USB-IF: Ein Netzteil, sie alle zu laden, und neue USB-Logos

Jan-Frederik Timm 60 Kommentare
USB-IF: Ein Netzteil, sie alle zu laden, und neue USB-Logos
Bild: USB-IF

USB 3.0 ist USB 3.1 Gen1 und heißt USB SuperSpeed, USB 3.1 ist USB 3.1 Gen2 und heißt SuperSpeed+ 10 Gbps. Keine Frage, USB hat ein Kennzeichnungsproblem. Für 2018 stellt USB-IF Chairman Brad Saunders jetzt Besserung in Aussicht und erste Logos für universelle Ladegeräte mit USB Fast Charging zeigen, wohin die Reise geht.

USB Fast Charger: Ein Netzteil für alle Smartphones mit USB Typ C

Eigentlich ist das USB-IF auf dem MWC 2018, um den neuen Standard für USB-Ladegeräte für Smartphones zu bewerben. Das Konsortium hatte USB Fast Charging als Aufsatz auf Power Delivery zur CES 2018 im Januar angekündigt, erste Produkte werden aktuell zertifiziert. Sie sollen mittelfristig alle proprietären Ladegeräte für Tablets und Smartphones überflüssig machen und setzen USB Typ C voraus. Und das geht so.

Bisher haben Hersteller wie Samsung auf eigene USB-Typ-C-Netzteile gesetzt, um die im Smartphone integrierten Schnellladetechnologien mit der benötigten Energie zu versorgen. Sie sind speziell auf die Bedürfnisse des Smartphones abgestimmt, liefern also nicht nur wenige fest vorgegebene Kombinationen aus Spannung und Stromstärke (z.B. 5,0 Volt/1,0 Ampere = 5,0 Watt, 5,0 Volt/2,4 Ampere = 12,0 Watt), sondern können noch viel granularer auf die Anforderungen der Ladetechnologie im Smartphone reagieren.

Das alles hat das USB-Konsortium, dem alle wesentlichen Hersteller angehören, jetzt in USB Fast Charging verankert. Ein Smartphone von Samsung, das diesen Standard unterstützt, wird in Zukunft also mit jedem derart zertifizierten Netzteil genau so schnell geladen sein wie aktuell mit dem von Samsung. Weil die Regulation der Spannung dabei im Ladegerät stattfindet, sollen die Geräte auch kühler bleiben. Die zum MWC vorgestellten neuen Smartphones unterstützen den Standard aber noch nicht. Sie werden also weiterhin am schnellsten mit den proprietären Ladegeräten geladen.

USB (Fast) Charger führen neue Logos ein

Um dem Kunden bei der Auswahl des richtigen Netzteils zu helfen, werden sie über ein aussagekräftiges Logo verfügen: Der Schriftzug „USB Fast Charger“ wird dabei auch noch um die maximal zur Verfügung stehende Leistung ergänzt – beispielsweise 45 Watt.

Auch USB Charger, der bereits im Jahr 2016 veröffentlichte Standard für PC-Netzteile mit USB Typ C, setzt auf diese Art Logo. Und hier sind erste Produkte bereits verfügbar. Der Unterschied zu Netzteilen mit USB Fast Charging ist, dass diese Geräte noch mit festen Leistungsstufen operieren – PCs und Notebooks laden so.

Die neuen Logos sprechen eine deutlich klarere Sprache und stellen die Marke USB stärker in den Vordergrund als die bestehenden Logos für die verschiedenen USB-Generationen wie USB SuperSpeed. Das sei kein Zufall, so Saunders.

USB 5, 10 und 20“ ersetzen SuperSpeed-Logos

Vielmehr sei noch für dieses Jahr in Bezug auf die kennzeichnenden Logos und die Marke als solche „eine ganze Menge zu erwarten“. Ohne diesen Schritt bereits abschließend zu bestätigen, stellte Saunders bereits eine Klassifizierung („Performance Branding“) nach USB 5, USB 10 und USB 20 in Aussicht, die Kennzeichnung mit Hi-Speed, SuperSpeed und SuperSpeed+ 10 Gbps fiele dann weg. Auch die für Kunden eigentlich irrelevante Versionsnummer des Standards könnte damit aus dem Fokus rücken und stattdessen die maximale Übertragungsrate zum Unterscheidungsmerkmal auch bei der Kennzeichnung werden: USB 3.0 (3.1 Gen1) bietet 5 Gbit/s, USB 3.1 (USB 3.1 Gen2) 10 Gbit/s und USB 3.2 20 Gbit/s.

Bald abgelöst: Das Logo für USB SuperSpeed (a.k.a. USB 3.0 a.k.a. USB 3.1 Gen1)
Bald abgelöst: Das Logo für USB SuperSpeed (a.k.a. USB 3.0 a.k.a. USB 3.1 Gen1) (Bild: USB-IF)

Auch für DisplayPort soll es eine Lösung geben

Eine Lösung wird auch für das Dilemma um den Alternate Mode DisplayPort für den Stecker vom Typ USB Typ C angestrebt, in dem Fall aber von der gesamten Industrie. Der Alternate Mode DisplayPort erlaubt es Herstellern, über einen USB-Typ-C-Stecker auch DisplayPort auszugeben. Das ist gerade für kompakte Endgeräte interessant, bei vielen Geräten, die nur noch USB Typ C bieten, ist es sogar erforderlich. Grundsätzlich existiert für diese Schnittstellen auch ein Logo, das wird aber fast nie genutzt. Anwender können also oft nicht erkennen, ob ein USB-Typ-C-Anschluss DisplayPort bietet oder nicht. Nur wenn hinter USB Typ C Thunderbolt 3 steckt, ist auch der Alternate Mode DisplayPort zwingend gegeben – gekennzeichnet durch das kleine Blitzsymbol.

Wie die Lösung genau aussehen wird, konnte oder wollte Saunders in Barcelona nicht sagen. Allen Mitgliedern des USB-IF sei das Problem aber bewusst und auch in diesem Punkt soll das Jahr 2018 eine entscheidende Neuerung mit sich bringen.