Qualcomm Quartalszahlen: Diversifizierung wächst, Smartphone-Geschäft bremst

Nicolas La Rocco
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Qualcomm Quartalszahlen: Diversifizierung wächst, Smartphone-Geschäft bremst
Bild: Qualcomm

Qualcomm hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 9,95 Milliarden US-Dollar umgesetzt, vier Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Während das Smartphone-Geschäft deutlich nachgab, legten Automotive und IoT kräftig zu. Steigende Speicherpreise, Lieferengpässe und ein geringerer Apple-Anteil belasten jedoch den Ausblick.

Qualcomm hat das am 28. Juni abgeschlossene dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 mit einem Umsatz von 9,947 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht das einem Rückgang um vier Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 2,21 US-Dollar und damit 20 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Nettogewinn insgesamt belief sich auf 23 Prozent niedrigere 2,356 Milliarden US-Dollar.

Smartphone-Geschäft bricht um 20 Prozent ein

Das Halbleitersegment QCT, in dem Qualcomm Chips und Plattformen unter anderem für Smartphones, Fahrzeuge und vernetzte Geräte bündelt, erzielte 8,504 Milliarden US-Dollar Umsatz. Das waren fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Ausschlaggebend war vor allem das Geschäft mit Mobiltelefonen: Die Umsätze fielen um 20 Prozent auf 5,086 Milliarden US-Dollar.

Quartalszahlen im Überblick
Quartalszahlen im Überblick (Bild: Qualcomm)

Automotive und IoT im Aufwind

Diesem Rückgang steht das wachsende Geschäfte jenseits des Smartphone-Markts gegenüber. Der Automotive-Umsatz stieg um 61 Prozent auf 1,588 Milliarden US-Dollar; Qualcomm verzeichnet damit nach eigenen Angaben das 23. Quartal in Folge mit zweistelligem Wachstum in diesem Bereich. Die IoT-Sparte, in die neben den Robotik-Lösungen des Unternehmens auch die PC-Chips der Snapdragon-X- und neueren X2-Reihe fallen, wuchs um neun Prozent auf 1,830 Milliarden US-Dollar. Zusammen erzielten Automotive und IoT 3,4 Milliarden US-Dollar Umsatz, ein Plus von 28 Prozent.

Das Lizenzgeschäft QTL sank dagegen um drei Prozent auf 1,278 Milliarden US-Dollar. Auch die Profitabilität des Konzerns stand unter Druck. Die bereinigte Marge vor Steuern ging bei QCT von 30 auf 26 Prozent zurück, bei QTL von 71 auf 69 Prozent.

Steigende Kosten für Halbleiterfertigung

Qualcomm steht zudem vor mehreren Herausforderungen, die aktuell viele Halbleiterfirmen betreffen, die im Falle von Qualcomm zudem keine eigenen Fabs betreiben („fabless“).

Eine wesentliche Belastung sind dem Unternehmen zufolge die branchenweit steigende Kosten für Wafer-Fertigung, Montage, Tests, Advanced Packaging und insbesondere Speicher. Qualcomm will diese Kosten schrittweise über Preise an Kunden weitergeben; der erwartete Effekt auf die Bruttomarge soll aber erst mit Verzögerung sichtbar werden. Gleichzeitig geht Qualcomm wegen hoher Speicherpreise und knapper Verfügbarkeit von einem rund 20-prozentigen Rückgang der Android-Handset-Umsätze im Gesamtjahr aus. Dies entspricht einem Ergebnisrückgang von mehr als 1,50 US-Dollar je Aktie gegenüber dem Vorjahr.

Unternehmen machen sich unabhängig von Qualcomm

Hinzu kommt das reduzierte Apple-Geschäft. Qualcomm erwartet wegen eigener Lieferbeschränkungen, dass der Modem-Anteil bei der kommenden iPhone-Generation deutlich niedriger ausfällt als die zuvor erwarteten 20 Prozent. Damit dürfte der Rückgang der Apple-Produktumsätze bereits im vierten Quartal stärker ausfallen. Die Abhängigkeit von einer begrenzten Zahl großer Kunden bleibt ein operatives Risiko.

Zudem sind die Eigeninitiativen großer Smartphone-Hersteller ein zentrales Risiko für Qualcomm, weil sie die Abhängigkeit von externen Snapdragon- und Modems reduzieren können. Apple entwickelt eigene Mobilfunkmodems; ein beschleunigter Einsatz würde Qualcomms Umsätze im Premium-Smartphone-Segment weiter verringern. Samsung bleibt zugleich Kunde und Wettbewerber. Samsung verfügt mit Exynos über eigene Chips und kann je nach Produktreihe und Region stärker auf interne SoCs setzen. Bei Xiaomi rechnet Qualcomm ebenfalls mit einer stärkeren vertikalen Integration und eigener Chipentwicklung.

Datacenter soll 2027 Milliardenumsatz bringen

Für das vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatz zwischen 9,7 und 10,5 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten Gewinn je Aktie von 2,05 bis 2,25 US-Dollar. Im Mittel liegt diese Gewinnprognose damit allerdings unter dem Ergebnis des abgelaufenen Quartals. Für QCT rechnet Qualcomm mit einem Umsatz in Höhe von 8,4 bis 9,0 Milliarden US-Dollar und einer Marge vor Steuern von 23 bis 25 Prozent.

Datacenter-Prognose
Datacenter-Prognose (Bild: Qualcomm)
Server-CPU für Meta
Server-CPU für Meta (Bild: Qualcomm)

Künftig will Qualcomm über das wiederentdeckte Datacenter-Geschäft wachsen. Dazu gehören Produkte aus den Bereichen Konnektivität, kundenspezifische Chips, KI-Beschleuniger und Server-CPUs. Die geplante Umsatzrampe ist jedoch langfristig: Für 2026 rechnet das Unternehmen mit rund 300 Millionen US-Dollar Datacenter-Umsatz, für 2027 bereits mit mehr als 5 Milliarden und für 2029 mit mehr als 15 Milliarden US-Dollar. Eine mehrere Generationen umfassende Vereinbarung mit Meta für Server-CPUs und die Übernahme des KI-Software-Unternehmens Modular sollen dies unterstützen.

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