Maestro und Solo:2 im Test: Ixion setzt für Multiroom-Hi-Fi auf das Stromkabel statt Funk

Michael Schäfer 42 Kommentare
Maestro und Solo:2 im Test: Ixion setzt für Multiroom-Hi-Fi auf das Stromkabel statt Funk

tl;dr: Der norwegische Hersteller TS-Radio AS will mit seinem handgefertigten Multiroom-System Ixion, das sich über die Steckdose vernetzt, die Hi-Fi-Welt revolutionieren. Viele Fehler sowie ein viel zu hoch angesetzter Preis ersticken das ambitionierte Vorhaben im Test jedoch großteils im Keim.

System und Verarbeitung

Interessierte Nutzer sehen sich beim Kauf eines neuen Multiroom-Systems mittlerweile einer schier unüberschaubaren Zahl an Geräten und Systemen gegenüber, egal ob von namhaften Herstellern wie Sonos, Teufel/Raumfeld oder von neuen Vertretern, die auf den Markt drängen. So unterschiedlich die Unternehmen ihre Systeme ausstatten, eines ist ihnen bisher immer gemein: Die Übertragung der Inhalte geschieht mindestens mittels drahtloser Verbindung, entweder per WLAN oder eigenem Funknetzwerk.

Ixion setzt auf das Stromkabel statt Funk

In diesem Punkt will der norwegische Hersteller TS-Radio AS mit dem eigenen System Ixion die Audiowelt zu revolutionieren und wählt dafür als Übertragungsweg das vorhandene Stromnetz. Selbstbewusst spricht das Unternehmen auch von „Hi-Fi 2.0“. Nicht nur klanglich soll das System dabei in einer eigenen Liga spielen, auch Preislich sind „Hi-Fi-Regionen“ angesagt: Schon der Einstieg beginnt bei knapp unter 2.700 Euro.

Ixion Maestro und Solo:2 im Test
Ixion Maestro und Solo:2 im Test

Maestro als zentrale Steuereinheit zwingend notwendig

Die Technik steckt beim System hauptsächlich im 1.990 Euro teuren Ixion Maestro, der nicht nur als Lautsprecher fungiert, sondern im Grunde das Herz des Systems bildet. Diese Zentraleinheit bindet bis zu sieben Lautsprecher vom Typ Solo:2 für je 690 Euro in das System ein und versorgt diese mit Inhalten.

Der Maestro ist ein per Hand gefertigter und anschaulicher Würfel mit einer Kantenlänge von jeweils 22 Zentimetern. Mit 7,3 Kilogramm ist dieser zudem kein Leichtgewicht. Der Quader ist aus Aluminium gefertigt, das von einem Stoffgewebe umspannt wird. Im vorne aus schwarzen Kunststoff senkrecht eingelassenen Streifen ist ein rund 4 Zoll großes farbiges Touchdisplay untergebracht, über welches das System außerhalb der App gesteuert werden kann.

Verarbeitung nur auf den ersten Blick hochwertig

Die Verarbeitungsqualität des Maestro erscheint auf den ersten Blick gut, bei näherem Hinschauen zeigen sich jedoch erste Mängel: So lässt sich der besagte Display-umgreifende Streifen bei normaler Berührung sichtbar eindrücken, an oberer und unterer Gerätekante sind zudem an der Kunststoffblende ein größerer Spalt und Klammern erkennbar. Darüber hinaus hinterlassen die gummierten Füße besonders auf weißen Möbeln unschöne schwarze Flecken, die sich jedoch leicht entfernen lassen.

Ungenauigkeiten stören das äußere Erscheinungsbild
Ungenauigkeiten stören das äußere Erscheinungsbild

Schiefe Anschlüsse auf der Rückseite

Rückseitig findet der Hi-Fi-Freund zuunterst Anschlüsse für diverse Quellgeräte, etwa für SPDIF, einen Chinch-Stecker, die FM-/DAB+-Antenne sowie LAN und USB. Darüber hinaus kann ein Kopfhörer im 3,5-mm-Steckerformat angeschlossen werden. Als weitere drahtlose Schnittstelle findet zudem Bluetooth in einer nicht näher beschriebenen Version samt AptX Verwendung. Die Schnittstellenleiste offenbart weitere Verarbeitungsfehler, weil LAN- sowie USB-Anschluss sichtbar schief eingebaut sind.

Schief eingebaute LAN- und USB-Anschlüsse beim Ixion Maestro zeugen von keiner guten Qualitätskontrolle
Schief eingebaute LAN- und USB-Anschlüsse beim Ixion Maestro zeugen von keiner guten Qualitätskontrolle

Solo:2 überzeugt mehr

Beim kleinen Solo:2 sind solche Fehler nicht erkennbar. Sein einziger Anschluss ist das Stromkabel, über den ihn auch die Audiodaten erreichen. Fertigungsfehler sind nicht zu erkennen. Im Gegensatz zum großen Bruder sind auch die Spaltmaße beim 22 × 15 × 12 Zentimeter großen und rund 3,5 Kilogramm schweren Lautsprecher gut.

Ixion Maestro und Solo:2 im Test
Ixion Maestro und Solo:2 im Test

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