Quartalszahlen: HTC macht 270 Millionen Euro Verlust

Nicolas La Rocco 37 Kommentare
Quartalszahlen: HTC macht 270 Millionen Euro Verlust

HTC erwartet sehnsüchtig die Finanzspritze von Google aus der Übernahme des Pixel-Teams – doch die wird erst im nächsten Quartal verbucht. Im abgelaufenen vierten Finanzquartal 2017 kommt HTC gerade einmal noch auf einen Umsatz von 15,7 Milliarden New Taiwan Dollar (NT$). Der Nettoverlust liegt bei 9,8 Milliarden NT$.

Umgerechnet entspricht dies einem Umsatz in Höhe von 435,3 Millionen Euro bei einem Nettoverlust von 271,7 Millionen Euro. Die Bruttomarge des Konzerns liegt bei minus 30,8 Prozent, die operative Marge bei minus 60,8 Prozent. HTC begründet das katastrophale Abschneiden im vierten Quartal, das die drei Monate vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2017 berücksichtigt und damit auch das eigentlich lukrative Weihnachtsgeschäft (Holiday Season) beinhaltet, mit vielerlei Faktoren: den Wettbewerb am Markt, dem Produktmix, den Verkaufspreisen und Abschreibungen.

HTC wartet derzeit noch auf eine Finanzspritze von Google in Höhe von 1,1 Milliarden US-Dollar, was nach aktuellem Wechselkurs 32 Milliarden NT$ entspricht. Die Übernahme nur des für die Pixel-Smartphones verantwortlichen Teams von HTC wurde zwar bereits Ende September des letzten Jahres öffentlich gemacht, abgeschlossen wurde die Übernahme jedoch erst Ende Januar des aktuellen Jahres. In den Zahlen des ersten Quartals 2018 soll sich Googles Teilübernahme widerspiegeln.

Investitionen in 5G-Technologie geplant

Das Geld von Google ermögliche HTC größere Investitionen in aufkommenden Technologien, die unverzichtbar für alle Produktsparten des Konzerns seien und von denen HTC langfristige Wachstumschancen erwartet, erklärt das Unternehmen. Welche Technologien das sind, geht aus dem Quartalsbericht nicht hervor, es liegt aber nahe, dass damit primär der kommende Mobilfunkstandard 5G gemeint ist. Dieser wird bei HTC zukünftig nicht nur in Smartphones, sondern auch in kommenden VR-Lösungen eine wichtige Rolle spielen.

Dass das Geschäft von HTC allerdings auch im ersten Quartal 2018 nicht besser laufen wird, schicken bereits die Umsatzangaben für Januar und Februar vorweg: 3,4 Milliarden NT$ im Januar sowie 2,6 Milliarden NT$ im Februar stehen für den jeweils niedrigsten Umsatz seit 2006, als mit den monatlichen Umsatzangaben begonnen wurde.

Neues Smartphone und VR-Headset geplant

Im Hier und Jetzt setzt HTC zunächst einmal auf das neue High-End-VR-HMD Vive Pro, das seit wenigen Tagen vorbestellt werden kann und demnächst ausgeliefert werden soll. Darüber hinaus hat HTC den Preis des Sets aus normaler Vive, zwei Lighthouses und zwei Controllern um 100 Euro auf 599 Euro reduziert. Erst gegen Ende des Jahres wird dann das autarke VR-Headset Vive Focus folgen, das Virtual Reality zugänglicher für den Massenmarkt machen soll. Im Bereich der Android-Smartphones wird noch für die erste Jahreshälfte die Ankündigung des U12+ als neues Topmodell erwartet.