Samsung Exynos Auto V9: Audis Infotainmentsystem setzt ab 2021 auf 8-nm-SoC

Nicolas La Rocco 36 Kommentare
Samsung Exynos Auto V9: Audis Infotainmentsystem setzt ab 2021 auf 8-nm-SoC
Bild: Samsung

Audi und Samsung setzen die Partnerschaft für die Entwicklung neuer IT-Komponenten für Automobile mit dem Exynos Auto V9 fort. Der neue Prozessor ist für die nächste Generation des Infotainmentsystems von Audi entwickelt worden, das 2021 sein Debüt feiern soll. Der 8-Kern-Chip soll mehrere Displays parallel ansteuern können.

Der Exynos Auto V9 ist Samsung erstes speziell für den Einsatz in Automobilen entwickeltes System-on-a-Chip und kommt mit ASIL-B-Zertifizierung nach ISO 26262. Zuvor hatte Samsung zum Beispiel den eigentlich für Smartphones entwickelten Exynos 8890 Autoherstellern wie Audi für den Einsatz in Infotainmentsystemen angeboten.

Diesmal kein umgelabelter Smartphone-Chip

Die Überschneidungen mit dem jüngst angekündigten neuen Smartphone-SoC Exynos 9820 halten sich deshalb für den Exynos Auto V9 in Grenzen. Das neue Auto-SoC wird zwar ebenfalls in 8 nm LPP (Low Power Plus) FinFET gefertigt, setzt in Sachen CPU aber auf eine vollständig andere Konfiguration. Statt der zwei eigens entwickelten Exynos-M4-Kerne, zwei Cortex-A75 und vier Cortex-A55 setzt der Exynos Auto V9 auf acht gleiche ARM Cortex-A76, die mit bis zu 2,1 GHz takten dürfen. Arbeitsspeicher kann der Exynos Auto V9 in Form von LPDDR4 oder LPDDR5 ansprechen.

Ebenfalls anders als im Exynos 9820 ist der Aufbau der Grafikeinheit gelöst worden. Anstatt nur auf eine Mali-G76 mit zwölf Recheneinheiten zu setzen, kommt im Exynos Auto V9 ein Mali-G76-Dreigestirn mit jeweils mehreren Kernen zum Einsatz. Ob es sich wie beim Exynos 9820 pro Grafikeinheit um die MP12- oder eine andere Konfiguration handelt, ist nicht bekannt.

Dreifach-GPU für multiple Displays

Mit dieser Rechenleistung soll der Exynos Auto V9 mehrere im Automobil verbaute Displays gleichzeitig ansteuern können. Laut Ankündigung lässt sich über den Prozessor zum Beispiel eine Konfiguration aus Kombiinstrument (Audi Virtual Cockpit), zentralem Informationsdisplays und Rear-Seat-Entertainment realisieren. Samsung spricht davon, Fahrern und Mitfahrern ein sicheres und unterhaltsames Erlebnis bieten zu wollen. Ein neuer DSP namens HiFi 4 soll die Displays um eine hochwertige Audiolösung ergänzen.

NPU erkennt Gesichter, Sprache und Gesten

Eine Neural Processing Unit (NPU) wie im Exynos 9820 soll im Exynos Auto V9 für die Erfassung von Gesichtern, Sprache und Gesten sorgen. Neben der Sprach- und Gestensteuerung für das Infotainmentsystem ist darüber zum Beispiel die Anmeldung am Fahrzeug mit dem persönlichen Audi-Konto denkbar. Laut Samsung könne über die NPU im Auto auch ein personalisierter Concierge-Dienst abgewickelt werden.