Blade Shadow Cloud-PC: Konkurrenz für GeForce Now und den lokalen PC 2/2

David Pertzborn 178 Kommentare

Privatsphäre und Kundenservice

Auf die Frage, wie es mit der Privatsphäre aussieht, hat der Gründer zwei Antworten parat, die beide zeigen sollen, dass das Unternehmen kein Interesse daran und auch keine Möglichkeit hat die Daten der Nutzer zu verwenden. Erstens wird in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen festgehalten, dass die Daten Eigentum des Nutzers sind und von Blade nicht verwendet werden dürfen. Und für alle, denen es gerade nach Skandalen wie dem aktuellen um Facebook an Vertrauen mangelt, weißt Emmanuel Freund noch einmal darauf hin, dass jedem Nutzer freisteht alles zu tun, was unter Windows möglich ist: Und dazu gehört auch die Systemfestplatte zu verschlüsseln. Gegen richterlichen Beschluss müsste der Anbieter aber trotzdem Daten preisgeben.

Kundenservice: Aus der Not eine Tugend gemacht

Deutlich ist ein gewisser Stolz zu spüren, als das Gespräch auf den Kundenservice kommt. Wenn man dem Gründer glauben schenkt, wurde hier in gewisser Weise aus der Not eine Tugend gemacht, denn die Erfahrung habe gezeigt, dass viele Nutzer die Schuld für jedes beliebige Problem bei Shadow suchen. Frei nach dem Motte „Wenn das mein eigener PC wäre, gäbe es keine Probleme“. Um in der Mischung aus berechtigten und unberechtigten Beschwerden nicht unterzugehen, hat sich das Unternehmen entschieden, für alle technischen Probleme Support zu liefern und eine vergleichsweise üppige Supportabteilung eingerichtet, in der eine bunt gefächerte Mischung aus Mitarbeitern mit technischem Fachwissen auf verschiedensten Gebieten arbeitet.

Technischer Support
Technischer Support

Erste Eindrücke und vorläufiges Fazit

Das größte Kompliment, das nach dem ersten Anspielen im Büro des Unternehmens gemacht werden konnte, war die Frage des Redakteurs, ob das soeben erlebte jetzt lokal gerechnet oder vom Server gestreamt worden war. In Doom war selbst auf einem 144-Hz-Monitor und im Direktvergleich vor Ort nicht auszumachen, ob lokal oder in der Cloud gerendert wurde.

Solange alles läuft, wie es geplant ist, spricht wie bei Nvidia GeForce Now (Test) also erst einmal nichts dagegen, selbst in kompetitiven Spielen mit dem Cloud-Gaming-PC loszuziehen und den hart erkämpften Rang zu verteidigen. Die Bedingungen waren mit einer 1-Gbit/s-Leitung und nur 100 km Luftlinie zum Rechenzentrum über das Netz in Frankreich aber auch optimal.

Nur an einem der Bildschirme ist ein lokaler Rechner angeschlossen
Nur an einem der Bildschirme ist ein lokaler Rechner angeschlossen

Doch wie gut lässt sich das Erlebnis aus dem Bürogebäude in naher Zukunft in Deutschland auf private Haushalte übertragen? Wie gut schlagen sich die Apps am Ende auf den einzelnen Endgeräten? Ist der Service auch in sehr ausgelasteten Zeiten wie abends oder am Wochenende immer erreichbar? Eine Antwort auf diese Frage wird erst ein Test der Redaktion liefern. In diesem wird dann auch die optionale Streaming-Box betrachtet, auf die Nutzbarkeit auf Tablets und Smartphones eingegangen und bewertet, wie sich der Service im Alltag schlägt.

Bis dahin bleibt das Angebot in jedem Fall spannend. 360 Euro im Jahresabonnement sind zwar immer noch eine Menge Geld, der dafür rund um die Uhr zur Verfügung stehende PC kostet aber selbst schnell 1.000 Euro. Und nur wenn der Anwender kontinuierlich neue Hardware kauft, bleibt er wie die Cloud aktuell.

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