Xbox One: Auch ohne Microsoft genug Spiele für 2018

Max Doll 241 Kommentare
Xbox One: Auch ohne Microsoft genug Spiele für 2018

Dass die Xbox-Plattform mit nur wenigen Exklusivspielen locken kann, hat Microsoft schon vor einiger Zeit als Problem erkannt. Im laufenden Spielejahr wird aufgrund der Produktionsflaute nur noch ein einziger Titel aus eigener Produktion erscheinen. Grund zur Sorge ist das für Microsoft aber nicht.

Für dieses Jahr steht auf der Xbox-Konsole und Windows 10 lediglich Forza Horizon 4 an, das Anfang Oktober im Handel stehen wird. Derart verschärft präsentiert sich die Situation, weil das eigentlich ebenfalls eingeplante, mehrfach verschobene Crackdown 3 in erheblichen Schwierigkeiten steckt. Abhilfe ist erst langfristig in Sicht, nachdem der Konzern zur E3 2018 in einer Akquise-Welle zahlreiche neue Studios aufgekauft hat.

Dieses Jahr in trockenen Tüchern

Für das diesjährige Weihnachtsgeschäft sieht Aaron Greenberg, der Marketing-Chef der Xbox-Sparte, aber keine Probleme. Das Fehlen exklusiver Spiele werde durch die technische Überlegenheit der Xbox One X und Kooperationen mit anderen Publishern kompensiert, argumentierte Greenberg laut einem Bericht von Games Industry. Da die Spiele am schönsten und besten auf der eigenen Konsole laufen, sei sie die beste Plattform, um Spiele der Öffentlichkeit vorzustellen. Eine solche „Showcase-Plattform“ erleichtere Kooperationen und Bundles mit Spielen, was die Verkäufe befördere.

There is more than enough content this holiday. I can't think of a holiday that had more AAA games in such a tight time period

Aaron Greenberg

Wichtiger aber ist für Greenberg ein anderer Punkt: Es gebe genug spannende Spiele im Weihnachtsquartal. Das dichtgedrängte Angebot sei auch ein Grund für das frühe Erscheinen von Forza Horizon 4. Durch den gewählten Termin solle dem „Explosionsradius“ der vielen anderen Großveröffentlichungen ausgewichen und dem Rennspiel genügend Aufmerksamkeit gesichert werden. Aus diesem Grund brauche Microsoft auch kein neues Crackdown, schließlich gebe es „mehr als genug Inhalte“ im letzten Quartal, die sich in einem sehr kleinem Zeitraum drängen würden.

Trotzdem steht Microsoft in diesem Punkt mit leeren Händen dar: Während bei Sony eine ordentliche Anzahl attraktiver Plattform-Spiele lockt, muss Microsoft auf Multiplattformspiele als Ersatz vertrauen, die naturgemäß keine große Reizwirkung für Konsolenverkäufe haben.

Spieleabo statt Exklusivspiele

Verkaufen möchte Microsoft neben dem Rennspiel, das der Serie neue Rekordverkäufe bescheren soll und schon beim Vorverkauf die Erwartungen übertroffen habe, den Game Pass. Die Spiele-Flatrate eigne sich laut Greenberg als Weihnachtsgeschenk, weil sie nicht zur Auswahl eines Spieles zwinge und verschiedene Geschmäcker abdecke.

En passant werden dabei Vorteile für Retail-Händler herausgestellt, bei denen das Abo in Teilen auf geringe Gegenliebe gestoßen war. Greenberg bezeichnete den Game Pass auch als ideales Zubehör zu einer Konsole, das auch in Monaten, in denen keine Neuerscheinungen anstehen, für Umsätze sorgen könne und betonte, dass das Konzept auf Beteiligung der Einzelhändler ausgerichtet worden wäre, ihnen also nicht die Existenzgrundlage entziehe.