QNAP TS-328 im Test: Das RAID-5-NAS für schnelle USB-Backups

Frank Hüber 31 Kommentare
QNAP TS-328 im Test: Das RAID-5-NAS für schnelle USB-Backups

tl;dr: Die QNAP TS-328 ist das erste NAS des Herstellers mit drei Festplattenrahmen und soll das „budgetfreundlichste RAID-5-NAS für Heimanwender“ sein. Im Test bleibt die TS-328 eine Zwischenlösung mit Stärken und Schwächen gleichermaßen. Beim USB-Backup lässt sie überraschend alle anderen NAS deutlich hinter sich.

Drei Einschübe für RAID 5

Die TS-328 ist QNAPs erstes NAS mit drei Festplatteneinschüben, das speziell für einen Festplattenverbund als RAID-5-Array gedacht ist. Es unterstützt zwar auch andere Festplattenmodi wie RAID 1 oder JBOD, muss im Test aber beweisen, dass die Festlegung auf RAID 5 nicht zu viel Flexibilität im Vergleich zu einem 4-Bay-NAS nimmt.

30 Prozent setzen auf RAID 5

QNAP selbst gibt an, dass derzeit rund 30 Prozent der eigenen NAS-Käufer ein RAID 5 nutzen, das erst ab drei Laufwerken möglich ist. Die TS-328 soll das „budgetfreundlichste RAID-5-NAS für Heimanwender“ sein.

Technische Details

Gleiche technische Basis wie Synology DS218 und DS418

Als SoC setzt QNAP auf den inzwischen häufiger zum Einsatz kommenden Realtek RTD1296 mit vier Kernen und 1,4 GHz. Dieser kommt beispielsweise auch in der Synology DS218 (Test) zum Einsatz. Offiziell bietet QNAP die TS-328 wahlweise mit zwei oder vier Gigabyte Arbeitsspeicher an, im Handel ist bislang jedoch nur das Modell mit zwei Gigabyte angekommen, welches auch Basis für diesen Test ist. Auch in dieser Hinsicht gleicht die technische Basis somit der DS218, die jedoch nur zwei statt drei Festplatteneinschübe bietet. Auch die Synology DS418 setzt auf die gleiche Hardware, ist jedoch für bis zu vier Festplatten ausgelegt. Ein Modell mit drei Festplatteneinschüben bietet Synology nicht.

QNAP TS-328 (2 GB) Synology DS218 Synology DS218play
SoC: Realtek RTD1296
ARMv8
1,40 GHz, 4 Kern(e), 4 Thread(s)
RAM: 2.048 MB 1.024 MB
Festplatteneinschübe: 3 2
S-ATA-Standard: I/II/III
HDD-Format: 2,5" & 3,5" 3,5"
RAID-Level: Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
RAID 5
Einzellaufwerk, JBOD, RAID 0, RAID 1
I/O-Ports: 2 × LAN
1 × USB 2.0, 2 × USB 3.0
Audio-Ausgang
1 × LAN
1 × USB 2.0, 2 × USB 3.0
1 × LAN
2 × USB 3.0
Wake on LAN: Ja
Verschlüsselung: AES-256 (ordner- und laufwerksbasiert)
Lüfter: 1 × 92 × 92 × 25 mm
(nicht entkoppelt)
1 × 92 × 92 × 25 mm
Netzteil: 60 Watt (extern)
Maße (H×B×T): 142,0 × 150,0 × 260,1 mm 165,0 × 108,0 × 233,2 mm 165,0 × 100,0 × 225,5 mm
Leergewicht: 1,64 kg 1,30 kg 0,87 kg
Preis: ab 249 € ab 257 € ab 222 €

QNAP selbst ordnet die TS-328 in der Mittelklasse ein und sieht Privatanwender als primäre Zielgruppe. Konkurrenz im eigenen Haus sind somit die TS-231P2 und TS-431P2, die beide auf das AL-314-SoC von Annapurna Labs mit vier Kernen und 1,7 GHz setzen, jedoch nur über 512 MB RAM verfügen. Preislich sind allerdings auch die schon länger erhältlichen TS-251 und TS-251A mit 292 Euro im Vergleich zu 262 Euro in Reichweite, die auf einen Intel Celeron N3060 und 2 Gigabyte RAM setzen.

Zwei LAN-Anschlüsse bei QNAP weit verbreitet

QNAP bietet anders als etwa Synology auch bei den Einstiegsgeräten inzwischen zwei Netzwerkanschlüsse, die „Link Aggregation“ unterstützen. Sowohl TS-328 als auch TS-431P2, TS-231P2 und TS-251 bieten diese Funktion.

QNAP TS-328

Die TS-328 setzt auf ein weißes Kunststoffgehäuse. Auf eine abnehmbare Front oder direkt zugängliche Laufwerkseinschübe verzichtet QNAP bei diesem Modell aber, so dass das Gehäuse geöffnet werden muss, um die Festplatten einzusetzen. Dies ist durch das Lösen von drei Schrauben an der Rückseite möglich, das Gehäuse lässt sich dann auseinanderschieben.

QNAP TS-328 – 3 Schrauben sichern das Gehäuse
QNAP TS-328 – 3 Schrauben sichern das Gehäuse
QNAP TS-328 – Auseinanderschieben zum Öffnen
QNAP TS-328 – Auseinanderschieben zum Öffnen
QNAP TS-328 – Auseinanderschieben zum Öffnen
QNAP TS-328 – Auseinanderschieben zum Öffnen

Einbaurahmen geben Grund zur Sorge

Auf die Seite gedreht können die Festplatten selbst dann jedoch wieder schrauben- und werkzeuglos in Festplattenrahmen eingesetzt werden, wobei sie über kleine, mit Gummi gedämpfte Metallstifte, die in die seitlichen Schraublöcher der HDDs gesteckt werden, fixiert werden. Die Festplattenrahmen sind allerdings so flexibel, dass sie kaum an einen festen Halt der Laufwerke glauben lassen, weshalb die Installation sorgfältig durchgeführt werden und die Rahmen nicht zu achtlos in das Gehäuse gesteckt werden sollten. Denn auch in diesem haben sie relativ viel Spiel und erst wenn alle drei Festplatten eingeschoben sind, erwecken sie den Eindruck, nicht mehr herausfallen zu wollen.

2,5 Zoll nur mit Adapter

Aufgrund der Bauweise der Festplattenrahmen können auf diese Weise nur 3,5-Zoll-Laufwerke eingesetzt werden. Der Einsatz von 2,5-Zoll-Festplatten ist nur über einen speziellen Adapter möglich, von dem einer im Lieferumfang enthalten ist, für die anderen beiden Einschübe müsste er jedoch separat erworben werden.

An der Vorderseite hat QNAP neben den LEDs für den Status des Systems, Netzwerks und der Festplatten einen der beiden USB-3.0-Anschlüsse zusammen mit einer Kopiertaste zum direkten Überspielen von Inhalten platziert. Über einen Schlitz an der unteren Seite der TS-328 wird über den nach hinten ausblasenden Lüfter Frischluft in das System gezogen. An der Rückseite befinden sich die restlichen Schnittstellen in Form je eines USB-2.0- und USB-3.0-Anschlusses, der beiden LAN-Schnittstellen, eines Kensington-Locks sowie eines 3,5-mm-Audio-Ausgangs.

RAM-Upgrade nicht möglich

Der Arbeitsspeicher der TS-328 ist fest auf dem Mainboard des NAS verlötet und kann somit vom Nutzer nicht erweitert werden. Wie bereits erwähnt, soll es die TS-328 sowohl mit 2 als auch 4 Gigabyte RAM geben. In Deutschland ist bisher jedoch nur das Modell mit 2 Gigabyte RAM im Handel gelistet. Auch die Website von QNAP kennt kein 4-GB-Modell.

Die Inbetriebnahme der TS-328 ist nach erfolgter Installation der Festplatten innerhalb weniger Minuten erledigt. Das Betriebssystem QTS kommt im Test in Version 4.3.4.0569 Build 20180501 zum Einsatz und ist gewohnt intuitiv bedienbar.

Auf der nächsten Seite: Benchmarks