Anthem: Geringe Spielerzahlen erschweren Matchmaking

Max Doll 146 Kommentare
Anthem: Geringe Spielerzahlen erschweren Matchmaking
Bild: EA

Anthem leidet unter einem schwerlich überraschenden, starken Schwund von Spielern und unter problematischem Design des Endgames. Festmachen lässt sich dieser Befund bereits am Matchmaking: Die Spielersuche scheitert aus beiden Gründen immer öfter daran, vollständige Trupps Spieler in die Welt zu entlassen.

Vor allem auf höheren Schwierigkeitsgraden führt dies zu Problemen, da die Designer das Niveau der Herausforderung auf volle Teams hin ausgelegt haben. Dazu kommt, dass sich der erhöhte Zeitaufwand für die schwereren Schwierigkeitsstufen nicht auszahlt. Um gute Beute, derzeit ausschließlich Gegenstände legendärer Seltenheit, zu erhalten, ist es in Anthem am effektivsten, Festungen, die Raids des Spiels, auf dem einfachsten Niveau möglichst oft zu spielen – wobei aktuell ausschließlich Heart of Rage gespielt wird, weil sich diese Festung am schnellsten bewältigen lässt.

Das Interesse an anderen Inhalten sinkt deshalb, was den Effekt der schrumpfenden Spielerschaft auf das Matchmaking noch verstärkt. Matchmaking-Probleme, schreibt Forbes, hätte zwar auch Ubisofts The Divsion, das aber fünfmal so viele Matchmaking-Punkte besitze.

Dunkle Wolken am Horizont

Angesichts einer solchen Entwicklung verschlechtern sich die langfristigen Aussichten für Anthem. EA hatte zwar angekündigt, trotz durchwachsener Wertungen und zahlreicher Probleme an dem Loot-Shooter festhalten zu wollen, das Konzept des Spiels benötigt prinzipiell aber andere Spieler. Mit zu kleiner Nutzerbasis erscheint weder ein kooperatives Spiel noch eines mit Live-Service-Modell sinnvoll zu betreiben.

Als schlechtes Zeichen für die Zukunft kann das Verschieben der gesamten Roadmap für das Spiel gewertet werden. Eine neue Roadmap für die erwarteten Features, darunter etwa wöchentliche Herausforderungen, Gilden und das große Cataclysm-Event, gibt es nicht; auch ein Zeitfenster für das Beheben der Gameplay-Probleme fehlt. Der letzte Patch brachte zwar eine neue Festung und einige kleinere Verbesserungen mit sich, änderte aber etwa an der Beuteverteilung nichts. Zu Terminen schweigen die Entwickler, lediglich die Absicht, am Spiel festhalten zu wollen, wurde mehrfach betont.