FFmpeg 4.0: Neue Version bringt besseres Hardware-Decoding

Eric Hoh 47 Kommentare
FFmpeg 4.0: Neue Version bringt besseres Hardware-Decoding
Bild: Intel

FFmpeg ist ein quelloffenes Softwarepaket, das zahlreiche Codecs und Werkzeuge zum Verarbeiten von Audio und Video bereitstellt. Die neue Version FFmpeg 4.0 enthält zahlreiche Verbesserungen, vor allem bei der Unterstützung von Hardware-En-/Decoding. Zudem kommen erneut viele neue Filter und Codecs hinzu.

Verbesserte Hardware-Unterstützung

Nachdem Nvidias proprietäre Schnittstelle für Video-Encoding und -Decoding (NVENC/NVDEC) bereits testweise seit der Version 3.3 vom letzten Jahr unterstützt wurde, gab es seitdem viele Verbesserungen und Fehlerbehebungen, und mit der nun veröffentlichten Version 4.0 wird die Unterstützung offiziell. Auch wurde die Hardware-Unterstützung bei Intel- und AMD-Hardware verbessert. So unterstützt FFmpeg nun MJPEG-Encoding und Overlay-Filter über Intels QuickSync-Schnittstelle, MPEG- und VP8-Decoding sowie ebenfalls Overlay-Filter über Intels freie VAAPI-Schnittstelle. Bei AMD kann nun die neue AMF-Bibliothek für AVC-/H.264- und HEVC-/H.265-Encoding genutzt werden.

Neue Filter und Codecs

Neu hinzugekommen sind Filter zum Bearbeiten von Bitstream-Metadaten in AVC/H.264, HEVC/H.265 und MPEG2-Dateien. Zum Ändern von Metadaten wie zum Beispiel dem Aspect Ratio war es bisher notwendig, den kompletten Stream neu zu encoden. Es gibt zwar bereits andere Tools, die das Ändern ohne Neu-Encoding unterstützen, diese sind aber oft entweder kostenpflichtig oder arbeiten unzuverlässig.

Zu den neuen Codecs gehören beispielsweise der kürzlich erschienene AV1 Codec, der vorerst allerdings noch auf die libaom-Bibliothek angewiesen bleibt. Damit dürften auch bald viele Mediaplayer und Encoding-Tools, die auf FFmpeg aufbauen, den neuen Codec unterstützten. Neu hinzugekommen sind zudem der aptX und aptX HD Codec, der beispielsweise bei der Audio-Übertragung per Bluetooth häufig zum Einsatz kommt.

Keine Unterstützung mehr für Windows XP

Mit der aktuellen Version gehört Windows XP nicht mehr zu den unterstützten Betriebssystemen für FFmpeg. Das liegt weniger an FFmpeg selbst, sondern an neuen Bibliotheken, die genutzt werden und die keine Unterstützung mehr für Windows XP mitbringen. Wer die neue Version trotzdem auf Windows XP laufen lassen möchte, muss das Softwarepaket selbst kompilieren und die entsprechenden Bibliotheken dabei manuell deaktivieren. Vonseiten der Entwickler gilt aber von nun an Windows Vista als Mindestanforderung.

Wie üblich bietet das FFmpeg Project aus rechtlichen Gründen nur den Quellcode zum Download an. Fertige Builds für Windows und macOS werden von Dritten gebaut und auf der Projekt-Homepage verlinkt, verweisen zur Zeit aber noch auf die ältere Version 3.4.2. Mit einer Aktualisierung ist in den nächsten Tagen zu rechnen. Linux-Nutzer werden die neue Version bald über die Repositories ihrer Distributionen erhalten.