Facebook: Staatliche Investoren fordern Zuckerbergs Rücktritt

Frank Hüber 97 Kommentare
Facebook: Staatliche Investoren fordern Zuckerbergs Rücktritt
Bild: Guardian News: YouTube

Gleich vier staatliche Investmentfonds der USA fordern in einer Erklärung den Rücktritt von Mark Zuckerberg als Verwaltungsratschef von Facebook. Im Vorstand von Facebook sei angesichts der jüngsten Datenskandale und der gesellschaftlichen Bedeutung des Unternehmens Unabhängigkeit und Verlässlichkeit erforderlich.

Der Chef des Investmentfond des Bundesstaates New York City, Scott Stringer, veröffentlichte die Erklärung des Hedgefonds Trillium Asset Management, dem sich auch die US-Investmentfonds der Bundesstaaten Illinois, Pennsylvania und Rhode Island anschlossen. Facebook habe eine soziale und finanzielle Verantwortung transparent zu sein, was sich auch in der Führung des Unternehmens widerspiegeln müsse.

We need Facebook’s insular boardroom to make a serious commitment to addressing real risks – reputational, regulatory, and the risk to our democracy – that impact the company, its shareowners, and ultimately the hard-earned pensions of thousands of New York City workers. An independent board chair is essential to moving Facebook forward from this mess, and to reestablish trust with Americans and investors alike.

Zuckerberg ist unangreifbar

Während die Investoren am Posten der Verwaltungsratschefs von Mark Zuckerberg rütteln wollen, werden keine Bestrebungen genannt, ihn auch als Vorstandsvorsitzenden von Facebook zu ersetzen. Da Zuckerberg allerdings beide Positionen und trotz Aktienminderheit die Stimmhoheit der Aktionäre innehat, gibt es keine Möglichkeit, ihn gegen seinen eigenen Willen abzusetzen. Die Erklärung der US-Investmentfonds hat somit wenig Aussicht auf Erfolg und könnte vielmehr als Zeichen an Zuckerberg gedacht sein.

Negativschlagzeilen reißen nicht ab

Seit geraumer Zeit macht Facebook vor allem mit Skandalen auf sich aufmerksam. Neben dem Cambridge-Analytica-Skandal und der Rolle bei Wahlkampfbeeinflussungen durch externe Akteure, dem jüngsten Hackerangriff, von dem nach neuesten Erkenntnissen 30 statt 50 Millionen Nutzer betroffen sind, völlig übertriebene Video-Statistiken, die Verlage zu massiven Investitionen in dieses Format getrieben hatten, kommen zudem interne Streitereien hinzu, die dazu geführt haben, dass die Gründer von zugekauften Unternehmen wie WhatsApp und Instagram das Unternehmen im Streit verlassen haben.