RTX 2060 Super Custom im Test: WQHD-Benchmarks, Lautstärke, sonstige Messungen und Fazit

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Wolfgang Andermahr 151 Kommentare

Benchmarks in 2.560 × 1.440

Im Durchschnitt arbeitet die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC in Spielen 4 Prozent schneller als Nvidias Founders Edition. Damit überholt die Grafikkarte eine einfache GeForce RTX 2070, während die GeForce RTX 2070 Super 17 Prozent schneller bleibt. Darüber hinaus ist die Grafikkarte 6 Prozent flotter als AMDs neue Radeon RX 5700, die Radeon RX 5700 XT bleibt aber noch 5 Prozent voraus. Schätzungsweise ist die Grafikkarte leicht langsamer als eine von Haus aus übertaktete GeForce RTX 2070.

Die Palit GeForce RTX 2060 Super JS ist 2 Prozent schneller als der Kollege von Gigabyte unterwegs. Damit vergrößert sich der Vorsprung zur Founders Edition auf 5 Prozent und der zur Radeon RX 5700 auf 8 Prozent. Die GeForce RTX 2070 Super ist derweil noch 15 Prozent flotter, die Radeon RX 5700 XT 3 Prozent.

Lautstärke & Kühlung

Die Palit GeForce RTX 2060 Super JS arbeitet beim Spielen angenehm leise. Die Lüfter drehen mit rund 1.500 Umdrehungen, wodurch die Grafikkarte zwar aus einem geschlossenen Gehäuse zu hören ist, die Lüfter aber zu keiner Zeit auf sich aufmerksam machen. Auf dem Windows-Desktop steht der Messwert bei 28,5 Dezibel, geräuschlose Grafikkarten erreichen 28 Dezibel. Da die Lüfter bei der Drehzahl aber keine störenden Geräusche erzeugen, lässt sich sagen, dass die Palit-Grafikkarte im Idle-Modus aus einem geschlossenen Gehäuse nicht zu hören ist. Damit eignet sie sich generell für einen leisen PC.

Die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC geht dagegen deutlich lauter zu Werke. Die Lüfter touren mit 2.170 Umdrehungen in der Minute, was einen Messwert von 41,5 Dezibel ergibt. Damit ist die Grafikkarte 5 Dezibel lauter als die GeForce RTX 2070 Super Gaming OC und beim Spielen macht diese durch ein ordentliches Rauschen auf sich aufmerksam. Störend ist die Grafikkarte damit zwar noch nicht, doch das Palit-Produkt und der eigene größere Bruder zeigen, dass es problemlos leiser ginge. Auf dem Windows-Desktop ist der 3D-Beschleuniger dagegen lautlos.

GeForce RTX 2060 von Gigabyte und Palit im Test
GeForce RTX 2060 von Gigabyte und Palit im Test

Die Grafikkarten bleiben ziemlich kühl

Temperaturprobleme sind auf beiden 3D-Beschleunigern nicht zu erwarten. Die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC erwärmt sich auf 73 Grad Celsius, die Palit GeForce RTX 2060 Super JS bleibt 1 Grad Celsius kühler. Das zeigt dann auch, wie viel besser der breitete 2,5-Slot-Kühler der Gigabyte GeForce RTX 2070 Super Gaming OC ist, denn die Grafikkarte bleibt 9 Grad kühler und ist dennoch leiser.

Messung der Leistungsaufnahme

Die Partnerkarten der GeForce RTX 2060 Super dürfen mehr Energie benutzen, als Nvidia für ein Standardmodell vorsieht – und das machen beide Grafikkarten auch. Während des Spielens benötigt die Founders Edition im Durchschnitt 174 Watt. Die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC kommt dann mit einem Plus von 27 Watt auf 201 Watt und die minimal schnellere Palit GeForce RTX 2060 Super JS mit 212 Watt auf zusätzliche 11 Watt.

Letztere benötigt damit nur noch 10 Watt weniger als eine deutlich schnellere GeForce RTX 2070 Super FE, während die Gigabyte-Grafikkarte auf nur 6 Watt weniger als die nochmals schnellere GeForce RTX 2070 Super Gaming OC kommt – der höhere Takt auf der weniger breiten GeForce RTX 2060 Super fordert seinen Tribut. So liefert die GeForce RTX 2060 Super Founders Edition 12 Prozent mehr FPS pro Watt als das Gigabyte- und 16 Prozent mehr als das Palit-Modell.

Auf dem Windows-Desktop benötigen beide Custom-Modelle mit 13 Watt 4 Watt mehr als die Founders Edition. Prozentual ist das zwar ein großer Unterschied, praktische Nachteile ergibt das aber nicht.

Das Übertaktungspotenzial ist unterdurchschnittlich

Die TU106-GPU der Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC lässt sich um 123 MHz erhöhen, bevor es zu ersten Abstürzen kommt. In Spielen taktet die Grafikkarte dann mit rund 2.040 MHz. Der 8 GB große GDDR6-Speicher lässt ein Plus von 904 MHz zu, was in 7.904 MHz resultiert. Durch beide Maßnahmen verbessert sich die Performance um etwa 7 Prozent.

Die Palit GeForce RTX 2060 Super JS taktet von Haus aus etwas höher, wodurch sich die Frequenz der GPU nur um 74 MHz erhöhen lässt. In Spielen liegen dann ungefähr 1.980 MHz an, also ein gutes Stück weniger als bei dem Gigabyte-Pendant. Offenbar handelt es sich um ein relativ OC-schwaches Exemplar der TU106-GPU. Der Speicher lässt dagegen ein gutes Plus von 1.000 MHz zu – 8.000 MHz werden genau erreicht. In Spielen verbessert sich die Leistung um etwa 3 Prozent.

Fazit

Die Palit GeForce RTX 2060 Super JS hat der Redaktion im Test gut gefallen, denn sie hat ihre Stärken und zeigt keine echten Schwächen. Das Plus von 5 Prozent bei der Performance gegenüber einer GeForce RTX 2060 Super Founders Edition ist zwar ganz nett, aber schlussendlich nicht ausschlaggebend. Bei der Palit-Grafikkarte stimmt schlicht das Gesamtpaket.

So weiß im Test der Kühler zu gefallen. Die Lüfter drehen auf dem Windows-Desktop zwar weiter, dies aber nur sehr langsam, sodass sie aus einem Gehäuse nicht zu hören sind. Und beim Spielen bleibt der Kühler immer noch leise und kaum auffällig. Er arbeitet damit deutlich besser als das Exemplar der Founders Edition. Der einzige Nachteil der Palit-Grafikkarte ist eine ordentlich gestiegene Leistungsaufnahme von zusätzlichen 40 Watt.

Anders als die Gigabyte GeForce RTX 2070 Super Gaming OC (Test) kann die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC nicht überzeugen. Der Hersteller verbaut eine kleinere Version des Windforce-Kühlers, der mit den Anforderungen etwas überfordert ist. Unter Windows bleibt die Grafikkarte zwar lautlos, beim Spielen wird sie aber lauter als die Founders Edition. Das sind die zusätzlichen 4 Prozent FPS schlicht nicht wert.

Ein Modell ist empfehlenswert, das andere nicht

Die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC kostet aktuell knapp über 450 Euro, die Palit GeForce RTX 2060 Super JS mit ziemlich genau 460 Euro etwas mehr. Die günstigste GeForce RTX 2060 Super gibt es ab 410 Euro. Während die Gigabyte GeForce RTX 2060 Super Gaming OC den Aufpreis nicht wert ist, sollte jeder potenzielle Käufer einer GeForce RTX 2060 Super Palits JetStream-Modell in die engere Wahl nehmen. Eine schicke RGB-Beleuchtung bietet die Grafikkarte zwar nicht, bezüglich Performance und Lautstärke bleiben aber kaum Wünsche offen. Die dafür zusätzlich zu investierenden 50 Euro sind nicht wenig, jedoch schlussendlich lohnenswert.

ComputerBase hat die GeForce RTX 2060 Super Gaming OC von Gigabyte und die GeForce RTX 2060 Super JS von Mifcom zum Testen erhalten. Eine Einflussnahme der Parteien auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht. Es gab kein NDA.

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