AMD Threadripper 3000: 8 DRAM-Channel für die Workstation, 4 für HEDT

Michael Günsch 83 Kommentare
AMD Threadripper 3000: 8 DRAM-Channel für die Workstation, 4 für HEDT

Noch sind es Gerüchte, doch es mehren sich die Hinweise, dass AMD bei der kommenden dritten Generation der Threadripper-CPUs die Bereiche HEDT und Workstation noch deutlicher trennen wird. Die Workstation-Reihe soll mit einem Acht-Kanal-Speicherinterface und bis zu 128 PCIe-Lanes den Server-Pendants der Epyc-Familie nahe kommen.

Bereits das Auftauchen der AMD-Chipsätze TRX40, TRX80 und WRX80 in der öffentlichen Liste der USB-Zertifizierungsstelle hatte Spekulationen in diese Richtung losgetreten: Anhand der Namensgebung wurde vermutet, dass der TRX40 vier DRAM-Channel unterstützt, während TRX80 und WRX80 acht Speicherkanäle erlauben, wie es bei AMDs Server-Plattform der Fall ist. Dass das „TR“ für Threadripper stehen könnte und das „W“ in „WRX“ etwas mit „Workstation“ zu tun haben könnte, ist ebenso denkbar.

Dokument stützt Workstation-Variante mit 8-Channel-Interface

Die Vermutungen werden jetzt durch einen Bericht von Gamers Nexus gestützt. Der Website liegt angeblich ein Dokument vor, das sich primär Designs von Kühllösungen für Threadripper 3000 widmet und dabei Informationen zur Plattform preisgibt. Demnach wird die High-End-Desktop-Version („sTRX4 HEDT“) vier Speicherkanäle mit DDR4-3200 samt ECC-Support sowie 64 PCIe-4.0-Lanes bieten. Parallel soll AMD eine als „sWRX8 Workstation“ bezeichnete Variante mit acht Speicherkanälen und 96 bis 128 PCIe-4.0-Lanes planen. Mit dieser Ausstattung würden die Workstation-Ableger von Threadripper 3000 den Server-Prozessoren der Rome-Familie nahe kommen.

Dokument liefert Hinweise auf verschiedene Threadripper-3000-Varianten
Dokument liefert Hinweise auf verschiedene Threadripper-3000-Varianten (Bild: Gamers Nexus)

Die HEDT-Variante soll Overclocking (OC) und Unregistered DIMMs (UDIMM) unterstützten, während der Workstation-Version OC-Support fehle, dafür aber neben UDIMM- auch RDIMM- und LRDIMM-Unterstützung nachgesagt wird. Beide Versionen sind als Einzel-Sockel-Lösung ausgelegt. Es wird erwartet, dass AMD den Sockel TR4 alias SP3r2 der Vorgänger beibehält.

Threadripper 3000 „WRX“ wäre die direkte Antwort auf Intel Xeon W

Die anhand der bisher unbestätigten Daten skizzierte Trennung zwischen HEDT und Workstation würde somit deutlicher ausfallen als bisher. Bei Ryzen Threadripper 2000 hatte AMD erstmals die Spitzenmodelle mit dem Suffix „WX“ (zum Beispiel 2990WX) versehen, um diese fortan deutlicher als Produkte für den Workstation-Markt zu markieren. Die Gerüchte weisen darauf hin, dass AMD bei Threadripper 3000 nun noch einen Schritt weiter geht und im Grunde zwei Plattformen für die Segmente HEDT und Workstation anbietet.

Bei der Konkurrenz ist diese Abgrenzung bereits der Fall: Intel hat dem Workstation-Sektor mit den Xeon W eine eigene Produktfamilie gewidmet, die auf den Server-CPUs Cascade Lake-SP mit bis zu 28 Kernen basiert. AMDs WRX-Version von Threadripper 3000 wäre die passende Antwort. Sollte sich AMD nicht nur bei DRAM-Kanälen und PCIe-Lanes bei seiner Server-Plattform bedienen, wären für Threadripper WRX sogar bis zu 64 Kerne denkbar.

Bleibt nur die finale Namensfrage. Threadripper ist klar ein HEDT-Produkt und seit zwei Jahren auch entsprechend beworben, Epyc steht hingegen für den Profi-Bereich. Aktuell sind das Epyc Embedded, Epyc für einen Sockel und Epyc für zwei Sockel.

Terminfrage weiter ungeklärt

Weiterhin unklar ist der Termin für den Marktstart der Ryzen Threadripper 3000 mit dem Codenamen Castle Peak. Die Website Benchlife hatte am Rande einer Meldung zu Intels neuen Cascade Lake-X, die im Oktober erscheinen, den November als möglichen Termin für AMDs neue Threadripper erwähnt. Mehr Informationen zu Threadripper 3000 sind noch in diesem Jahr zu erwarten, wie AMD-CEO Lisa Su kürzlich verraten hatte.