Ring-Übernahme: Amazon gibt 1 Milliarde aus, um Haustüren zu öffnen

Frank Hüber 58 Kommentare
Ring-Übernahme: Amazon gibt 1 Milliarde aus, um Haustüren zu öffnen
Bild: Ring

Amazon hat nach einem Bericht des Wall Street Journal mehr als eine Milliarde US-Dollar ausgegeben, um zukünftig unter eigener Regie Haustüren zu öffnen – Amazon hat das Startup Ring übernommen, das vernetzte Türklingeln anbietet. Für Amazon könnte dies mehr bedeuten als eine Investition ins Smart-Home-Geschäft.

Ring ermöglicht es, sich mit der smarten Türklingel per Smartphone zu verbinden und so nicht nur zu sehen, wer an der Tür geklingelt hat, sondern mit diesen Personen – je nach Modell – auch per Videochat in Kontakt zu treten. Sobald die Klingel betätigt wird, erhält der Besitzer eine Benachrichtigung auf dem Smartphone und kann einen HD-Videochat mit Sprachkommunikation initiieren.

Amazon und Ring haben die Übernahme bestätigt, schweigen sich von der vom Wall Street Journal und Reuters genannten Kaufsumme in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar jedoch aus. Es wäre nach Whole Foods die bislang zweitteuerste Übernahme in der Geschichte von Amazon.

Amazon will Pakete bis in die Wohnung liefern

Für Amazon ist die Übernahme vor allem vor dem Hintergrund der Paketzustellungen und einer Verknüpfung mit dem Sprachassistenten Alexa zu sehen. Amazon ist seit Jahren bemüht, die Paketzustellung direkt in die Wohnung der Kunden zu ermöglichen. Die Türklingelsysteme von Ring bilden bei diesem Vorhaben einen weiteren Baustein.

Günstig sind die vernetzten Türklingeln allerdings nicht. Das einfachste Modell, die Video Doorbell, verfügt über eine unverbindliche Preisempfehlung von 199 Euro. Das teuerste Modell, die Video Doorbell Elite, mit Live-Videoübertragung und 1080p-Videos schlägt hingegen mit 499 Euro zu Buche.

Amazon Key öffnet Türen in den USA

Amazon bietet in den USA bereits den Dienst Amazon Key an, bei dem Paketzustellern über ein smartes Türschloss die Tür geöffnet werden kann und diese von einer Kamera bei der Ablage des Pakets in der Wohnung beobachtet werden können. Hacker haben jedoch bereits demonstriert, wie sie das System überlisten können. Der Dienst beschränkt sich bislang jedoch auf Amazon-Prime-Kunden und 37 Metropolen der USA, in anderen Ländern ist er noch nicht verfügbar. Ein notwendiges Starter-Set aus smartem Türschloss, Kamera und Installation bietet Amazon für 250 US-Dollar an.

Im Dezember erst hatte Amazon den Anbieter von Heimüberwachungskameras Blink für 90 Millionen US-Dollar übernommen, die mit Batterien betrieben werden und sich nur bei erkannter Bewegung aktivieren, was je nach Szenario eine lange Akkulaufzeit ermöglicht. Auch Ring hat Überwachungskameras im Angebot.