ARM-Server-Prozessor: 40 Modelle des ThunderX2 mit bis zu 32 Kernen verfügbar

Volker Rißka 42 Kommentare
ARM-Server-Prozessor: 40 Modelle des ThunderX2 mit bis zu 32 Kernen verfügbar

Cavium will mit über 40 Varianten des ThunderX2 mit maximal 32 Kernen Intels Skylake-SP angreifen. Dies soll in erster Linie über Preis/Leistung gelingen, denn der Maximalausbau wird bei Cavium nur 1.795 US-Dollar kosten – bei Intel sind dafür bis zu 13.011 US-Dollar nötig.

Entgegen den bisherigen Planungen wird Cavium aber nicht mit einem maximalen Ausbau an Prozessorkernen auf den Markt gehen, der ursprünglich bis zu 54 Kerne vorsah. Stattdessen wird die Balance gesucht, die bei aktuell maximal 32 Kernen gefunden wurde. Denn dort kann immerhin noch ein Takt von 2,2 oder gar 2,5 GHz gewährleistet werden, mehr Kerne würden die Frequenz deutlicher einschränken und den Vorteil am Ende sogar in einen Nachteil umdrehen.

Die exakten Modellspezifikationen sind noch unbekannt

In den jetzt ausgelieferten über 40 Varianten des ThunderX2 werden auch Lösungen mit deutlich geringerer Anzahl an Kernen verfügbar sein, die mit minimal 800 US-Dollar aber auch weniger als die Hälfte kosten sollen. Wie es um deren Ausstattung dann aber bestellt ist, bleibt abzuwarten. Die ARM-CPU-Kerne sind theoretisch auf maximal vierfaches Multi-Threading ausgelegt, bereits dort könnte die Abstufung auf zweifaches SMT oder gar die Deaktivierung zu Modellvielfalt führen.

Beworben wird die neue Prozessorfamilie mit einem 256 KByte großen L2-Cache pro Kern, der gesamte SoC wird dabei flankiert von einem gemeinsam genutzten 32 MByte großen L2-Cache und acht Speicherkanälen, die mit schnellem DDR4 umgehen können. In einem Zwei-Sockel-System sollen zu den dann maximal möglichen 256 Prozessorthreads in 32 Speicherbänken insgesamt 4 TByte RAM angesprochen werden können – letzteres ist ein Patt mit AMD Epyc und 33 Prozent mehr als bei Intel Skylake-SP.

Mehr als 60 Partner für viele Bereiche

Laut Caviums Ankündigung am heutigen Tage sind mehr als 60 Partner im Boot um die Systeme auf den Markt zu bringen. Heraus sticht dabei unter anderem der HPE Apollo 70, der zu Systemen mit bis zu 4.096 Kernen zusammengebaut werden kann. Diese Systeme werden unter anderem bei der EPCC in Großbritannien zum Einsatz kommen. Doch nicht nur in großen Servern soll ThunderX2 vertreten sein, Gigabyte hatte zusammen mit Cavium vor kurzer Zeit bereits kompakte Workstations in klassischen Desktop-Gehäuse in Aussicht gestellt.

Update 08.05.2018 07:25 Uhr

Gegenüber The Next Platform hat Cavium zumindest 35 Modelle der neuen Chips im Detail erklärt, die weiteren sollen für gewisse Aufgaben und Hersteller separat spezifizierte SKUs sein. Die Topmodelle sollen dabei in einer TDP-Liga der Xeon SP spielen und bei bis zu 200 Watt arbeiten.

Cavium ThunderX2
Cavium ThunderX2 (Bild: TNP)