Nach WhatsApp-Abgang: Auch Instagram-Gründer verlassen Facebook im Streit

Frank Hüber 106 Kommentare
Nach WhatsApp-Abgang: Auch Instagram-Gründer verlassen Facebook im Streit
Bild: TeroVesalainen | CC0 1.0

Mit Kevin Systrom und Mike Krieger verlassen zwei Gründer der Fotoplattform Instagram das Mutterunternehmen Facebook und folgen damit den WhatsApp-Gründern, die dem Unternehmen nach dem Aufkauf ebenfalls im Streit den Rücken gekehrt hatten.

Wie Kevin Systrom in einem Blog-Beitrag und Mike Krieger auf Instagram schreiben, wollen sich beide zunächst eine Pause nehmen und sich dann gemeinsam Gedanken über mögliche neue Projekte machen.

Einfluss von Facebook auf Instagram soll Grund sein

Beide äußern sich nicht zu den spekulierten Auseinandersetzungen mit dem Facebook-Chef Mark Zuckerberg, die hinter den beiden Abgängen stecken und der wahre Grund für das Verlassen des Unternehmens beider sein sollen. Demnach hätten unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft von Instagram zwischen den beiden Gründern und Zuckerberg für eine Meinungsverschiedenheit gesorgt. Wie Bloomberg berichtet, sollen beide zunehmend frustriert über den Einfluss von Facebook auf Instagram gewesen sein und mit der schwindenden Unabhängigkeit nicht einverstanden gewesen sein.

Instagram als Umsatztreiber

Es wird spekuliert, dass Instagram durch den Abgang der beiden Gründer nun noch enger an Facebook gebunden und beide Dienste stärker verzahnt werden sollen. Krieger und Systrom hätten sich in der Vergangenheit erfolgreich gegen einige in diese Richtung gehende Vorhaben gewehrt, so Bloomberg unter Berufung auf interne Quellen, die nicht genannt werden möchten. Inzwischen hat Instagram mehr als eine Milliarde Nutzer und sei für Facebook, das in diesem Jahr nach dem Cambridge-Analytica-Skandal mit einem fallenden Aktienkurs zu kämpfen hat, auch aus Umsatzsicht zunehmend bedeutender geworden, weshalb Mark Zuckerberg immer mehr in das Tagesgeschäft des Dienstes eingegriffen haben soll.

Werbung in WhatsApp – entgegen Versprechen

Facebook hatte zuletzt auch angekündigt, ab 2019 Werbung in WhatsApp zu schalten, nachdem dies nach der Übernahme bislang immer ausgeschlossen wurde. Die WhatsApp-Gründer Jan Koum und Brian Acton hatten Facebook Ende 2017 und Anfang 2018 ebenfalls verlassen – auch hier inoffiziell aufgrund von Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Datenschutzes und der Werbung.

Facebook hatte Instagram im Jahr 2012 mit nur rund 30 Millionen Nutzern für 715 Millionen US-Dollar übernommen.