-Power von 220 Watt nutzt, verliert pro Spiel etwa 50 bis 80 MHz. Wer auf das Silent-BIOS mit 195 Watt wechselt, verliert weitere 40 bis 50 MHz. Je nach Einstellung der Grafikkarte kann der Taktunterschied also rund 100 MHz betragen.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5 nach 20 Minuten
Spiel (3.840 × 2.160) Destiny 2 F1 2017 Wolfenstein 2 The Witcher 3
PowerColor Vega 56 Red Devil
OC-BIOS (260W)
1.545-1.555 MHz 1.560 MHz 1.530-1.540 MHz [PT] 1.510-1.520 MHz [PT]
PowerColor Vega 56 Red Devil
Standard-BIOS (220W)
1.490-1.505 MHz [PT] 1.500-1.515 MHz [PT] 1.460-1.490 MHz [PT] 1.425-1.450 MHz [PT]
PowerColor Vega 56 Red Devil
Silent-BIOS (195W)
1.445-1.460 MHz [PT] 1.460-1.480 MHz [PT] 1.410-1.450 MHz [PT] 1.370-1.405 MHz [PT]
Sapphire Vega 56 Nitro+
Nitro-Boost-BIOS (240W)
1.505-1.520 MHz [PT] 1.525-1.540 MHz [PT] 1.480-1.510 MHz [PT] 1.460-1.470 MHz [PT]
Sapphire Vega 56 Nitro+
Efficiency-BIOS (180W)
1.365-1.380 MHz [PT] 1.390-1.425 MHz [PT] 1.360-1.390 MHz [PT] 1.305-1.330 MHz [PT]
AMD Vega 56 Referenz
Standard-BIOS (165W)
1.330-1.360 MHz [PT] 1.360-1.400 MHz [PT] 1.310-1.340 MHz [PT] 1.280-1.300 MHz [PT]
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil hat eine höhere ASIC-Power als die Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+ und damit auch einen höheren Takt. Etwa 20 bis 50 MHz mehr gibt es im Vergleich der jeweils schnellsten BIOS-Versionen. Und auch im Vergleich Silent- gegen Effizienz-BIOS fällt der Takt zu Gunsten von PowerColor aus. Im Vergleich zum Referenzdesign von AMD taktet die Radeon RX Vega 56 etwa 200 MHz höher.

Es ist wichtig zu bedenken, dass die Angaben nur Richtwerte sind. Die Vega-GPU kann den Takt viel zu schnell ändern, weshalb die meisten Frequenzänderungen unbemerkt bleiben.

Benchmarks in 2.560 × 1.440

Mehr Takt bringt natürlich auch (etwas) mehr Performance. Die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Devil ist ein wenig schneller als die Sapphire Radeon RX Vega 56 Nitro+ (Test) unterwegs. Mit dem werksmäßig aktiven OC-BIOS sind es im Durchschnitt zwei Prozent Vorsprung. Gegenüber dem Referenzdesign kann sich der 3D-Beschleuniger um neun Prozent absetzen, während eine Radeon RX Vega 64 weitere sieben Prozent flotter rechnet.

Wer das „Standard-BIOS“ verwendet, verliert drei Prozent an Leistung. Mit dem Silent-BIOS sind es weitere zwei Prozent, sodass die Differenz zum Auslieferungszustand sechs Prozent beträgt. Auch mit dem Silent-BIOS ist die Radeon RX Vega 56 Red Devil immer noch drei Prozent schneller als eine Referenzkarte und bietet zwei Prozent mehr Performance als die Sapphire Radeon RX Vega 56 mit dem Effizienz-BIOS.

Bei den Frametimes fallen die Unterschiede generell etwas geringer aus, wobei die Reihenfolge erhalten bleibt. Und auch in den einzeln getesteten Spielen Destiny 2, F1 2017, The Witcher 3 sowie Wolfenstein 2 gibt es zwischen den Grafikkarten keine Besonderheiten zu bemerken.

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