GeForce GTX 1660 im Test: Nvidia Turing nimmt AMD Polaris ins Visier 2/5

Wolfgang Andermahr 282 Kommentare

Testsystem und Testergebnisse

Der Test der GeForce GTX 1660 nutzt den Testparcours aus dem Spätsommer 2018, bei dem sämtliche Spiele-Benchmarks neu erstellt wurden. Dasselbe gilt für alle Temperatur-, Lautstärke- und Leistungsaufnahme-Messungen. Für die Benchmarks wurde Windows 10 mit dem Oktober-Update (Version 1809) sowie sämtlichen Patches genutzt.

Ein auf 4,7 GHz übertakteter Intel Core i7-8700K dient als Prozessor. Zwei 16 Gigabyte große DDR4-Module (Dual-Rank) werden mit DDR4-3200 bei den Timings 16-16-16-38-1T betrieben. Es wurden verschiedene Grafikkarten-Treiber für den Test genutzt, da es innerhalb kurzer Zeit mehrere neue Versionen gab, die zudem längst nicht alle Modelle unterstützen. Im Frühjahr wird der gesamte Parcours noch einmal erneuert – mit einheitlichen Treibern und weiteren neuen Spielen.

Grafikkarte Genutzter Treiber
AMD Radeon VII, RX Vega 64 Launch-Treiber (18.50.15.02)
AMD Radeon RX Vega 56 Adrenalin 18.9.3
AMD Radeon RX 590 Launch-Version
Nvidia GeForce GTX 1080 Ti, GTX 1080 GeForce 399.07
Nvidia GeForce RTX 2080 Ti, RTX 2080 GeForce 411.51
Nvidia GeForce GTX 1070 GeForce 411.70
Nvidia GeForce GTX 1060 GeForce 416.16
Nvidia GeForce RTX 2070 GeForce 416.33
Nvidia GeForce RTX 2060 GeForce 417.54
Nvidia GeForce GTX 1660 Ti GeForce 418.91
Nvidia GeForce GTX 1660 GeForce 419.35

Details zu den Spieletests

Sämtliche Grafikkarten wurden mit den Standardvorgaben von AMD und Nvidia getestet. Soweit nicht anders in den Diagrammen angegeben, wurde immer DirectX 11 genutzt. Die Ausnahmen sind Shadow of the Tomb Raider (DirectX 12) und Wolfenstein II (Vulkan). Die Benchmarks in 1.920 × 1.080 wurden durchweg mit der maximalen Detailstufe des Spiels durchgeführt.

Die tatsächlichen Taktraten unter Last

Die Turing-GPU TU116 ist wie die größeren Modelle mit GPU-Boost in Version 4.0 ausgestattet. Der neue Turbo nutzt anstatt eines nun zwei Temperature-Targets (TT). Wurde das TT auf Pascal erreicht, taktete die Grafikkarte sofort auf den Basistakt herunter und „erholte“ sich dann innerhalb des Limits wieder. Wird das erste TT (83 °C) auf Turing mit GPU-Boost 4.0 erreicht, taktet die GPU jetzt nicht auf den Basis-, sondern den Boost-Takt herunter. Erst wenn das zweite TT (85 °C) erreicht wird, liegt der Basistakt an. Dadurch möchte Nvidia den Leistungsverlust reduzieren, der durch eine schlechte GPU- beziehungsweise Gehäusekühlung erreicht wird.

Die Temperature-Targets lassen sich mit GPU-Boost 4.0 darüber hinaus genauer beeinflussen. So lässt sich zum Beispiel konfigurieren, dass die Temperatur völlig ignoriert werden soll – zumindest so lange, bis eine gewisse unbeeinflussbare Temperatur erreicht wird und die GPU als letzter Rettungsanker heruntertaktet. Limitiert die Temperatur nicht, verhalten sich GPU-Boost 3.0 und 4.0 wiederum genau gleich.

Die Turing-GPU hat einen maximalen Takt, der bei niedrigen Temperaturen sowie geringer Auslastung anliegt. Dieser variiert von Grafikkarte zu Grafikkarte. Bei höherer Temperatur und GPU-Auslastung reduziert sich die Frequenz automatisch.

Es gibt dieselben Limits wie bei Pascal

Mit dieser Frequenz arbeitet die Grafikkarte, wenn ein gewisses Budget bei der Leistungsaufnahme (130 Watt TDP bei der Gigabyte OC, 140 Watt bei der Gigabyte Gaming OC) und bei der Temperatur (83 °C) nicht überschritten wird. Andernfalls wird die Frequenz so lange reduziert, bis die Limits wieder eingehalten werden. Manuell kann das Temperature-Target bei beiden Modellen auf maximal 89 Grad Celsius erhöht werden. Das Power-Target kann auf 160 Watt bei der Gigabyte GeForce GTX 1660 Gaming OC angehoben werden, bei der GeForce GTX 1660 OC dagegen überhaupt nicht.

Auffällig bei Turing: Die GPUs wechseln den Takt in 15-MHz-Schritten und arbeiten dabei vergleichsweise gleichmäßig, während AMDs Vega-GPU in hoher Frequenz den Takt ändert.

Die tatsächlichen Taktraten im Fractal Design Define R5
Spiel (1.920 × 1.080) Gigabyte
GeForce GTX 1660 OC
Gigabyte
GeForce GTX 1660 Gaming OC
Maximaler Takt in Spielen 1.935 MHz 1.980 MHz
Assassin's Creed Origins 1.935 MHz 1.980 MHz
Call of Duty: WWII 1.935 MHz 1.980 MHz
Destiny 2 1.935 MHz 1.980 MHz
Elex 1.935 MHz 1.980 MHz
F1 2018 1.935 MHz 1.980 MHz
Far Cry 5 1.935 MHz 1.980 MHz
Final Fantasy XV 1.935 MHz 1.980 MHz
Ghost Recon Wildlands 1.935 MHz 1.980 MHz
Hellblade: Senua's Sacrifice 1.935 MHz 1.980 MHz
Jurassic World: Evolution 1.935 MHz 1.980 MHz
Kingdom Come: Deliverance 1.935 MHz 1.980 MHz
Mittelerde: Schatten des Krieges 1.935 MHz 1.980 MHz
Monster Hunter: World 1.935 MHz 1.980 MHz
Shadow of the Tomb Raider 1.935 MHz 1.980 MHz
Star Wars Battlefront II 1.935 MHz 1.980 MHz
Wolfenstein II 1.935 MHz 1.980 MHz
[P] = Power-Target limitiert, [T] = Temperature-Target limitiert

Beide Partnerkarten der GeForce GTX 1660 dürfen mehr elektrische Leistung aufnehmen als Nvidia selbst für eine GeForce GTX 1660 Ti vorsieht. Bei weniger Ausführungseinheiten und nur leicht höherem Takt sollten sie aber eigentlich weniger benötigen. Und in der Tat laufen beide Modelle zu keiner Zeit in ein Limit – weder ins Power-Limit und erst recht nicht ins Temperature-Limit.

Beide Grafikkarten arbeiten hingegen immer mit dem maximalsten Takt, der bei voller Last und einer aufgewärmten GPU möglich ist. Für die Gigabyte GeForce GTX 1660 OC bedeutet das durchweg 1.935 MHz, für die GeForce GTX 1660 Gaming OC durchweg 1.980 MHz.

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