AMD-Marktanteile: Wenig Bewegung vor dem großen 7-nm-Start

Michael Günsch 206 Kommentare
AMD-Marktanteile: Wenig Bewegung vor dem großen 7-nm-Start

Die Analysten von Mercury Research haben neue Zahlen zum Anteil von AMD im CPU-Markt vorgelegt. Demnach konnte AMD im zweiten Quartal 2019 zwar bei Notebooks und Servern leicht zulegen; der Anteil im Desktop-Markt blieb hingegen unverändert. Erst mit den 7-nm-CPUs in Desktop und Servern wird ein deutliches Wachstum erwartet.

Kein Zugewinn im Desktop-Markt vor dem Generationswechsel

Die Annäherung von AMD auf 20 Prozent Marktanteil bei Desktop-CPUs geriet im zweiten Quartal 2019 ins Stocken. Laut den von Tom's Hardware publizierten Statistiken von Mercury Research verblieb AMD bei 17,1 Prozent Marktanteil und damit unverändert auf dem Niveau von Q1 2019.

Marktanteile von AMD-Prozessoren
Q2 2018 Q1 2019 Q2 2019 Δ Quartal Δ Jahr
Desktop 12,3 % 17,1 % 17,1 % unverändert +4,8 PP
Notebook (exkl. IoT) 8,8 % 13,1 % 14,1 % +1,0 PP +5,3 PP
Server (exkl. IoT) 1,4 % 2,9 % 3,4 % +0,5 PP +2,0 PP
PP = Prozentpunkte, Daten von Mercury Research

Gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum konnte sich AMD wiederum um 4,8 Prozentpunkte verbessern und eroberte Marktanteile von Intel. Dass gegenüber dem ersten Quartal kein Wachstum zu verzeichnen war, wird dem Umstieg von den Ryzen 2000 auf die Ryzen 3000 zugeschrieben. Die Ryzen-3000-CPUs mit dem Codenamen Matisse wurden erst am 7. Juli 2019 veröffentlicht und werden erst im laufenden dritten Quartal 2019 einen größeren Einfluss auf Absatz, Umsatz und Marktanteil von AMD nehmen. Durch die positive Resonanz auf Ryzen 3000 mit neuer Zen-2-Architektur wäre eine Steigerung des AMD-Marktanteils im dritten Quartal keine große Überraschung.

AMDs steigert sich auf 3,4 Prozent bei Servern

Ein absolut gesehen kleines Plus von 0,5 Prozentpunkten im Quartalsvergleich und 2,0 Prozentpunkten im Jahresvergleich gab es für AMDs Server-Prozessoren rund um die Epyc-Familie. Relativ gesehen ist das Wachstum wiederum sehr groß, denn binnen eines Jahres steigerte AMD den Anteil von 1,4 Prozent auf nun 3,4 Prozent – ein Plus von rund 143 Prozent. Doch Intel besitzt mit mehr als 90 Prozent Marktanteil auch weiterhin nahezu eine Monopolstellung. Ähnlich wie im Desktop-Sektor sind aber deutlichere Zugewinne im dritten Quartal 2019 zu erwarten. Denn die erst vor einigen Tagen offiziell eingeführten Epyc-Prozessoren der zweiten Generation Rome mit Zen-2-Architektur sind Intels Pendants in vielen Punkten wie auch dem Preis überlegen. Mit Epyc 2 konnte AMD bereits neue Kunden gewinnen, darunter Großkaliber wie Google und Twitter.

„Billig-Notebooks“ und Picasso stark

Auch bei Notebooks hat sich AMD erneut gesteigert. Laut Studie wuchs der Anteil um 1,0 Prozent im Quartalsvergleich und 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nun 14,1 Prozent. Dean McCarron, der Gründer von Mercury Research, sieht die Ursache zum einen im Einsteigerbereich rund um Chromebooks und andere Budget-Notebooks. In diesem Segment habe AMD von den Lieferproblemen seitens Intel profitiert und die entstandenen Lücken mit eigenen CPUs der Familien Stoney Ridge und Carrizo-L gefüllt. Doch auch der Absatz der neuen Picasso-APUs der höheren Preis- und Leistungsklasse habe in den vergangenen zwei Quartalen deutlich zugelegt. Deren Nachfolger Renoir wird die Zen-2-Architektur voraussichtlich erst 2020 in AMDs Notebook-Portfolio einführen, während Intel mit Ice Lake gerade erst eine neue Generation Notebook-CPUs eingeführt hat.