2024: BMW und Daimler kooperieren beim autonomen Fahren

Nicolas La Rocco 97 Kommentare
2024: BMW und Daimler kooperieren beim autonomen Fahren
Bild: BMW/Daimler

Die BMW Group und Daimler AG haben einen Vertrag für eine Entwicklungskooperation für automatisiertes Fahren unterzeichnet. Das Ziel ist die Entwicklung von Technologie für Fahrassistenzsysteme und hochautomatisiertes Fahren auf Autobahnen sowie automatisierte Parkfunktionen. Ab 2024 soll die Markteinführung in Pkw erfolgen.

Die beiden Unternehmen wollen am Mercedes‑Benz Technology Center (MTC) in Sindelfingen, Daimler Prüf- und Technologiezentrum in Immendingen sowie BMW Group Autonomous Driving Campus in Unterschleißheim bei München ihre Entwicklung vorantreiben. 1.200 Fachleute beider Konzerne sind hierfür vorgesehen.

Der Vertrag sieht vor, dass im Rahmen der langfristigen, strategischen Kooperation die nächste Technologiegeneration für Fahrassistenzsysteme und automatisiertes Fahren auf Autobahnen sowie automatisierte Parkfunktionen jeweils bis SAE Level 4 entwickelt werden. Angestrebt werde zudem eine Ausdehnung des Kooperationsumfangs, um höhere Automatisierungsgrade für urbane Gegenden und Städte zu realisieren. BMW und Daimler sprechen dabei explizit von einer nicht-exklusiven Vereinbarung, die offen für weitere OEM- und Technologie-Partner sei. BMW und Daimler haben insofern aber eine Sonderstellung, als dass Ergebnisse der Zusammenarbeit weiteren OEMs nur zur Lizenzierung angeboten werden.

Serien-Pkw sind für 2024 geplant

Ab dem Jahr 2024 sollen in Serien-Pkw der BMW Group und Daimler AG entsprechende Systeme verfügbar sein. Dabei wird betont, dass jedes beteiligte Unternehmen die Ergebnisse der Entwicklungskooperation individuell in Serienprodukte umsetzen wird. Es soll eine skalierbare Architektur für Fahrassistenzsysteme inklusive Sensoren konzipiert werden, außerdem ist ein gemeinsames Rechenzentrum zur Speicherung, Verwaltung und Weiterverarbeitung von Daten geplant. In der Nähe des Autonomous Driving Campus von BMW ist erst vor Kurzem ein neues Data Center eingeweiht worden. Auch Funktionen und Software sollen gemeinsam in teils gemischten Teams entwickelt werden. Das „Top-Ziel“ müsse dabei sein, sicherer als der durchschnittliche Fahrer zu sein.

2021 will BMW Level 3 im Vision iNEXT anbieten

Bei BMW will man unterdessen auf Basis eigener Entwicklung 2021 die Serienversion des Vision iNEXT mit automatisiertem Fahren nach Level 3 auf die Straße bringen. Erste Pilotprojekte mit Level 4 sind für diesen Zeitraum ebenfalls geplant. Die Kooperation mit Daimler setzt demnach erst nach dieser Phase an. Bei Daimler wiederum arbeitet man laut eigener Aussage seit geraumer Zeit intensiv an Serienentwicklungsprojekten sowohl für konkrete Level 3-Fahrzeuge als auch für Level 4/5-Fahrzeuge. Noch dieses Jahr im kalifornischen San José soll der erste Pilot für Tests von Mercedes-Benz und Bosch für selbstfahrende Fahrzeuge (Level 4/5) im urbanen Bereich starten. Darüber hinaus sichert der Hersteller zu, Anfang der kommenden Dekade sowohl hochautomatisierte (Level 3) als auch vollautomatisierte (Level 4/5) Fahrzeuge auf den Markt zu bringen.

Level des automatisierten Fahrens
Level des automatisierten Fahrens (Bild: Bundesanstalt für Straßenwesen)