Seagate Mach.2: Festplatte mit autonomen Köpfen erreicht 480 MByte/s

Eric Hoh 94 Kommentare
Seagate Mach.2: Festplatte mit autonomen Köpfen erreicht 480 MByte/s
Bild: Seagate

Auf dem diesjährigen OCP Summit hat Seagate die Mach.2 genannte eigene Multi-Actuator-Technologie offiziell vorgestellt und entsprechende Laufwerke gezeigt. Damit ausgestattete Festplatten sollen bis zu 480 MByte/s erreichen. Außerdem wiederholt Seagate Angaben zur Haltbarkeit seiner HAMR-Schreibköpfe.

Unabhängige Schreib-/Leseköpfe für bis zu 480 MByte/s

Bei der von Seagate Mach.2 genannten Multi-Actuator-Technologie arbeiten zwei Gruppen von Schreib-/Leseköpfe unabhängig voneinander, womit sich die maximal erreichbare Übertragungsrate verdoppelt. Neben der reinen Übertragungsrate verdoppelt sich auch die maximal erreichbare Anzahl an IOPS.

Auf die Zugriffszeiten hat die neue Technologie allerdings kaum einen Einfluss, weshalb die Geschwindigkeit bei wahlfreiem Lesen und Schreiben kaum erhöht wird. Deswegen werden diese Festplatten trotz zu SATA-SSDs vergleichbaren maximalen Übertragungsraten in vielen Anwendungsszenarien deutlich langsamer bleiben als die Flash-Speicher-Laufwerke. Die HDDs zielen allerdings auf ein anderes Marktsegment ab, in dem der nicht unerheblich niedrigere Preis im Vergleich zu den SSDs den Ausschlag gibt.

HAMR-Festplatten erfüllen Nearline-Anforderungen mit Leichtigkeit

Neben den Mach.2-Festplatten hat Seagate auch wieder über Fortschritte bei den HAMR-Festplatten berichtet. Seagate berichtet über einen HAMR-Lese-/Schreibkopf, der mehr als 3,2 Petabyte zuverlässig geschrieben hat. Für Nearline-Festplatten gelten 550 Terabyte pro Jahr oder 2.750 Terabyte über einen Zeitraum von fünf Jahren als Mindestanforderung. Bei einem Modell mit 18 Köpfen ergibt das gerade mal etwa 152 Terabyte pro Kopf.

Seagate HAMR
Seagate HAMR (Bild: Seagate)

Mach.2 und HAMR einzeln ab 2019, beides zusammen ab 2020

Die gezeigten Festplatten werden nun erst einmal bei ausgewählte Industriepartnern weiter getestet. In den Handel kommen sollen entsprechende Modelle dann ab 2019. Dabei werden sich Kunden zunächst zwischen Geschwindigkeit und Kapazität entscheiden müssen. Die ersten Modelle werden entweder mit Mach.2 und maximal 14 Terabyte, oder mit HAMR und bis zu 20 Terabyte ausgestattet sein. Erst ein Jahr später sollen dann beide Technologien in einer einzigen Festplatte vereint werden.

Für die darauf folgenden Jahren sind Kapazitätssteigerungen von zehn Terabyte pro Jahr bis hin zu 100-Terabyte-Festplatten vorgesehen. Der Preis der HDDs soll im Vergleich zu gleich großen SSDs dabei konstant bei etwa 1:10 gehalten werden.