Energieklassenreform: Neue Kenn­zeichnung und Datenbank bis 2021

Christoph Käsbauer 109 Kommentare
Energieklassenreform: Neue Kenn­zeichnung und Datenbank bis 2021
Bild: Pexels (Mihis Alex) | CC0 1.0

Die Europäische Kommission hat gestern Bestimmungen zur Energieeffizienzkennzeichnung in ihre endgültige Form gebracht. Dabei wird der bereits existierende Standard aktualisiert und ergänzt. Zusätzlich wird eine allgemeine Datenbank für Endkunden zur Verfügung gestellt, um die Vergleichbarkeit der Elektrogeräte zu erhöhen.

Der Energieverbrauch spielt für viele Verbraucher vor allem bei Haushaltsgeräten eine entscheidende Rolle. Durch die häufige Nutzung hat der durchschnittliche Energieverbrauch einen drastischen Effekt, sowohl auf die Stromrechnung als auch die Umwelt. Schätzungen zufolge bewirken die Kennzeichnungen in 2030 eine Energieersparnis von 38 TWh pro Jahr. Aus diesem Grund wurde die finale Version der Energieeffizienzkennzeichnungen für Geschirrspülmaschinen, Waschmaschinen, Waschtrockner, Kühlschränke, Lampen und Displays verabschiedet.

Neue Kennzeichnung bereits 4 Jahre in der Entwicklung

Bereits 2017 wurde ein Beschluss gefasst, der die Energieeffizienzklassen nach heutigen Standards neu verteilen sollte. Durch die gestiegene Energieeffizienz wurden die Klassen von E bis G kaum gebraucht, während die Klasse A um A+, A++ und sogar A+++ erweitert werden musste. Nun verschwinden die Klassen A+, A++ und A+++ wieder und nur die ursprüngliche Skala von A bis G bleibt erhalten. Die Grenzwerte der einzelnen Klassen wurden hierfür in den letzten Jahren neu gesetzt, weswegen frühere A+ – Produkte nun etwa in Klasse B oder sogar C Platz finden, während Klasse A nur den sehr energieeffizienten Produkten vorbehalten bleibt. Dies soll dem Problem entgegenwirken, dass Produkte, die mit A+ gekennzeichnet werden, vom Verbraucher als sehr energiesparend eingestuft werden, was sie inzwischen aufgrund von A++- und A+++-Produkten nicht mehr sind. Im Handel sollen die neuen Kennzeichnungen erst ab 2021 EU-weit ankommen.

Zentrale Datenbank mit allen Produkten

Zudem müssen seit dem Beschluss alle neu auf dem europäischen Markt erscheinenden Elektrogeräte bestimmter Geräteklassen, wie etwa Waschmaschinen und Geschirrspüler, in einer zentralen Datenbank (European product database for energy labeling, EPREL) eingepflegt werden. Die Hersteller neuer Geräte, die zwischen August 2017 und dem 01.01.2019 auf den Markt gebracht worden waren, haben noch bis zum 01.07.2019 Zeit, die Geräte in die Datenbank einzutragen. Seit 01.01.2019 ist die Eintragung zum Markstart Pflicht. Für Endkunden soll die Datenbank ab dem zweiten Halbjahr 2019 einsehbar sein.

Die neuen Kennzeichnungen verfügen über einen QR-Code, womit das Produkt in dieser Datenbank auffindbar und mit ähnlichen Produkten vergleichbar ist. Auch spezifische Daten zur Produktklasse finden auf den neuen Kennzeichnungen Platz, bei einer Waschmaschine etwa der durchschnittliche Stromverbrauch pro Jahr, die Maximalmenge an Wäsche, die geladen werden kann, die benötigte Zeit für einen Waschgang, die verbrauchte Wassermenge und die entstehende Lautstärke. Die Informationen waren bisher in den Produktdatenblättern zu finden und nur manchmal auf der Kennzeichnung, nun sollen sie immer direkt auf der Kennzeichnung angegeben werden.

Die europäische Kennzeichnung ist weltweit wegweisend

Die intensive Arbeit an kundenfreundlicher Energieverbrauchkennzeichnung zahlt sich aus: Einer Studie von 2014 zufolge haben bereits 59 nicht-EU-Länder ebenfalls Kennzeichnungen eingeführt, die teilweise der EU-Kennzeichnungen entsprechen oder stark ähneln.

Adaption der EU-Richtlinien für Energieeffizienz
Adaption der EU-Richtlinien für Energieeffizienz (Bild: Europäische Kommission)

Einer weiteren Studie zufolge ist die Adaption in Drittweltländern sehr hoch. Dies ist ungewöhnlich, da in entwicklungsschwachen Ländern die Energieeffizienz oft eine untergeordnete Rolle spielt und dies daher einen besonderen Erfolg der Kennzeichnung darstellt.