Nintendo: Smartphone-Spieler sollen nicht zu viel ausgeben

Max Doll 68 Kommentare
Nintendo: Smartphone-Spieler sollen nicht zu viel ausgeben
Bild: Nintendo

Nintendo verlangt von Partnern, die Smartphone-Ableger der eigenen Spieleserien anzupassen. Sie sollen so modifiziert werden, dass Spieler nicht zu viel Geld ausgeben. Der Konzern befürchtet, dass ansonsten der eigene Ruf und das Image leiden.

Der japanische Spielekonzern hatte 2015 damit begonnen, Partner für die Entwicklung und den Betrieb von Mobile-Spielen zu Mario und Co zu beauftragen. Diese Spiele werden mit einem Free-to-Play-Geschäftsmodell angeboten, Geld verdienen Betreiber und Nintendo als Lizenzgeber mit Mikrotransaktionen.

Gerade im Mobile-Bereich verleiten Spiele unter anderem durch ihr Design dazu, hohe Beträge auszugeben; nicht umsonst erwirtschaftet diese Spielesparte Millionen- und Milliardengewinne. Dieser Konzeption soll eine zumindest grobe Grenze gesetzt werden. Laut einem Bericht des Wall Street Journals möchte Nintendo nicht, dass Nutzer in diesen Spielen „zu viel“ ausgeben. Die Seite beruft sich dabei auf Quellen aus dem Umfeld des Unternehmens.

Spieler, die hunderte oder tausende Dollar in einem Spiel ausgeben, könnten sich nachteilig auf das Image auswirken, befürchtet Nintendo, das sich bewusst als kinderfreundliches Unternehmen präsentiert. Es gebe Bedenken, möglicherweise als „gierig“ kritisiert zu werden. Smartphone-Spiele haben in der Strategie des Konzerns zudem keinen Platz als direkte Gewinnträger, sondern sollen neue Spieler für die Konsolen(-titel) generieren.

Nintendo greift ein

Dies bestätigte CyberAgent, der Macher von Dragalia Lost. Das Studio musste seine Gewinnerwartung trotz wachsender Spielerzahlen nach unten korrigiere, da der Umsatz pro Spieler hinter den Erwartungen zurückblieb. Nachdem sich Spieler über die Schwierigkeit beziehungsweise Gewinnchancen der Charakter-Lotterie beschwert hatten, bat Nintendo um eine Anpassung.

Dies hatte deutliche Auswirkungen: „Wenn wir das Spiel alleine administriert hätten, hätten wir viel mehr Gewinn gemacht“, zitiert das WSJ einen Vertreter von CyberAgent. Dass mit den Partnern auch über die Monetarisierung gesprochen wird, bestätigte auch Nintendo gegenüber der Seite, ohne jedoch ins Detail zu gehen.