AMD Raven Ridge APU: Mehr Leistung in Spielen durch das Übertakten von Vega 2/2

Wolfgang Andermahr 150 Kommentare

Spiele-Benchmarks in 1.920 ­× 1.080

Durch das Übertakten kann auf beiden AMD-APUs die Spieleleistung deutlich verbessert werden. Schon im Durchschnitt liefert der Ryzen 3 2200G elf Prozent mehr Bilder in der Sekunde, beim Ryzen 5 2400G sind es sechs Prozent. Die Frametimes fallen um sieben beziehungsweise fünf Prozent besser aus.

Wer nicht nur die GPU, sondern zusätzlich den Speicher übertaktet, kann die Performance weiter anheben. Dann wird der Ryzen 3 2200G um weitere sechs beziehungsweise acht Prozent beschleunigt, der Ryzen 5 2400G um weitere sieben Prozent. Damit steigert sich die Spieleleistung auf der großen APU um insgesamt 13 Prozent, auf der kleinen APU gar um 18 Prozent.

Einzelne Titel gewinnen bis zu 30 Prozent

Wer einen Blick in die einzelnen Spiele wirft, wird feststellen, dass das Übertakten in vielen Fällen aber deutlich mehr bringt. Der Durchschnitt wird vielmehr von Titeln gedämpft, in denen sich kaum Effekte zeigen.

In Counter-Strike: GO gibt es zum Beispiel 22 Prozent mehr FPS durch das Übertakten der GPU auf dem Ryzen 3 2200G. Inklusive Übertakten des Speichers gibt es fast 30 Prozent mehr Bilder in der Sekunde. PUBG kann um gute 19 beziehungsweise 25 Prozent zulegen, World of Tanks um 18 beziehungsweise 25 Prozent und World of Warcraft um 24 beziehungsweise 29 Prozent.

In League of Legends kann der Ryzen 3 2200G hingegen nur um sechs Prozent zulegen, der größere Bruder um sieben Prozent. Ähnlich, wenn auch etwas besser, sieht es in Dota 2 und auch in Fortnite sowie GTA V aus. Letztgenannte Spiele profitieren vom höheren Speichertakt deutlich mehr als vom höheren GPU-Takt.

Die Leistungsaufnahme steigt deutlich an

Die in die CPU integrierte Vega-Grafikeinheit lässt sich weit übertakten. Das erhöht allerdings auch die Leistungsaufnahme deutlich. Bei abgesehen vom GPU-Takt nicht veränderten Einstellungen zieht das Testsystem mit dem Ryzen 3 2200G durch das Übertakten der GPU mit 148 Watt ganze 46 Watt mehr aus der Steckdose als im Werkszustand. Mit dem Ryzen 5 2400G steigt die Leistungsaufnahme mit zusätzlichen 49 Watt und damit 162 Watt gar noch etwas weiter an. Der übertaktete Speicher hebt die Messwerte hingegen nur um weitere drei beziehungsweise sechs Watt an.

Die höhere Leistungsaufnahme muss natürlich vom Kühler abgeführt werden können. Der Boxed-Kühler von AMD ist bei beiden APUs dazu zwar in der Lage. Leise ist der Betrieb dann aber nicht mehr. Das muss beim Übertakten der GPU beachtet werden. Soll der Rechner leise bleiben, muss der CPU-Kühler also stärker ausfallen.

Leistungsaufnahme Testsystem in Rainbow Six Siege
Ryzen 3 2200G Ryzen 5 2400G
Standard-Einstellung 102 Watt 113 Watt
GPU übertaktet 148 Watt 162 Watt
GPU und Speicher übertaktet 151 Watt 168 Watt

Fazit

Wer einen potenten Kühler sein Eigen nennt oder auf Lautstärke beim Spielen keinen Wert legt, für den ist das Fazit leicht zu ziehen: die APU sollte übertaktet werden. Denn das Leistungspotenzial in Spielen ist groß. Es gibt zwar auch Spiele, die kaum profitieren, andere laufen dagegen spürbar schneller.

Der einzige Haken ist allerdings, dass die Leistungsaufnahme deutlich ansteigt. Das hat wiederum zur Folge, dass der Kühler groß genug dimensioniert sein muss. Vor dem Drosseln bewahren kann auch der Boxed-Kühler die APU, er wird dann aber sehr laut. Für noch mehr Leistung ist auch das Übertakten des Speichers lohnenswert, die Auswirkungen auf den Stromverbrauch sind vergleichsweise klein.

Während die neuen AMD-APUs im Werkszustand gegen die diskreten Grafikkarten Radeon RX 550 und GeForce GT 1030 das Nachsehen haben, ändert sich das mit dem Übertakten. Der Ryzen 3 2200G ist dann fast so schnell wie die Radeon RX 550 und der Ryzen 5 2400G legt sich erfolgreich mit der GeForce GT 1030 an. In manchen Spielen ist die Performance gar ein gutes Stück besser, in anderen liegt die APU dagegen weiterhin zurück.

Bis zu 500 MHz mehr GPU-Takt durchs Übertakten

Das Übertaktungspotenzial der Vega-GPU ist damit überraschend hoch. Möglicherweise sind die Transistor-Optimierungen der Vega-10-GPU hilfreich. 1.500 MHz beziehungsweise gar 1.600 MHz bei mehr Spannung sind schon eine Hausnummer, wenn der Basistakt bei 1.100 MHz beziehungsweise 1.250 MHz liegt. Sachkundige Spieler sollten dieses Potenzial heben.

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