Speicher für SSDs: Steigende Ausbeute wird die Preise weiter drücken

Daniel Albers 116 Kommentare
Speicher für SSDs: Steigende Ausbeute wird die Preise weiter drücken

Als Reaktion auf das Überangebot an NAND-Flash und fallende Preise entschlossen sich die großen Chiphersteller im Jahr 2018 die Investitionen in die Erweiterung der Fertigungskapazität zu reduzieren oder die Produktion sogar zu drosseln. Den Preisverfall bremsen können wird das aber nicht, denn die Ausbeute steigt.

Steigendes Angebot bei gleichbleibender Kapazität

Laut Digitimes führt unter anderem die gestiegene Ausbeute bei der Produktion von 3D-NAND-Flash mit 96 Ebenen zu einem weiterhin steigenden Angebot an Flash-Speicher. Die Ausbeute, auch Yield genannt, beschreibt das Verhältnis zwischen der Anzahl der funktionsfähigen Dies und der Anzahl der Dies, die pro Wafer produziert werden können. Die steigende Anzahl der funktionsfähigen Dies pro Wafer, die sich durch die Erhöhung der Ausbeute ergeben, erhöht somit auch bei konstanter Anzahl an eingesetzten Wafern das Angebot auf den Flash-Speicher Markt.

Trotz der Reduzierung der Investitionen wird erwartet, dass das Angebot an NAND-Flash im zweiten Quartal steigen und somit für den Preis aus Sicht der Anbieters nicht zuträglich sein wird. Parallel ist davon auszugehen, dass der geplante Start der QLC-Flash-Serienproduktion mit 96 Layer von Micron im zweiten Quartal 2019 und die weitere Optimierung von QLC-Flash ebenfalls einen Einfluss auf das Angebotsvolumen haben wird. Auch der weltweit stagnierende oder gar rückläufige Markt für PC-Systeme wird einen Einfluss haben.

5 Cent pro Gigabyte sind denkbar

Durch die Erhöhung des Angebots von 64- und 72- Layer-3D-NAND-Flash sank der Preis von Flash-Speicher zum Jahresende 2018 von 30 Cent pro Gigabyte im Jahr 2017 auf 10 Cent pro Gigabyte. Optimistische Schätzung sehen in diesem Jahr einen nochmals um 50 Prozent reduzierten Preis.

Update 13.03.2019 12:14 Uhr

Neue Prognosen gehen davon aus, dass die NAND-Flash-Preise im laufenden zweiten Quartal noch höchstens um zehn Prozent fallen werden. Schon im dritten Quartal könnten sie sogar wieder steigen, wenn die Nachfrage im Server-Segment wieder anzieht, berichtet DigiTimes.

Schon Ende März oder Anfang April könnte der weltweite Überschuss an Speicherchips überwunden werden, heißt es weiter. Den Abverkauf sollen massive Preissenkungen vom Marktführer Samsung beschleunigt haben, was sich auch auf die Umsätze anderer Hersteller negativ auswirken soll. Laut den Quellen des Berichts werde NAND-Flash inzwischen schon am Rande der Profitabilität hergestellt. Mit steigender Ausbeute bei den neuen Generationen mit 96 Layern sowie höherer Speicherdichte dürften die Herstellungskosten aber langfristig gesenkt werden können.

Das baldige Ende der Talfahrt bei den NAND-Preisen zeigt sich bereits bei den Mainstream-SSDs für Verbraucher, deren Preise seit Wochen stagnieren.