RX Vega 56 Red Dragon im Test: PowerColors roter Drache kann auch richtig leise 3/4

Wolfgang Andermahr 111 Kommentare

Lautstärke und Temperatur

Bereits mit dem Standard-BIOS ist die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Dragon sehr leise. Unter Windows ohnehin, denn da werden unabhängig von der Software-Einstellung alle Lüfter für einen lautlosen Betrieb abgeschaltet. Doch auch in Spielen agieren die drei Lüfter nur mit maximal 1.200 Umdrehungen in der Minute, was eine Lautstärke von 34,5 Dezibel zur Folge hat. Damit ist die Grafikkarte fast so leise wie die Radeon RX Vega 56 Red Devil desselben Herstellers, die sich dazu jedoch im Silent-Modus befinden muss, und gleich laut wie die konkurrierende Sapphire Radeon RX Vega 56 Pulse. Und „gleich laut“ bedeutet in dem Fall wahrnehmbar aber nur dezent.

Mit dem alternativen Silent-BIOS reduzieren sich die Lüftertouren auf 1.020 Umdrehungen und die Lautstärke damit auf 32,5 Dezibel. Damit ist die Red Dragon die derzeit leiseste Radeon RX Vega 56 im Handel. Sie ist beim Spielen kaum noch zu hören und kann damit problemlos in einem Silent-PC verbaut werden. Die konkurrierende Sapphire Radeon RX Vega 56 Pulse ist zwei Dezibel lauter, die Radeon RX Vega 56 Red Dragon mit dem Silent-BIOS 1,5 Dezibel. Die Anlaufdrehzahl der Lüfter beträgt etwa 850 Umdrehungen. Dass sie anlaufen, kann damit nicht vernommen werden.

Das Testmuster der Grafikkarte erzeugt beim Spielen nur wenige elektronische Störgeräusche. Aus einem geschlossenen Gehäuse sind diese nicht auszumachen.

Die Temperaturen liegen niedrig

Trotz des leisen und vereinfachten Kühlers bleibt die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Dragon in allen Lebenslagen kühl, die voreingestellte Temperatur von 70 °C wird nicht überschritten.. Die Kartenrückseite erhitzt sich auf bis zu 61 Grad und der HBM2-Speicher wird 74 Grad warm. Mit dem Silent-BIOS steigt die GPU-Temperatur auf die erlaubten 74 Grad Celsius an. Die Rückseite wird bis zu 63 Grad warm, der Speicher bis zu 79 Grad. Das ist alles noch weit von den kritischen Bereichen entfernt.

Leistungsaufnahme

Beim Spielen benötigt die PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Dragon im Durchschnitt 255 Watt. Das sind genau 20 Watt mehr als die Sapphire Radeon RX Vega 56 Pulse und 8 Watt weniger als die Radeon RX Vega 56 Red Devil mit dem gleich schnellen Silent-BIOS. Damit sind die zwei PowerColor-Grafikkarten bei gleicher Geschwindigkeit auch gleich energieeffizient. Das Referenzdesign benötigt mit 233 Watt etwas weniger Energie.

Mit dem Silent-BIOS kommt die Radeon RX Vega 56 Red Dragon noch auf 226 Watt. Das sind 29 Watt weniger als mit dem Standard-BIOS, sodass die Grafikkarte trotz leicht besserer Performance minimal weniger Energie als AMDs Referenzdesign benötigt.

Beim Spielen ist die PowerColor-Grafikkarte für Vega-56-Verhältnisse genügsam. Unter Windows liegt die Leistungsaufnahme dann mit 16 Watt aber über der Konkurrenz. Die Radeon RX Vega 56 Pulse von Sapphire braucht zum Beispiel nur 12 Watt. Prozentual ist das ein großer Unterschied, in der Praxis aber von keinerlei Bedeutung.

Übertaktbarkeit

Die GPU der PowerColor Radeon RX Vega 56 Red Dragon lässt sich nicht sinnvoll übertakten. Denn auch bei zusätzlichen 50 Prozent Powerlimit und einer damit deutlich erhöhten Leistungsaufnahme bleibt das Power-Limit die Hürde, nicht der eingestellte maximale Takt. Man kann zwar auch den Takt im Treibermenü erhöhen, in Spielen kommt davon aber effektiv nichts an. Der 8 Gigabyte große HBM2-Speicher lässt sich dagegen um 125 MHz von 800 MHz auf 925 MHz erhöhen, bevor erste Grafikfehler auftauchen.

Übertaktbarkeit
  • The Witcher 3:
    • PowerColor Red Dragon – Übertaktet (+0/+125 MHz) + 50% PL
      65,0
    • PowerColor Red Dragon – Standard + 50% PL
      62,6
    • PowerColor Red Dragon – Standard
      58,1

Wer auf der Radeon RX Vega 56 Red Dragon beim Standard-BIOS das Powerlimit maximiert, erhält in Spielen rund acht Prozent mehr Geschwindigkeit. Durch den höheren Speichertakt sind weitere vier Prozent herauszuholen, sodass die Mehrleistung bei zwölf Prozent liegt. Das ist ordentlich, doch steigt dadurch die Leistungsaufnahme deutlich an und die Grafikkarte wird auch hörbar lauter.

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