Dubai: Digitale Nummernschilder mit Car2Car-Funk im Feldversuch

Peter Bellmann 38 Kommentare
Dubai: Digitale Nummernschilder mit Car2Car-Funk im Feldversuch
Bild: Michiel2005 | CC BY 2.0

Die Stadtverwaltung von Dubai testet zwischen Mai und November den Einsatz digitaler Autokennzeichen im Straßenverkehr. Neben Sensoren zur Kollisionserkennung verfügen die Schilder über ein eingebautes GPS und können miteinander in Kontakt treten. Car2Car-Kommunikation wird so ohne Technik im Auto selbst möglich.

Nummernschilder mit Display, GPS und Funk

Der Feldversuch soll im kommenden Monat starten. Alle teilnehmenden Fahrzeuge werden „smarte“ Kennzeichen mit Bildschirmen erhalten. Diese sind wiederum mit verschiedenen Sensoren ausgestattet, die das Leben der Autofahrer von Dubai „einfacher gestalten sollen“, so Sultan Abdullah al-Marzouqi, Chef der zuständigen Behörde in Dubai.

Die Kennzeichen stellen beispielsweise selbstständig Kontakt zu Rettungsdiensten nach einer Kollision her und übermitteln die derzeitigen Verkehrsbedingungen in Echtzeit an andere Fahrzeuge. Sie verfügen zu diesem Zweck über eigenes GPS und können damit Position und Geschwindigkeit des Fahrzeugs erkennen. Viele Nummernschilder vereint können damit Staus erkennen. Über welche Technologie die Kennzeichen miteinander kommunizieren, ist bisher nicht bekannt.

„Dieses Fahrzeug wurde gestohlen“

Das Nummernschild kann via Fernzugriff auch als gestohlen markiert und damit entweder unbrauchbar gemacht werden, oder den Diebstahl des Fahrzeuges anzeigen. Die Kennzeichen sind auch mit den Bankkonten ihrer Nutzer verknüpft. Kosten für Verstöße wie Strafzettel und Geschwindigkeitsübertretungen sollen so ohne jeglichen Bürokratie-Aufwand automatisch vom Konto abgebucht werden können. Die Kennzeichennummer soll über eine App oder Website auf den eigenen Wunsch zugeschnitten werden können.

Kosten noch unklar

In dem Pilotprojekt will die Stadtverwaltung vor allem Auswirkungen des heißen Klimas von Dubai auf diese Technologie testen. Was die neuen Nummernschilder final kosten, stünde erst erst am Ende des Versuchs im November fest, so Sultan Abdullah.

Das dauerhaft aktiv GPS und die gespeicherten Daten werfen auch Fragen zum Datenschutz und der Privatsphäre auf. Die neuen Kennzeichen könnten mit ihren Möglichkeiten dafür genutzt werden, Bewegungsmuster ihrer Nutzer zu erstellen und somit einen detaillierten Einblick in deren Persönlichkeitsbereich gewähren. Sultan Abdullah hat das bisher nicht zum Thema gemacht.