„AMD Sharkstooth“: Threadripper 3 mit 32 Kernen in Benchmark-Datenbank

Michael Günsch 131 Kommentare
„AMD Sharkstooth“: Threadripper 3 mit 32 Kernen in Benchmark-Datenbank

Die nächste CPU der kommenden Threadripper-Generation von AMD ist in der Online-Datenbank von Geekbench 4 gesichtet worden. Der Prozessor besitzt laut Eintrag 32 Kerne und 64 Threads, die mit 3,6 GHz Basistakt arbeiten. Das Testsystem trägt den Namen „AMD Sharkstooth“.

Neue Threadripper-Generation mit 32 Kernen im Geekbench

Mit dieser Bezeichnung finden sich aktuell zwei Einträge in der Geekbench-Datenbank. Beide benennen das Mainboard mit „AMD WhiteHavenOC-CP“, der Codename Whitehaven steht für AMDs HEDT-Prozessoren mit Zen-Architektur, die als Ryzen Threadripper im Sockel TR4 Platz finden. Dass es sich nicht um die Threadripper 2000 oder gar Threadripper 1000 handelt, verrät der doppelt so große L3-Cache. Somit sollten die CPUs auf der Zen-2-Architektur basieren und bereits zur neuen Generation Ryzen Threadripper 3000 alias Castle Peak zählen.

Threadripper 3xxx (Castle Peak) im Geekbench
Threadripper 3xxx (Castle Peak) im Geekbench (Bild: Geekbench)

Während der Threadripper 2990WX (Test) bei gleicher Kernanzahl einen Basistakt von 3,0 GHz besitzt, werden dem potentiellen Nachfolger gleich 20 Prozent höhere 3,6 GHz zugesprochen. Allerdings ist nicht gesichert, dass der Takt dem finalen Produkt entspricht. Zumal der bei Geekbench angegebene „Basistakt“ nicht zwingend dem wirklichen Basistakt entsprechen muss, wie zahlreiche Beispiele belegen.

Leistungsvergleich ohne Verlass

Auch mit dem Leistungsvergleich anhand der Geekbench-Datenbank sollte man vorsichtig sein. Die Abweichungen der Resultate mit einem Threadripper 2990WX sind zum Beispiel extrem: Die Punktzahl im Multi-Core-Test erreicht teils hohe 70.000 Punkte, teils nur magere 20.000 Punkte trotz angeblich höherem Takt. Nimmt man dennoch das beste Ergebnis eines Threadripper 2990WX der jüngsten Vergangenheit als Maßstab, dann liegt der potentielle Nachfolger mit dem seinerseits besten Resultat etwa 6 Prozent im Single-Core-Score und 35 Prozent im Multi-Core-Score in Front.

Geekbench 4
Einheit: Punkte
  • Single-Core Score:
    • Ryzen Threadripper 3xxx (Zen 2, 32K/64T)
      5.677
    • Ryzen Threadripper 2990WX (Zen+, 32K/64T)
      5.376
  • Multi-Core Score:
    • Ryzen Threadripper 3xxx (Zen 2, 32K/64T)
      94.772
    • Ryzen Threadripper 2990WX (Zen+, 32K/64T)
      70.404

Im Vorfeld war bereits ein 16-Kern-Modell der neuen Threadripper-Generation in einer anderen Benchmark-Datenbank aufgetaucht. AMD-Chefin Lisa Su hatte Ende Mai angedeutet, dass Threadripper 3000 in der Spitze mehr als die maximal 32 Kerne der Vorgänger bieten wird. Die technisch eng verwandten Epyc-2-CPUs liefern bis zu 64 Kerne.

Noch kein Termin für den Marktstart

Noch unklar ist, wann AMD die neuen Ryzen Threadripper der Generation Castle Peak auf den Markt bringen wird. Nachdem AMD diesen März auf einer Roadmap für das Client-Portfolio 2019 die dritte Threadripper-Generation genannt hatte, veröffentlichte AMD zwei Monate später eine neue Version der Roadmap. Im gleichen Design gestaltet und mit dem gleichen Titel versehen, fehlte dort jede Spur von Threadripper. Dies legte zumindest die Vermutung nahe, dass sich der Zeitplan geändert hat und Castle Peak erst 2020 erscheint. Allerdings hat DigiTimes durch einen Bericht über neue „top-end desktop processors in October“ von AMD und Intel Gerüchte um einen früheren Start angefacht.

Bekannt ist, dass AMD im September mit dem Ryzen 9 3950X die Mainstream-Desktop-Plattform um eine CPU mit 16 Kernen erweitern wird, was das „Top-End“ für den Sockel AM4 darstellt.

Bei Intel steht schon ganz offiziell fest, dass die Cascade Lake-X (Glacier Falls) diesen Herbst erscheinen werden.

Update 20.08.2019 09:08 Uhr

Nach den vielen Indizien der letzten Tage und Wochen hat AMDs Chefin Lisa Su zur Konferenz Hot Chips bestätigt, dass noch in diesem Jahr weitere Details zum neuen Threadripper veröffentlicht werden. Die Aussage ist dennoch sehr dünn und lässt für AMD alle Optionen offen – exakt das wollte AMD wohl auch so.