Holoride: Porsche macht den Rücksitz zum VR-Cockpit

Nicolas La Rocco 38 Kommentare
Holoride: Porsche macht den Rücksitz zum VR-Cockpit
Bild: Porsche

Nach Audi zur CES will jetzt auch Porsche den Rücksitz im Auto zum VR-Cockpit machen. Das kommt nicht von ungefähr, denn an dem für die Software-Umsetzung gegründeten Start-Up Holoride ist Audi mit einem Tochterunternehmen beteiligt. Innerhalb der kommenden drei Jahre soll das VR-Erlebnis angeboten werden.

Porsche will auf den Rücksitzen des Autos eine neue Form der Unterhaltung anbieten. In den Stuttgarter Wagenhallen hat der Sportwagenhersteller im Rahmen der Veranstaltung „Startup Autobahn“ gemeinsam mit Holoride das VR-Erlebnis für Mitfahrer vorgestellt.

Sensordaten werden in Echtzeit abgegriffen

Innerhalb der nächsten drei Jahre sollen Mitfahrer mit handelsüblichen VR-Headsets in Spiele und andere Formen der Unterhaltung eintauchen können, deren Bewegungen neben Veränderungen der Blickrichtung vor allem über die Fahrtrichtung des Autos gesteuert werden. Dafür werden die Sensoren des Fahrzeugs angezapft und deren Datenstrom über eine Software in Echtzeit mit dem virtuellen Inhalt verknüpft.

Fährt das Auto beispielsweise um die Kurve, ändert sich in einem Sci-Fi-Shooter auch die Flugrichtung des Space Shuttles, in dem sich der Mitfahrer virtuell befindet. Zusätzlich zum eigentlichen Spielerlebnis verspricht die Technologie, damit auch die Symptome von Reiseübelkeit reduzieren lassen. Neben Spielen sollen künftig Unterhaltungsangebote wie Filme oder virtuelle Konferenzen angeboten werden. Für eine spätere Version ist zudem das Auslesen der Navigationsdaten angedacht, sodass die Länge des VR-Inhalts automatisch an die errechnete Fahrdauer angepasst wird. In der Zukunft könnten auch die Car-to-X-Infrastruktur und das Verkehrsgeschehen Teil des Erlebnisses werden: Stopps an der Ampel wären dann unerwartete Hindernisse in der Handlung oder würden ein Lernprogramm mit einem kurzen Zwischenquiz unterbrechen.

Audi hat Technologie zur CES zuerst gezeigt

Das gleiche Konzept hatte Audi bereits Anfang des Jahres zur CES in Las Vegas gezeigt. Audi ist über die Tochtergesellschaft Audi Electronics Venture GmbH Mitgründer des Start-Ups Holoride. Alle genannten Unternehmen gehören zur Volkswagen AG, die wiederum im Besitz der Porsche SE, des Landes Niedersachsen, des Emirats Katar sowie im Streubesitz ist.

Holoride will ein Software Development Kit zur Verfügung, das als Schnittstelle zwischen der Sensorik im Auto und der virtuellen Realität dienen soll. Über eine offene Plattform soll die Technologie auch anderen Automobilherstellern und Content-Entwicklern bereit gestellt werden, um weitere Extended-Reality-Formate zu kreieren und anzubieten.