Galaxy S10, S10+, S10e Hands-On: Samsung deckt von klein bis groß den High-End-Bereich ab

Nicolas La Rocco 357 Kommentare
Galaxy S10, S10+, S10e Hands-On: Samsung deckt von klein bis groß den High-End-Bereich ab

tl;dr: Die ganz große Überraschung ist Samsung mit dem Galaxy S10, S10+ und S10e zum Unpacked-Event zwar nicht gelungen, nachdem Bilder und technische Daten vorab an die Öffentlichkeit gelangt waren. Dennoch bleibt nach dem Ausprobieren der neuen Smartphones ein positiver Ersteindruck. Galaxy S10+ und S10e sind die Favoriten.

Dünner, leichter und mit Keramik

Schluss mit nur kleinen Evolutionen und her mit der Revolution, lautet Samsungs offizielle Herangehensweise für das Galaxy S10 sowie dessen größeren Ableger Galaxy S10+ und kleineren Ableger Galaxy S10e. Nicht mehr nur eine Handvoll kleinerer Verbesserungen, sondern mehrere große Veränderungen sollen in die Smartphones geflossen sein. Das fängt schon bei der Aufteilung auf jetzt drei Varianten mit unterschiedlichen Größen an, nachdem zuvor lediglich zwei angeboten worden waren.

Galaxy S10 und S10+ sind über weite Bereiche baugleiche Smartphones, die sich primär anhand der Merkmale unterscheiden, die aus den kleineren respektive größeren Gehäuseabmessungen resultieren. Hier hat Samsung unabhängig vom Modell geschafft, das Smartphone dünner zu gestalten, ohne dabei auf Anschlüsse wie 3,5-mm-Klinke zu verzichten oder den Akku zu verkleinern. Wenige Gramm leichter sind die Geräte im Vergleich zu ihren direkten Vorgängern ebenfalls geworden. Das gilt jedoch nicht für die Sondermodelle aus Keramik. Ein Highlight ist das Galaxy S10e, das kleiner und leichter als das Galaxy S9 ausfällt, dabei aber nach wie vor 5,8 Zoll bietet. Das Galaxy S10e avanciert dabei zum Geheimtipp für diejenigen, die High-End-Features in einem kleinen Smartphone suchen. Diese Kombinationen bekommen Kunden selbst bei Apple nicht mehr.

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität und Anmutung in der Hand gibt es durch die Bank keinen Anlass für Kritik. Samsung liefert seit dem Galaxy S6 eine Qualität auf sehr hohem Niveau ab, die mindestens ebenbürtig ist mit Smartphone-Flaggschiffen der anderen Top-Hersteller. In ihren Standardausführungen sind Samsungs neue Smartphones aus einem polierten Rahmen aus Aluminium samt zwei Seiten aus Gorilla Glass 6 respektive Gorilla Glas 5 beim Galaxy S10e gefertigt. Eine Ausnahme bildet das Galaxy S10+ für den deutschen Markt, das hierzulande ausschließlich in der Variante mit mehr Speicher und Rückseite aus Keramik angeboten werden soll, die noch einen Hauch edler als das Modell aus Glas wirkt – groß ist der Unterschied allerdings nicht.

Displays mit Löchern und HDR10+

Abseits der neuen Gehäuse fällt der Blick auf die neuen Displays, die von Samsung abermals weiter an den Rand des Gehäuses gezogen werden und somit mehr Fläche der Vorderseite einnehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist Samsung nach wie vor nicht zur Notch gewechselt, dafür gibt es allerdings ein Loch im Display, das die Frontkamera aufnimmt – beim Galaxy S10+ sind es sogar zwei, um Aufnahmen mit Bokeh-Effekt schießen zu können. Die Ohrmuschel und Sensoren etwa für die Helligkeit und Annäherungen sind weiterhin in der schmalen Leiste oberhalb des Displays verbaut.

Bei der Darstellungsqualität hat sich bei den Displays wenig verändert, Samsungs OLED-Panels sind nach wie vor die besten am Markt und überzeugen mit satten Farben, verschiedenen Profilen für Adobe RGB, sRGB oder DCI-P3 und erreichen zudem eine hohe Maximalhelligkeit im Automatikmodus, die zuletzt beim Galaxy Note 9 (Test) selbst bei vollständiger Weißdarstellung noch weit über 600 cd/m² lag. Punktuell sind die Displays durchaus für Werte von über 800 cd/m² geeignet. Die Auflösung der Displays hat Samsung nur unwesentlich gesteigert, um den Bereich der Statusleiste auf Höhe der Frontkamera mit weiteren 80 Pixelzeilen zu füllen. Galaxy S10 und S10+ kommen auf 1.440 × 3.040 Pixel, das Galaxy S10e auf 1.080 × 2.280 Pixel. Das kleinste der drei Smartphones verzichtet zudem auf das zu den Seiten hin gebogene Displayglas, was manchem Nutzer gefallen dürfte, und weist marginal dickere Displayränder auf.

Für die Wiedergabe von Filmen oder Serien und erstmals auch Videoaufnahmen mit der in das Smartphone integrierten Kamera unterstützt die Galaxy-S10-Serie das dynamische HDR10+, das anders als das frühere HDR10 HDR-Metadaten für jeden einzelnen Frame bietet, wie es bei Dolby Vision der Fall ist.

Ultraschall-Fingerabdrucksensor

In den unteren Bereich des Displays ist ein neuer Ultraschall-Fingerabdrucksensor integriert, der das bisher auf der Rückseite zunächst neben und später unterhalb der Kamera platzierte Modul ablöst. Die Technik dafür kauft Samsung bei Qualcomm ein, nachdem die Technologie erstmals vor rund anderthalb Jahren gezeigt worden war. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor arbeitet nicht unbedingt schneller als ein optischer Sensor etwa von Huawei, Honor oder OnePlus, wie das erste Ausprobieren verdeutlichte, sondern vor allem zuverlässiger. Er lässt sich zum Beispiel mit nassen Fingern benutzen und ist unempfindlich gegenüber Gegenlicht. Für die Ersteinrichtung muss der gewünschte Finger wie bei früheren Umsetzungen mehrere Male auf das Display gelegt werden, anschließend markiert eine Grafik im unteren Bereich des Displays, wo der Finger zum Entsperren aufgelegt werden muss. Beim Galaxy S10e befindet sich der Fingerabdrucksensor im seitlichen Power-Button.

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