AMD-Grafikkarten im Test: Radeon 5770, 6870, 7870, 270X, 380, 480 und 580 im Vergleich

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Wolfgang Andermahr 244 Kommentare

Testsystem und Spieleeinstellungen

Sämtliche Tests wurden auf dem aktuellen Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Dieses besteht aus einem auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K sowie einem 32 Gigabyte großen Systemspeicher (2 × 16 GB, DDR4-3200, 16-16-38-1T, Dual-Rank). Als Betriebssystem ist Windows 10 mit sämtlichen Updates installiert. Als Treiber für die Radeon HD 5770 und die Radeon HD 6870 wird der Crimson 16.2.1 genutzt. Ab der Radeon HD 7870 ist der Adrenalin 18.7.1 installiert.

Die acht Spiele werden mit allen Grafikkarten in den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 3.840 × 2.160 getestet. Als Basis für die Grafikdetails dient eine Radeon HD 7970 aus dem Jahr 2011. Die Detailstufen sind so gewählt, dass die AMD-Grafikkarte in Full HD spielbare Frameraten von mindestens 50 bis 60 FPS erzielt, in Ultra HD werden 30 FPS – falls möglich – anvisiert. Mit dieser Grafikkarte dient als Basis für die Texturdetails damit automatisch ein 3.072 MB großer VRAM.

Genutzte Grafikdetails in den Spielen
Spiel 1.920 × 1.080 3.840 × 2.160
Dota 2 Maximale Details Zweithöchstes Preset
Far Cry 5 Hoch-Preset Normal-Preset
Fortnite Hoch-Preset Mittel-Preset
Kingdom Come: Deliverance Hoch-Preset Niedrig-Preset
Overwatch Maximale Details Ultra-Preset
Rainbow Six Siege Ultra-Preset
100 % TAA
Mittel-Preset
100 % TAA
The Witcher 3 Hoch-Preset Niedrig-Preset
World of Warcraft Preset-Stufe 8 Preset-Stufe 7

World of Warcraft unterstützt seit kurzem die API DirectX 12. Die höchste Framerate entscheidet bei jeder Grafikkarte, welche API genutzt wird. Da die restlichen Spiele durchweg auf DirectX 11 setzen, wird in WoW explizit DirectX 12 erwähnt, wenn die Low-Level-API genutzt wurde. Bei sieben Spielen wurde eine 25 Sekunde lange Spielszene getestet. In Dota 2 wurde aus Gründen der Vergleichbarkeit aber ein Replay genutzt.

Etwas neues bei der Leistungsaufnahme

Bei der Leistungsaufnahme wird nur der Energiehunger der Grafikkarten gemessen. Da die 3D-Beschleuniger eine sehr unterschiedliche Performance aufweisen und deshalb das Messen bei identischer Last praxisfern wäre, hat die Redaktion aber die Methode geändert. Als Spiel kommt World of Warcraft zum Einsatz und in diesem wird die Leistungsaufnahme bei etwa 60 FPS in der Testszene gemessen. Das hat zur Folge, dass jede Grafikkarte bei unterschiedlichen Grafikdetails getestet wird. Damit sind zwar die Anforderungen immer unterschiedlich, doch bildet der Messwert auf diese Weise stets einen spielbaren Bereich ab, der so auch beim Spielen auftreten kann und nicht nur in der Theorie.

Grafikkarten-Benchmarks in 1.920 ­× 1.080 und 3.840 ­× 2.160

Grafikkarten mit nur einem Gigabyte Speicher haben es schwer im Testparcours, das hat schon der Vergleich der Mittelklasse von Nvidia gezeigt. Und auch Radeon HD 5770 und Radeon HD 6870 liegen entsprechend weit zurück. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum die Radeon HD 7870 mehr als doppelt so schnell arbeitet: Es handelt sich um die erste Grafikkarte mit der Graphics-Core-Next-Architektur. Sie bedeutete wirklich einen großen Schritt in Richtung Zukunft.

Die nächste Generation in Form der Radeon R9 270X war dagegen nur minimales Feintuning. Die GPU blieb die gleiche, einzig die Taktraten wurden etwas erhöht. Mehr als 6 Prozent mehr FPS und bessere Frametimes gibt es in den Benchmarks daher nicht. Einen etwas größeren Sprung machte die Radeon R9 380. Eine minimal bessere Ausbaustufe von GCN und mehr Ausführungseinheiten sorgen heute noch für 25 Prozent mehr Bilder in der Sekunde und eine um 23 Prozent bessere Bildabfolge.

Wirklich nach vorne ging es für AMD dann erst wieder mit der Radeon RX 480. Hilfreich war die 14-nm-Fertigung, sodass mehr Einheiten verbaut und zugleich ein höherer Takt gefahren werden konnte. Aber auch die überarbeitete Polaris-Architektur, die GCN weiter modernisierte, trug ihren Teil dazu bei. Daraus resultieren im Jahr 2018 kombiniert 46 Prozent mehr Performance in 1.920 × 1.080 sowie 39 Prozent mehr Geschwindigkeit in 3.840 × 2.160.

Das letzte Update und damit die aktuelle Radeon RX 580 war dagegen nur ein kleines. Die Fertigung wurde ein wenig verbessert, sodass höhere Taktraten gefahren werden konnten – mehr Unterschiede gab es nicht. Dadurch steigt die Framerate in Full HD um 7 Prozent an und in Ultra HD um 12 Prozent.

Im direkten Vergleich der Mittelklasse-Grafikkarten von Nvidia fällt auf, dass AMD seit der 2012er-Generation (HD 7870 und GTX 660) nicht ganz so große Sprünge wie der Dauerkonkurrent erreicht hat. So ist die Radeon R9 380 33 Prozent schneller als die Radeon HD 7870, die konkurrierende GeForce GTX 960 aber 53 Prozent schneller als die GeForce GTX 660. Und das aktuelle AMD-Modell legt weitere 57 Prozent obendrauf, das von Nvidia aber 69 Prozent.

Das hat zweierlei Gründe: AMDs GCN-Architektur ist einerseits deutlich besser gealtert als Nvidias Kepler-Technik. In den getesteten aktuelleren Titeln liegt die Basis mit den ältesten GeForce-Beschleuniger damit weiter unten und es war für neue Generationen leichter die Performance zu steigern. Auf der anderen Seite hat Nvidia spätestens seit der letzten Umstellung auf Pascal auch schlicht die größeren Schritte als AMD gemacht.

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