Cat S61 im Test: Dieses Smartphone misst bis 400 °C, Längen und Luftgüte

Frank Hüber 96 Kommentare
Cat S61 im Test: Dieses Smartphone misst bis 400 °C, Längen und Luftgüte

tl;dr: Das Outdoor-Smartphone Cat S61 misst per Wärmebildkamera bis zu 400 °C, protokolliert die Luftqualität und bestimmt Entfernungen millimetergenau. Zudem ist es speziell gegen äußere Einflüsse geschützt und erweist sich als Dauerläufer. Neben der Leistung sind hierfür Kompromisse bei Größe, Gewicht und Design hinzunehmen.

CAT S61

Das Cat S61 von Cat Phones ist etwas Besonderes. Nicht wegen neuester Technik, superschnellen SoCs oder des hellsten Displays überhaupt, sondern aufgrund seines Designs für den Außeneinsatz. Ideal für Käufer, die erhöhte Anforderungen an die Haltbarkeit und die Widerstandsfähigkeit ihres Smartphones stellen.

Mit Wärmebildkamera, Entfernungs- und Luftqualitätsmessung

Das Cat S61 soll nicht nur Stürze überstehen, bei denen bei vielen aktuellen Smartphones im Alltag zumindest das Display-Glas zu Bruch geht. Es bietet darüber hinaus Funktionen, über die so gebündelt kein anderes Smartphone verfügt. Neben einer Wärmebildkamera mit Technik von Flir, wie sie mit schlechteren Spezifikationen auch schon beim Vorgänger S60 zum Einsatz kommt, bietet das Cat S61 zudem Funktionen zur Messung der Entfernung und der Luftqualität.

Technische Daten

Das Cat S61 gibt es nur in einer technischen und optischen Ausführung. Modelle mit unterschiedlicher Speicherkapazität oder verschiedene Farbvarianten bietet Cat Phones nicht an. Das Cat S61 verfügt somit immer über 64 GB internen Speicher, der über einen microSD-Steckplatz erweitert werden kann. Dabei kann die microSD-Karte wahlweise den internen Speicher erweitern oder als portabler Speicher verwaltet werden. Auch beim Arbeitsspeicher hat das Cat S61 im Vergleich zum Vorgänger zugelegt und besitzt nun 4 statt 3 GB. Weitere technische Verbesserungen betreffen beispielsweise die Haupt- und Frontkamera, deren Auflösung auf 16 beziehungsweise 8 Megapixel erhöht wurde. Beim WLAN wird nun auch WLAN-ac zusätzlich zu 802.11 b/g/n des Vorgängers geboten.

Cat Phones Cat S61 Cat Phones Cat S60
Software:
(bei Erscheinen)
Android 8.0 Android 6.0
Display: 5,20 Zoll
1.080 × 1.920, 424 ppi
IPS, Gorilla Glass 5
4,70 Zoll
720 × 1.280, 312 ppi
IPS, Gorilla Glass 4
Bedienung: Touch, Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 630
4 × Cortex-A53, 2,20 GHz
4 × Cortex-A53, 1,80 GHz
14 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 617
4 × Cortex-A53, 1,50 GHz
4 × Cortex-A53, 1,20 GHz
28 nm, 64-Bit
GPU: Adreno 508 Adreno 405
RAM: 4.096 MB
LPDDR4
3.072 MB
LPDDR3
Speicher: 64 GB (+microSD) 32 GB (+microSD)
Kamera: 16,0 MP, 2160p
Dual-LED, AF
13,0 MP, 1080p
Dual-LED, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Tertiär-Kamera: Nein
Quartär-Kamera: Nein
Frontkamera: 8,0 MP, 2160p 5,0 MP
AF
Sekundär-Frontkamera: Nein
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓600 ↑150 Mbit/s
Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 b/g/n/ac 802.11 b/g/n
Bluetooth: 5.0 4.1
Ortung: A-GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo, QZSS A-GPS, GLONASS, BeiDou
Weitere Standards: USB Typ C, NFC Micro-USB 2.0, NFC
SIM-Karte: Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 4.500 mAh
fest verbaut
3.800 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 78,0 × 163,0 × 13,00 mm 73,4 × 147,9 × 12,95 mm
Schutzart: IP68 + MIL-STD-810G MIL-STD-810G
Gewicht: 250 g 223 g
Preis: ab 825 € 649 €

Mit Abmessungen von 78,0 × 163,0 × 13,00 mm und einem Gewicht von 250 g ist das Cat S61 im Vergleich zum Vorgänger aber nicht nur größer, sondern auch schwerer geworden. Von einem kleinen Leichtgewicht kann bei diesen Werten wahrlich nicht mehr gesprochen werden.

Cat S61 – Vorderseite mit viel Rahmen
Cat S61 – Vorderseite mit viel Rahmen
Cat S61
Cat S61
Cat S61 – Rückseite mit Laser und Kameras
Cat S61 – Rückseite mit Laser und Kameras

Sonderfunktionen schlagen sich im Preis nieder

Die unverbindliche Preisempfehlung des Cat S61 beträgt 899 Euro. Wenige Wochen nach dem Verkaufsstart ist dieser Preis weiterhin stabil. Im Handel wird das Cat S61 derzeit für rund 890 Euro angeboten.

Zum Start wird das S61 mit Android 8.0 Oreo ausgeliefert. Cat Phones garantiert jedoch ein Update auf Android P, wobei ein genauer Veröffentlichungstermin noch nicht bekannt ist.

Militärstandard gegen Zerstörung

Das S61 ist nach dem Militärstandard MIL-STD-810G und IP68 gefertigt und hält dem Eindringen von Süß- und Salzwasser eine Stunde in drei Metern Tiefe stand. Stürze überstehen das Gehäuse und Display des Cat S61 aus bis zu 1,80 Metern Höhe auf Beton. Temperaturschocks hält das Smartphone bei Temperaturveränderungen zwischen -25 °C und 55 °C bis zu 24 Stunden aus. Das Gehäuse selbst verfügt über einen Rahmen aus Aluminium, der im Druckgussverfahren gefertigt wird. Das Display setzt auf Gorilla Glass 5, der Vorgänger nutzte noch Gorilla Glass 4.

Funktional statt trendig

Das Gehäuse des Cat S61 spiegelt den Anspruch an Haltbarkeit und Unverwüstlichkeit gut wider. Ein rahmenloses Display, ein möglichst dünnes Gehäuse, eine empfindliche Glasrückseite, all diesen Trends erklärt das Cat S61 eine klare Absage. Auch eine leichte Zugänglichkeit der Anschlüsse steht bei diesem Smartphone nicht im Vordergrund. Um die Schutzstandards zu erfüllen, sind alle Anschlüsse mit Abdeckungen versehen, die auch zwingend geschlossen sein müssen, um die versprochene Wasser- und Staubdichtigkeit zu gewährleisten. On-Screen-Buttons nutzt das Cat S61 nicht. Stattdessen wurde die Navigationsleiste in Form von drei echten Tasten unter dem Display realisiert. Die gummierte Rückseite und der Rahmen um das Display erweisen sich dabei als wahre Staub- und Fusselmagnete, die nur schwer zu reinigen sind.

Eine programmierbare, orange Taste

Die Anschlüsse und Tasten des Cat S61 entsprechen dann hingegen wieder bekannteren Herangehensweisen. Die Power-Taste ist ebenso wie die getrennten Tasten für lauter und leiser an der rechten Gehäuseseite platziert. Links verbergen sich hinter einer Abdeckung die SIM-Karte und ein microSD-Karten-Slot. In der Mitte der linken Seite ist eine programmierbare, orangefarbige Taste platziert. Für diese können selbst Funktionen ausgewählt werden, welche ausgeführt werden sollen, wenn die Taste kurz oder lang gedrückt wird. Neben Systemfunktionen wie das Aufrufen von Benachrichtigungen oder das Beantworten oder Beenden eines Telefonats können auch Anwendungen direkt mit dieser Taste verknüpft werden. Wer etwa den Browser, WhatsApp, Google Maps oder die E-Mails im direkten Zugriff haben möchte, kann den Aufruf dieser App auf die orange Taste legen. Die Unterscheidung zwischen kurzem und langem Tastendruck und der Aufruf der verknüpften Anwendung funktionieren im Alltag tadellos. Entsperrt wird das Cat S61 durch das Drücken der Taste jedoch nicht, auch die PIN-Eingabe wird nicht aufgerufen. Wird das Smartphone nach Tastendruck jedoch manuell entsperrt, öffnet automatisch die verknüpfte und zuvor per Taste aufgerufene App.

Klinke und Ausstülpung für die Wärmebildkamera

Unter einer Lasche abgedichtet verbirgt sich an der oberen Gehäuseseite der Kopfhörerausgang in Form eines 3,5-mm-Klinkenanschlusses. Der USB-Typ-C-Anschluss ist an der unteren Seite ebenfalls hinter einer Abdeckung platziert, daneben liegen Mikrofon und Lautsprecher.

Dem ohnehin schon großen Display-Rahmen im oberen Bereich setzt Cat Phones mit einer zusätzlichen Gehäuseausstülpung im oberen rechten Bereich noch eins drauf. Zusätzlicher Platz, der für die Unterbringung des Flir-Wärmebildsensors benötigt wird. Statt auf in das Display eingebettete On-Screen-Tasten zu setzen, werden beim S61 noch echte Hardware-Tasten unter dem Bildschirm verbaut.

Hellere Taschenlampe

Die am häufigsten gewünschte Funktion für das Cat S61 soll eine besonders helle Taschenlampe gewesen sein, weshalb diese beim Cat S61 40 Prozent heller ist als bei herkömmlichen Smartphones.

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